Ankunft in Südamerika
11 Stunden dauert unser Flug nach Südamerika. Danke, dass du uns auf dem Blog auf unserer Reise begleitest. Die Distanz zwischen uns in Montevideo (Uruguay) und der Heimat Zürich beträgt über 11'000 Kilometer. In diesem Blog nehmen wir dich auch mit auf den Überflug und die Zeit in Montevideo. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, ob unser Camper wohlbehalten mit dem Schiff am 5.10.2026 ankommen wird.

Ankunft in Südamerika (28.9.2026)
Wir landen in Brasilien (San Paulo). Unser Auto liegt ganz in der Nähe, nur 1000km entfernt Es hat den Hafen Vitoria bereits verlassen und ist nach Rio de Janeiro unterwegs.
"Ihr könnt den Boardingpass für den Anschlussflug am Gate in San Paulo (Brasilien) im Terminal 3 buchen. Ihr Gepäck wird direkt durchgecheckt. " Aber niemand kommt im Transferbereich vom Ankunftsterminal ins Terminal 3 ohne Boarding Pass! Wie kommen wir nach Urugay? Der Beamte lässt uns nicht durch. Nach 10 Minuten erfolglosem online Checkin Versuchen, bekommt der Beamte mit den Grosseltern Mitleid und winkt uns ausnahmsweise durch. Unser Handgepäck wird gescannt und wie schon in Zürich wird unser Weihnachtsgeschenk vom Röntgengerät nicht akzeptiert. Zum zweiten Mal wird es vom Personal ausgepackt und wieder eingepackt. Wir schauen immer weg, weil wir das Geschenk von unserem Sohn und seiner Partnerin erst am 24. Dezember 2026 in Ushuaya öffnen dürfen. Die Spannung steigt natürlich sehr, weil das Personal immer ein fröhliches Gesicht macht, wenn sie das Geschenkpapier öffnen und reinschauen.

In Urugay ist Free Wifi und Tamara gelingt nach mehreren hartnäckigen Versuchen das Online Checkin. So haben wir genug Zeit für einen Kaffee. Auf dem Weg fischt uns das brasilianische Kaffee-Bohnen-Marketing und wir kaufen 2 Pack für R$108. Der Wechselkurs bestätigt uns, nicht zu viel zu bezahlen. Im Flieger von Zürich nach Brasilien sind wir fast 10'000 km geflogen. Wir haben 3 bis 5 Filme angeschaut und 3 bis 4 Stunden geschlafen. Der Flug dauerte 11 h und das Abend- und Morgenessen waren sehr gut. Endlich erreichen wir den Starbucks und staunen wie viel Varianten angeboten werden. Entsprechend wird das unsere längste Wartezeit mit 30 Minuten für einen Kaffee. Wir haben eine Zeitverschiebung von 5 Stunden. Wenn es bei uns 10am ist, dann ist es in der Schweiz 15pm.

Nach guten 2 h landen wir in Uruguay. Das Hotel ist zentral und der Host super freundlich. Hier mal die Aussicht aus unserem schönen Zimmer. Auf dem Dach befindet sich die Sauna und der Pool mit Sicht auf den Hafen und die Altstadt von Montevideo.
Von den rund 3 Mio Uruguayaner leben 1.7 Mio hier in Montevideo. Wir sind nur wenige Gehminuten vom Port Market entfernt. Dieser wurde 1868 in der typische britischen Industriearchitektur in Liverpool gefertig und hierher verschifft. Die Holzuhr mitten im Markt kommt auch aus Liverpool im Jahr 1897. Die Uhr wurde anstelle eines Brunnens installiert. Weil der Brunnen, der dort war hygienisch nicht mehr vertretbar war. Wir essen im El Palenque ein erstes feines Fleisch. Heute gehen wir, wegen dem Zeitunterschied von 5h bereits um 19.30 Uhr schlafen.
29.9.2026 Sauna- und Erholungstag
Nach 11 Stunden wachen wir gemütlich auf. Nach dem ausgiebigen zmörgele planen wir an unserer Reise. Fazit: Buenos Aires besuchen wir erst im April. Mit grosser Wahrscheinlichkeit verbringen wir Weihnachten auf dem 7. Kontinent. Weiter organisieren wir die Büros und Ämter, um unseren Camper in Uruguay einzuführen. Am späteren Nachmittag geniessen wir die Sauna auf dem Dach.

