Rumänien - Sibiu zu Moldauklöster nach Maramureș
- Walter Blattmann
- 21. Juli
- 13 Min. Lesezeit
Die 4te Woche in Rumänien und es gefällt uns immer besser. Die Leute sind sehr offen und freundlich. Die Infrastruktur ist sehr gut und in den Städten gibt es pünktliche und günstige ÖV. Auch die Geschichte von Rumänien ist spannend und durch viele Völker geprägt. Wir werden voraussichtlich bis am 23. Juli hier bleiben.

Sibiu (14.7.25)
Sibiu oder auch Hermannsstadt genannt hat eine dreifache Schutzmauer um die Stadt. Sie haben einfach nochmals einen Ring gebaut, dass ein Feind nicht mehr eindringen konnte. Nach dem dritten Ring waren sie sicher.
Im mittleren Ring waren 40 Wehrtürme, welche es den Feinden nicht einfach machte. Hermannstadt wuchs zu einer blühenden Handelsstadt auf. Auch heute noch siedeln sich deutsche Unternehmen/Marken gerne hier nieder. Es ist günstiger in der Produktion, die Leute sind gut ausgebildet und sprechen auch vielfach deutsch.
Zum Mittagessen lassen wir uns in eine Tourifalle reinziehen... Das Internet funktioniert aktuell nicht und das Restaurant ist voll. Der Name "Zastrea" tönt nach einheimischem Essen. Also setzen wir uns hungrig hin und bestellen Gulasch mit Angus Rindfleisch. Erst jetzt haben wir WIFI und lesen die (meist schlechten) Bewertungen - leider. Jetzt erst bemerken wir auch, dass viele Gäste den halb vollen Teller stehen gelassen haben. Nun ist es zu spät und wir wieder um eine Erfahrung reicher. Wenigstens haben wir eine schöne Aussicht auf einen der drei Hauptplätze.

Wir schlendern durch die Strassen und besuchen zuerst die Synagoge und anschliessend die Rumänisch Orthodoxe Kathedrale in der Stadt. Mich freuen Kirchen, in denen die biblischen Geschichten dargestellt sind. In dieser Kirche finden wir das Gleichnis vom Sämann, die Bergpredigt und zwei meiner Lieblingsbegegnungen: Die Frau am Brunnen in Samarien und der verlorene Sohn. Auf jeden Fall eine sehr ermutigende Kirche mit viel Freude.

Mitten in der Altstadt finden wir einen traumhaften Ort in einem Hof, den Fingerlingsplatz, an der dritten Mauer. Dort verweilen wir etwas und geniessen die einheimische Limonade mit leckerem, selbstgebackenem Etwas. Im 13t Jahrhundert sind diese Häuser Teil der Befestigungsmauer geworden.
Den wunderschönen Tag wollen wir mit einem feinen Abendessen in einem guten Restaurant geniessen. Tamara googelt und findet mit 4.4 das Kulinarium. Auf die Bewertungen können wir uns verlassen. Alles ist perfekt und wir bleiben sehr lange genussvoll sitzen.

Wir sind so entspannt und haben so viele Fotos gemacht, dass auch unsere Mobile Akkus leer sind. So ist es uns auch nicht mehr möglich zu prüfen, ob wir noch einen Bus zurück erwischen. Im Schlendermodus laufen wir Richtung Busstation und stellen fest, dass der letzte Bus vor wenigen Minuten abgefahren ist. Ein Bus Nr. 10 kommt noch, die Zeiten sind jedoch in rot und die Fahrstrecke nicht mehr dieselbe. So schauen wir auf dem Busfahrplan, wie viele Stationen es zu unserem Zielort sind. Als nach 7 Stationen unser Name "Octavian" nicht aufleuchtet, gehe ich zum Busfahrer und frage nach. Er nickt und sagt wir sollen aussteigen und 500 Meter nach rechts und dann nach links laufen. Es ist schon lange her, dass wir in einer fremden Stadt ohne Google Maps unterwegs waren. Es fühlt sich nicht gut an. Nach einigen Schritten sehen wir den Kirchturm von unserem Campingplatz - Gott sei Dank ist der Kirchturm eine sichere Orientierung und wir finden wohlbehalten zurück. Den Abend geniessen wir in unserer Kirchenburg.

Salzburg in Rumänien- Bäderparadis Ocna Sibiului (15.7.25)
Eigentlich wollten wir heute früh abfahren, schlafen jedoch bis 9.30 Uhr. Kurz vor 12 Uhr beginnen wir noch ein interessantes Gespräch mit einem Reisenden aus Deutschland. Es wird Nachmittag bis wir uns auf den Weg zum eingestürzten Salzbergwerk machen. Auf dem Parkplatz angekommen scheint die Sonne und es ist heiss. Dort essen wir im Camper unser Mittagessen und waschen anschliessend ab. In der Zwischenzeit haben sich schwarze Wolken aufgetürmt und das angesagte Gewitter kommt genau zum Zeitpunkt, als wir unser Ticket für die Salzseen Badeanstalt gekauft haben. Einen ersten Eindruck gewinnen wir, bevor wir in eines der vielen Restaurants vor dem Gewitter flüchten.
Das Gewitter soll 2 Stunden dauern und anschliessend um 17 Uhr soll die Sonne nochmals scheinen. Optimistisch wie wir sind, glauben wir dem Wetterbericht. Die 12 Badeseen sind nach dem Einsturz des Salzbergwerkes (in den 1930er Jahren wurde das Salzbergwerk verlassen) mit Grundwasser gefüllt worden. Jeder See hat eine unterschiedliche Salzdichte. Die leicht gesalzenen Seen haben 11-20 Gramm pro Liter. Andere haben 155-185 Gramm Salz pro Liter. Wir entscheiden uns, sobald der Regen aufhören sollte, für das Baden im «Toten Meer» mit 350 Gramm pro Liter. Hier ist das Wasser sehr ölig und der Schlamm mit den Mineralien soll für die Haut und die Gelenke sehr gesund sein. 10% der Badegäste laufen mit schwarz eingesalbten Ellbogen und Knien durch das Freibad. Der Schlamm muss komplett getrocknet sein, damit die Wirkstoffe in die Haut gehen.

Nachdem der Regen nachlässt, überwinden wir uns und gehen in diesen See. Der Boden ist bedeckt mit schwarzem Schlamm, gemischt mit feinen Steinchen. Es gibt jedoch Stellen, an denen der Schlamm wie schwarzes Öl ist und darum sehr angenehm zum Einstreichen. Kaum sind wir im Wasser ruft uns aus der anderen Ecke des Sees ein einheimischer Badeprofi zu und gestikuliert, dass dort der feinste Schlamm zu finden ist - ohne kleine Steinchen und Peelingfeeling... Dort angekommen zeigt er uns den feinen Schlamm. Meine Arme sind zu kurz und Tauchen ist keine Option. Der nette Mann baggert netterweise mit seinen Füssen den Schlamm hoch und liegt auf das Wasser. Er streckt mir den Schlamm auf seinen Füssen entgegen. Ich will nicht unhöflich sein und greife zu mit den Worten «Das ist jetzt schon etwas "grenzwärtig"... Noch lange lachen Tamara und ich über diese Situation.

Das Trocknen geht länger als erwartet und in den Augen reiben ist keine gute Idee. Wir legen uns anschliessend auf das Wasser und waschen den getrockneten Schlamm von unserem Körper. Das Wasser in den Salzseen ist angenehm warm. Die Sonne kommt wie angesagt. Das perfekte Timing für einen Apéro auf dem Liegestuhl in der Abendsonne.
Salina Turda (16.7.25)
Auf dem Parkplatz der Badeseen von Ocna Sibiului haben wir sehr gut geschlafen. Heute besuchen wir das Salzbergwerk in Turda. Vorher kaufen wir noch ein. Gemüse bei einem Strassenverkäufer und anderes im Supermarkt. Die Fahrt geht mitten durch die Stadt und ist abenteuerlich, weil einige Strassen nur bis 2 Tonnen befahrbar sind und wir darum oft wenden müssen.
Bereits 1854 startete hier der Salzabbau. Mit dicken Seilen wurden die Salzblöcke über Winden mit 8 Pferden hochgezogen und in Bahnwagons aus dem Berg gebracht. Heute hat die ausgehöhlte Mine 85 Meter Länge, 50 Meter Breite und 40 Meter Höhe. Vom Hauptgang her kann die Halle heute mit einem Panoramalift besucht werden oder über die Treppen mit ca. 130 Stufen. In der Halle stehen Riesenräder, Tischtennis, Minigolf und Arenas für Theateraufführungen. Den Lift zu benutzen ist für uns keine Option. Wir nehmen jede Stufe und atmen die Salzluft in die tiefsten Ecken unserer Lunge.
Von dieser Mine können wir in die Terezia Mine hinunter sehen, welche einen Durchmesser von 75 Meter und einer Tiefe von 112 Meter. Auch dieser Bereich ist mit einem Lift oder über die ca. 110 Stufen erschlossen. Auf dem See am Grund der Mine wird mit Ruderbooten auf dem See gefahren. Sehr eindrucksvoll, wie die Minenarbeiter hier unten schuften mussten und wie viel Salz hier abgebaut wurde!
Am Abend sind wir bereits beim Eingang der Schlucht, welche wir morgen bewandern möchten. Es ist ein beliebtes Wanderziel und am Wochenende besuchen das Tal viele Einheimische. Heute ist Mittwoch und morgen ist das Wetter nur bis 14 Uhr schön. Es sollte also nicht allzu viele Wanderer haben.