Die Zeit nutzen wir um zu recherchieren. Am Empfang hatte uns die Person erklärt, dass es in Uruguay keine indigene Bevölkerung gab. Das glauben heute noch ein Grossteil der Bevölkerung. Die Ausrottung ganzer Völkerstämme wurde einfach totgeschwiegen, bis im Jahr 1986 immer mehr Uruguayanos und Uruguayanerinnen im Krankenhaus einen DNA Test machten und indigene Vorfahren festgestellt wurden. Seit wenigen Jahren wird die Geschichte der Ureinwohner aufgearbeitet. Seither ist bekannt, dass 34% aller Bewohner einw indigene Abstammung haben. Zu Zeiten der Völkerwanderung kamen mongolische Nomaden über Russland, Alaska, Kanada, über die USA nach Südamerika. Damals nach der Eiszeit, war der Meeresspiegel noch 120 Meter tiefer als heute und die Landwege waren einfacher begehbar. Hier ein wichtiger Schritt zur Aufarbeitung dieser Geschichte: Das Monumento a los últimos charruas liegt leider etwas weit weg. Steht jedoch als Mahnmal an die Ausrottung der Ureinwohner. Am 21. Juli 2002 wurde das Skelett des letzten Häuptlings des Eingeborenenstammes der Charrúas, Vaimacá Pirú, von Paris nach Montevideo rücküberführt. Es war 169 Jahre lang im Pariser Museeum der Menschheit ausgestellt. Der Häuptling war im Jahr 1833 von einem Unternehmer als „Ausstellungsobjekt“ nach Frankreich verschleppt worden – zusammen mit drei seiner Untertanen, darunter die schwangere Frau Guyunusa, die in Paris eine Tochter zur Welt brachte. Zwei der vier Indianer starben in einem "Anthropologischen Garten“ (eine sogenannte Völkerschau), weil sie die Nahrungsaufnahme verweigerten. Die anderen „Attraktionen“ verkaufte der Unternehmer an einen Zirkus. Furchhtbar was Rassismus im Stande ist zu tun!
Erster Tag in Montevideo (30.9.2026)
Zur Feier des Tages frühstücken wir in einer ehemaligen Apotheke. Scheinbar rentiert das Café besser? Auf jeden Fall sind hier keine Apothekerpreise. Die Atmosphäre ist sehr angenehm und gemütlich. Es gibt hier auch Wärmestrahler. Es ist noch frisch, weil der Frühling erst beginnt.
Bereits 5 Minuten nach der Öffnung der Einwanderungsbehörde stehen 20 Leute in der Schlange. Wir lernen ein neues Wort "Adilante" Wir sind an der Reihe und zeigen die Stempel im Pass. "Tiene Certificado de Llegada". Die Dame am Schalter versteht uns.🤗 Sie ist freundlich redet sehr schnell. Der Pass bleibt dort und wir warten, bis unser Name aufgerufen wird. "Walter", wir erhalten die Rechnung und gehen zum Kassenschalter. Dort zahlen wir rund $370 und gehen wieder in den Warteraum. Dann klopfen wir an der Bürotüre und erhalten das Certificat "turista temporal" und den Pass zurück. Die erste Beamtenhürde haben wir geschafft. Danke Seabridge für die hilfreiche Instruktionen.🤗 PS: Vor ungefähr 3 Jahren hatten wir eine Software integration. Dort redete ich immer von Daten "Imigration". Bis mich ein Arbeitskollege darauf aufmerksam machte, dass es Migration und nicht Imigration heisst! Danke, sonst hätte ich das Büro Migration heute nicht gefunden🤣😂. Aber Hand aufs Herz "Imigration" tönt passender😊
Die Originalpapiere erhalten wir bei KMA, der Hafenbehörde in Uruguay. Nach dem Autoeinfuhr-Marathon geniessen wir einen kreativen Kaffee in Shopping Atmosphäre im Planta Baja. Anschliessend geht es zum Agenten, der das Auto am kommenden Sonntag auslöst. Anschliessend sind alle Hafengebühren, Agentenprovisionen und Kosten der Formalitäten vorbei. Am Dienstag, so Gott will, haben wir unser fahrbares Zuhause wieder 😀.
Nachdem wir den Agenten getroffen haben, schlendern wir durch Montevideo. Die Stadt stimmt uns auf Südamerika ein.
An der Av. 18 de Julio lohnt es sich in die schmalen Einkaufspassagen reinzugehen. Teilweise sind die Gebäude auch sanierungsbedürftige Einkaufszentren, wo sich diverse "Einzelunternehmer" auf den wenigen m2 einmieten und ihre Produkte und Dienstleistungen anbieten. So findest du dort: Trödler, Coiffure, Nagel-oder Massagestudios, Second Hand und vieles mehr. Malvin Norte und Villa del Cerro sind Regionen um Montevideo die gemieden werden sollten. Dort verbreiten sich Drogen und bringen die Konsumenten dazu, das Geld durch Kleinkriminalität zu beschaffen. In der Gegend wo wir wohnen fühlen wir uns sicher. Die Polizeipräsenz in der Altstadt wirkt auch, um die Drogenszene hier wegzuhalten.