Beim Abendessen gesellt sich wieder einmal ein Hund zu uns. Er sitzt artig da und wartet, bis er an der Reihe ist. Heute hat Tamara jedoch wieder so lecker gekocht, dass keine Reste übrigbleiben. Die Teller leckt er aber genüsslich aus und kommt doch noch in den Genuss von Tamara Kochkunst.
Eigentlich wäre eine Hunde- Geschirr Abwaschmaschine schon praktisch, ist aber auch etwas "grüslig". Wir reinigen das Geschirr heute sehr gründlich.
Cheile Turzi (17.7.25)
Auch heute schlafen wir sehr lange und geniessen unser Frühstück an der Sonne. Es sieht gar nicht nach Regen aus und wir starten unsere 7km Wanderung um 11 Uhr. Unterwegs treffen wir noch ein Schweizer Paar, welches wir bereits in der Salina Turda getroffen hatten und haben einen netten und interessanten Austausch über die verschiedenen oder eher ähnlichen Reise-Lebensmodelle. Sie haben einen interessanten Youtube-Kanal: www.youtube.com/@Camperfan
Der Weg führt den Fluss entlang durch die Schlucht. Links und rechts erheben sich senkrecht die rund 300 Meter hohen Felswände. Es ist kaum vorstellbar, dass unser Rundweg über die Klippen zurückführt. Infotafeln zeigen, dass es hier bereits in der Jungsteinzeit vor rund 4300 Jahren besiedelt war.
Der Aufstieg ist sehr steil und nach dem Regen sehr rutschig. Mehrere hundert Meter kämpfen wir uns in die Höhe und der Weg wird immer enger und grüner.

Den ersten der drei Aussichtspunkte erreichen wir trockenen Fusses. Das Gewitter scheint noch in der Ferne. Die Wolken sind jedoch schon bedrohlich nah.

Beim zweiten Aussichtspunkt erscheint das Tal in seiner vollen Pracht. Der leichte Regen hat in der Zwischenzeit bereits wieder aufgehört.

Erst als wir um 16 Uhr in unserem Camper das Mittag/Abendessen geniessen zieht das Gewitter über unsere Köpfe hinweg. Frisch geduscht und gut genährt sitzen wir im Camper und sind froh, keinen Schritt mehr laufen zu müssen.

Fahrt in die Moldau (18.7.25)
Von Turda in die Moldau geht es über Berg und Tal. Die Fahrt dauert den ganzen Tag und ist sehr abwechslungsreich. Die von den Bauern bearbeiteten Felder mit Mais, Sonnenblumen und Weizen erstrecken sich so weit das Auge reicht. Teilweise beginnt ein 20 Meter breites Sonnenblumenfeld an der Strasse im Dorf zwischen zwei Häusern und zieht sich der Länge nach, den Hügel hinauf. Die Bauern fahren hier öfters mit ihren Pferdewagen umher.

Die Häuser stehen hier nicht mehr Reihe an Reihe, wie in Siebenbürgen. Hier stehen die meisten Häuser frei oder sind mit einem Zaun von der Strasse abgegrenzt. Auch hier sind die Häuser vorne an der Strasse und der Bauernhof steht parallel zu Strasse weiter hinten.
Heute schlafen wir in einem Wald auf einer kleinen Passanhöhe. Es ist ruhig und wir schlafen ausgezeichnet.

Moldauklöster (19.7.25)
Das Kloster Voronet in Woronetz, das Kloster Humor in Humorului, das Kloster Sucevita und das Kloster Modovita stehen heute auf dem Plan. Darum stehen wir um 8 Uhr auf und sind bereits vor 10 Uhr auf dem Weg.
Moldaukloster Voronet
Bei diesem Kloster musste interessnaterweise die Rückseite nach dem Bau der Kirche noch verbreitert werden, weil die Maler mehr Platz für das eindrucksvolle Bild brauchten. Auf dieser Wand wird uns das jüngste Gericht vor Augen gemalt. Unser persönliches Gewissen erinnert uns daran, dass es eine Gerechtigkeit geben muss. Dieses Bild soll zeigen, dass Böses nicht ungesehen bleibt.
Speziell an diesem Kloster sind die blauen Farben, die nach mehreren hundert Jahren immer noch so stark leuchten. Diese besondere Farbe wird aus Pflanzen gewonnen. Zum natürlichen Farbstoff wurde feiner Lapislazulistaub dazu gemischt. Dadurch entsteht das mysteriöse voronet Blau, wie es von Künstlern weltweit genannt wird.
Im Inneren werden kaum biblische Geschichten oder das Leben von Jesus illustriert. Kirchengeschichte, Heilige und Märtyrer domminieren für mein Verständnis.

Moldaukloster Humor
Beim Kloster angekommen sind wir erstaunt. Das Kloster aus dem Mittelalter sieht noch richtig fresh aus. Erst beim näheren Hinschauen sehen wir, dass die moderne Kirche auch mit Aussenmalereien nach Vorlage der alten Kirchen gebaut worden ist. Das Kloster Humor ist jedoch komplett eingerüstet und nur von innen besuchbar.
Im Inneren der Kirche ist es schwierig Bilder mit biblischem Hintergrund zu finden. Menschen werden auf Bildern als Heilige dargestellt. Zum Beispiel Märtyrer, Maria, Kirchenvorsteher. Die Besucher stehen in jedem Kloster Schlange, um die Altäre/Bilder der Heiligen zu besuchen und bestimmte Rituale zu vollziehen.
Die Fahrt von einem Modaukloster zum anderen ist aufregend. Der Weg führt uns über Skigebiete und idyllische Dörfer. Die Häuser hier sind schwierig zu beschreiben. Sehr farbenfroh, Tore wie aus dem fernen Osten, Ziehbrunnen im Garten und das Gehöft parallel zur Strasse hinter dem Vorplatz. Bilder sagen mehr als tausend Worte.
Moldaukloster Sicevita
Dieses Kloster 1581 gegründet und ist der Auferstehung des Herrn Jesus Christus gewidmet. Es sieht ein wenig aus wir die Kirchenburgen in Siebenbürgen. Hat jedoch nicht den Charakter einer Burg sondern wird auch heute noch als Frauenkloster genutzt.

Im Kloster Sicevita ist die Himmelsleiter der Tugend auf die Kirchenmauer gemalt. Es wird uns hier gezeigt, dass zum Glauben auch entsprechende Taten folgen sollen. Wichtig in diesem Zusammenhang erscheint mit, dass der Glaube an die Erlösungstat von Jesus uns vor Gott gerecht macht und die guten Taten unsere dankbare Antwort auf seine Liebe sind.
Das innere der Kirche ist wie alle Moldauklöster in mehrere Räume aufgeteilt. Es erinnert mich wieder an den Tempel der Israeliten mit den verschiedenen Bereichen. Der Eingangsbereich hat Torbögen und mehrere Eingänge. Im ersten Bereich wird gezeigt, dass viele Menschen ihr Leben wegen ihrem Glauben verloren haben. Das sind sehr intensive Bilder und nichts für schwache Nerven.