Nach dem Motto "Nützs nichts, schadets nichts" haben viel Pärchen ihr beschriftetes Schlösschen an den Glücksbrunnen für Verliebte gehängt. Die Stadt ist entspannt- spannend. Die Freundlichkeit der Uruguayanos ist überall spürbar. Leute sprechen uns an und sind hilfsbereit. Wir fühlen uns sehr wohl.
Bis zur Playa Ramirez laufen wir und staunen über den weissen Stadtstrand. Das Mahndenkmal zum Holocaust löst einige Fragen aus. Scheinbar haben rund 50'000 der aus Europa geflüchteten Juden ihre Heimat in Uruguay gefunden. Heute noch leben rund 17'000 Juden in Montevideo.

Das Gebäude dieses gewaltigen Einkaufszentrum im schönen Quartier Pocitos wurde 1896 als Frauengefängnis gebaut. Nach dem Aufstand 1986 wurde das Gefängnis geschlossen. Nur 4 Jahre später fand der Umbau statt und die Eröffnung war im Jahr 1994. Ein Besuch lohnt sich für Shopping Queens und Kings.
Wir machen das, was alle Touristen machen. Foto Selfies mit dem Montevideo Sign.
Die Hochhäuser mit Wohungen reihen sich entlang der Pocitos Beach auf. Die perfekte Wohnlage mit Meersicht. Der feine Sandstrand ist weiss und sauber. Immer wieder sehen wir auch Oldtimer in gutem Zustand. Pocitos ist ein moderner Stadtteil. Die Gebäude wechseln zwischen Einfamilienhaus und Hochhaus ab. Teilweise haben Investoren nur die eine Hälfte des Gebäudes fertig gebaut. Der andere Teil steht im Rohbau zum Verkauf. Für 36 Wohneinheiten bist du als Käufer mit $116'000 dabei....
Heute kommt die Frühlingssonne in Montevideo. Die Stadt erscheint in ihrem schönsten Licht. Die Busverbindungen sind super und nach 20'000 Schritten auch herzlich willkommen. Am Abend merken wir in den Füssen und in den Gelenken, dass wir über 25'000 Schritte gelaufen sind. Um 19.30 Uhr feiern wir im Quinquela, einem super feinen und eleganten Restaurant.

Auf dem Heimweg sind die Strassen menschenleer und ich bin froh, dass ich mein Fake Portemonnaie dabei habe. Das ist eine Geldbörse mit rund 100 Euro Bargeld und abgelaufenen Kreditkarten. Dieses würde ich bei einem Überfall gerne übergeben und hoffen, dass der "Angreifer" wieder weiterzieht.
Jetlag Tag (1.10.2026)
Heute Nacht um 3am geht unser Trackkiwi Alarm los. Starke Erschütterungen im Camper zwischen Rio de Janeiro und Santos. Mal schauen🫣 Hier hilft nur Gottvertrauen und das Motto eines Freundes "Es isch wies isch". Am Sonntag kommt das Schiff in Montevideo an und erst wenn es am Dienstag wieder wegfährt, wird der Camper an uns übergeben.
Der dritte Tag mit dem Jetlag holt uns ein. Den ganzen Tag fühlen wir uns müde und gehen früh ins Bett. Den Sonnenuntergang geniessen wir aus "unserem" Korbstuhl von der Dachterrasse. Gute Nacht aus Montevideo.
Wir entdecken Montevideo (2.10.2026)
Die Stimmung auf diesem kleinen Markt ist fröhlich und freundlich. Es herrscht gute Stimmung. Wir kaufen Gewürze (nicht so viel wie in Ägypten🤣), Früchte, Gemüse und Käse. Der Käseverkäufer lobt die eingewanderten Schweizer, die ihn gelehrt haben so feinen Käse zu machen.