In der zweiten Kammer wird das Leben von Moses mit dem Auszug von rund 1 Mio Israeliten aus Ägypten, zurück in das Land von Jakob in Israel dargestellt. Und in der letzten Kammer wird das Leiden Christi gezeigt. Leider kommt auch in diesem Raum wenig Hoffnung auf die Auferstehung auf und es gibt keine Bilder welche seine Liebe und Barmherzigkeit zum Ausdruck bringen. Es kommt mir der Gedanke, wie ich eine Kirche gestalten würde, damit wir einen kleinen Eindruck von der Grösse Gottes erhalten? Das ist in jedem Fall anspruchsvoll und ich bin froh, dass ich das nicht machen muss.
Auch sehr beeindruckend im Kloster Sicevita ist die Ausstellung von vier Büchern. Es handelt sich um Handabschriften mit dem Buchnahmen «Book oft the Four Gospels». Im Museum ausgestellt sind die vier Biographien in rumänischer Sprache vom Leben von Jesus. Diese wurden in den Jahren 1598-1607 von Hand abgeschrieben und in einem Buch zusammengefasst. Eines der Bücher war in privater Hand von Prinz Jeremia aus Movila. Er hat das Exemplar dem Kloster geschenkt.

Moldaukloster Modovita
Wir haben bereits etwas den Klosterkoller. Geben uns aber einen Ruck uns besuchen in der Abendsonne noch das letzte Kloster für heute.

Auch dieses Kloster wird von Nonnen geführt. Der Garten ist liebevoll gepflegt und am Eingang begrüsst uns eine freundliche Nonne. Der Ort strahlt eine gewisse Ruhe aus. Wir setzen uns in den Garten und lassen es auf uns wirken.
Im Inneren fällt mir hier wieder das Cheminée im einem der Räume auf. Ich möchte gerne wissen, warum es in der «Grabkammer» ein Cheminée gibt. Ich habe mal gehört, dass eines Tages ein Kirchenvorsteher auf die Idee kam, wie zusätzliche Einnahmen generiert werden könnten. Es sollte in bestimmten Kirchen besondere Räume geben, um Tote nachträglich zu taufen. Die Kirche verbreitete damals, dass nur wer zur Kirche gehört (getauft ist) in den Himmel kommt. Religiöse Menschen konnten nicht getaufte Angehörige nach dem Tod in die Kirche bringen. Dort wurden sie aufgebahrt und ihnen eine Feder auf die Oberlippe gelegt. Nun wurde das Taufritual für entsprechendes Geld nachgeholt und der Raum dabei erwärmt. Nachdem der Körper genügend aufgewärmt war, löste sich die Restluft aus den Lungen und die Feder wurde bewegt oder weggeblasen. So meinten die Angehörigen, dass der Tote, bevor die Seele entwich, noch getauft und somit in den Himmel kommt. Hoffentlich hatte dieses Cheminée im kleinsten Raum der Kirche einen anderen Zweck.

Nun ist es wieder Zeit, um einen Schlafplatz zu finden. Das ist nicht so einfach, wenn das Internet kaum verfügbar ist. Schlussendlich finden wir einen ruhigen Platz am Fluss. Heute gesellt sich eine Kuh zu uns und hofft, dass wir sie von ihren prallen «Eutern» befreien. Sie muht noch und trottet dann Richtung Stall.

Maramureș - Holzklöster im Izatal (20.7.25)
Kaum kommen wir von der Moldau nach Maramureș ins Izatal verändert sich auch der Baustil. Nicht nur die Kirchen werden hölzern, sondern die Häuser sind neu mit Mäander verziert.
Es ist Sonntag und die Menschen auf der Strasse sind festlich gekleidet. Sie verbringen die Zeit in Gruppen vor dem Haus an der Strasse. Es herrscht eine fröhliche Stimmung in diesem Tal.
Bogdan Voda
Diese Region wurde von den Drakern geprägt. Ich weiss nicht warum, aber diese Kirchen erinnern mich etwas an die Holzkirchen in Norwegen. Die erste Kirche steht gleich neben einer modernen Kirche und leider ist die alte Kirche geschlossen. Das Holz soll innen auch wundervoll bemalt sein.
Holzkirche in Leud
Die idyllisch gelegene Holzkirche auf einem kleinen Hügel fasziniert uns. Umgeben von Gräbern erinnert uns die Kirche daran wie kurz das Leben ist und dass es wichtig ist, das Leben zu ergreifen. Die Übersetzung das "Leben zu pflücken" gefällt mir noch besser. "Carpe diem", wie es so schön heisst, hatte für mich bis heute den Nachgeschmack von "nutze die Zeit" so nach dem Motto "schaffen, schaffen Häusle bauen". Das wirkt für mich so, als ob das Leben nur dazu da wäre etwas zu tun und nicht auch dankbar das Leben zu empfangen und zu geniessen. Sorry für meinen philosophischen Abstecher...

Rozavlea
Wir parken direkt an der Strasse und betreten den Friedhof mit der schönen Kirche. Gott sei Dank hat uns jemand gesehen und kommt, um uns die Kirche aufzuschliessen.

Diese Kirche begeistert uns. Wir bleiben sehr lange in der Kirche und lassen uns von den Bildern inspirieren. Das Evangelium von Jesus ist unspektakulär und ermutigend in Bildern dargestellt. Im Dachhimmel thront die Trinität (Vater, Sohn und Heiliger Geist).

Eine der ersten Kirche, welche die wichtigsten Phasen der letzten Tage Jesu gut bebildert. Abendmal mit seinen Freunden, Jesus wäscht die Füsse seiner Freunde um uns zu zeigen, dass wir mit unserem Leben anderen Menschen dienen sollen und auch die Szene in Gethsemane, wo Jesus von einem seiner Jünger aus Geldgier verraten wird.
Was auch eher selten gezeigt wird, ist die Auferstehung von Jesus. Oft bleibt er am Kreuz hängen und stirbt. Aber ohne seine Auferstehung wäre der Glaube nichts wert. Ein Gerichtsjournalist (Lee Strobel) wollte seiner gläubigen Frau beweisen, dass die Auferstehung nicht glaubwürdig ist. Er recherchierte und fasste seine Erkenntnisse im Buch "Der Fall Jesus" zusammen. Gibt es auch als Film zum runterladen-sehr zu empfehlen. Wir haben heute seit 2 Jahren keinen Fernseher mehr. Muss schon sagen, dass mir ab und zu, also bei Regen, ein guter Film fehlt. :-)
Kloster Barsana

Sehr imposante Gebäude werden hier inklusive dem Garten bezaubernd gepflegt. Dank einem Sponsor wurde dieses Kloster wieder komplett hergestellt und im alten/ursprünglichen Stil aufgebaut..
Im Izatal gibt es spannende Traditionen. Früher fand auf einem Berg jährlich ein Tanzanlass für Junge Leute statt. Das war die Partner-Vermittlung Plattform in diesem Tal. Damals wurde auch nicht lange gefackelt, sondern nach der "Liebe auf den ersten Blick" konkrete Schritte unternommen. Ein weiterer nützlicher Brauch in diesem Tal ist der Pfannen-Baum. Wenn Bäume mit Pfannen an den Ästen im Garten stehen, bedeutet das nichts anderes, als dass hier die Frau des Hauses bereits verheiratet ist und der Junggeselle weiter ziehen muss. Ob die Ehefrau glücklicher ist, je mehr Töpfe am Baum hängen, weiss ich nicht. :-)
In Oncești finden wir den schönen Stellplatz über Park4night und landen im Garten einer sehr netten Familie. Der Gastgeber zeigt uns als erstes das kleine Museum mit den 100 jährigen Werkzeugen. Netterweise macht er auch ein Feuer und zeigt uns mit dem Blasbalg, wie früher der Hufschmied gearbeitet hat und wir werden noch mit Zucchini und Zwiebeln aus dem Garten beschenkt :-). Bud Mariana ist der Name der Pension/Campingplatzt, den du dir bei einer Reise durch das Tal einplanen kannst: https://park4night.com/en/place/120358. Es war ein schönes Erlebnis mit dem Eigentümer zu plaudern und mehr über die rumänischen Traditionen und politischer Lage, auch im Hinblick auf die nahe ukrainische Grenze, zu erfahren.
Diese Woche fahren wir Richtung Ungarn. Ein Pärchen, dass wir in Norwegen getroffen haben kommt aus Richtung Slowakei und vielleicht schaffen wir es uns zu treffen am Balaton, deutsch Plattensee, das ist der größte Binnensee und der bedeutendste Steppensee Mitteleuropas.
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