Ich esse mit den Augen. Wenn ich das Essen sehe bekomme ich Appetit. So kann ich an diesem Stand nicht vorbeilaufen. Grillwurst Sandwich mit diversen Saucen. Bei den anderen beobachte ich wie viel sie zahlen 150R$, das sind CHF3.-. Er fragt: Todos? Ich: Claro! Alle Saucen werden reingemacht. Sieht lecker aus. Das Geld habe ich abgezählt. Der Verkäufer lacht und meint, dass der Preis passt. Aber wenn ich morgen komme kostet "mit Allem" eben 170R$. Wir lachen und verabschieden uns: Hasta luego.
Immer wieder gibt es schöne Parks zum verweilen. Tamara und ich geniessen die Sonne und hören dem Vogelgesang zu. Einige Schulklassen unternehmen heute etwas zusammen. Hier werden Schuluniformen angezogen. Oder besser gesagt Jacken oder Hemden. Diese Gruppe sieht aus wie angehende Ärzte mit Schlaufen um den Hals.
Museum Tag (3.10.2026)
Regentag heisst Museumtag. Das Museum ist in einem ehemaligen Bankgebäude aus dem Jahr 1978. 34% der heutigen Urugayer haben mütterlicherseits indigene Vorfahren. Die in Zelten umherwandernden Jägern und Sammler der Charrúas, die Guenoas-Minuanes, Bohanes, Guaraní und Yaros mischten sich mit den Europäern. Einige deren Kindern lebten als wilde Reiter als Einzelgänger. "Sogenannte Gauchos akzeptierten keinen König, keinen Gott und praktizierten keine Nächstenliebe". So werden sie im Museum beschrieben.
Das Ende der indigenen Gesellschaft: Nach der Staatsgründung Uruguays 1825 wendete sich das Blatt. Die neue Regierung wollte das Land einzäunen und für die moderne Viehzucht nutzen. Das nomadische Leben der Charrúas wurde als "Hindernis für den Fortschritt" angesehen. Dies gipfelte 1831 im Massaker von Salsipuedes, bei dem das uruguayische Militär die verbliebenen Charrúa-Stämme fast vollständig vernichtete oder gefangen nahm. Auch die Gauchos wurden zu sesshaften Gehilfen der Bauern und Grossgrundbesitzer.
Sonntag und Landesweiter Kulturtag (4.10.2026)
Am Sonntagmorgen wollen wir die Hillsong besuchen. Diese ist beim alten Bahnhof, etwas 35 Minuten zu Fuss von uns entfernt. Eine der vielen Freikirche die es auf der ganzen Welt gibt. So wie die deutsche Missionsgesellschaft, die Heilsarmee, die Baptisten oder das ICF. Wir werden herzlich begrüsst und sofort wird auch die englisch Übersetzung organisiert. Er ist jedoch stark herausgefordert, weil der Hauptpastor der Hillsong aus Buones Aires heute predigt. Dieser Prediger redet, wie die meisten Argentinier, sehr schnell.
Am landesweiten Kulturtag sind heute alle Dienstgebäude und Museen für die Öffentlichkeit gratis zugänglich. Auf den Strassen wird gefeiert, getanzt und grilliert.
Es geht zu und her wie bei uns in Zürich am Tsürifäst :-). Auch ein Schwyzer Raclette Wägeli, sogar mit Glace fehlt nicht. Typische Optimierung eines Schweizer Streetfood Teilnehmers. Glace für das schöne Wetter und Raclette für die kalten Temperaturen:-)

Tag der Ankunft "unseres" Schiffes (5.10.2026)
Das Schiff kommt heute um 7am an. Der Erschütterungsalarm geht immer wieder los. Der GPS Sensor meldet, dass das Auto ausgeladen worden ist. Die Regel sagt, dass das Auto erst ausgehändigt wird, wenn das Schiff vom Hafen wieder abgelegt hat.
Jetzt steht nur noch die Frage im Raum: Sind alle Räder noch dran? Oder alle Gegenstände noch drin?
Im nächsten Blog werden wir mehr wissen :-) Danke an alle diejenigen, die für unseren Camper gebetet haben, dass er heil ankommt...
P.S: …im Hotel haben wir unseren persönlichen "Chief online-digital Securidad". Er hat auf jeden Fall zurück gewunken und darum nicht zu viele Bildschirme vor sich. :-)


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