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Vorbereitungen - Abreise nach Südamerika

Walter Blattmann
vor 4 Stunden
8 Min. Lesezeit

Nach 42 Länder freuen wir uns auf ein neues Abenteuer. In den nächsten Monaten besuchen wir die nächsten 3 Länder. Zuerst werden wir Uruguay besuchen. Argentinien durchqueren und den Anden entlang nach Ushuaia an den südlichsten Ort der Welt fahren. Mit dem Schiff durch die Magellanstrasse nach Chile an die Caretera Austral bis nach Santiago de Chile. Aktuell geniessen wir unsere liebe Familie, gute Freude und die schöne Schweiz.


Nach zwei Jahren reisen bin ich endlich in der Gegenwart angekommen. Es gelingt mir besser im "Hier" und "Jetzt" meine Gefühle zuzulassen und präsent zu sein. So viele Jahre habe ich geplant, Mitarbeitende den Raum zu geben, einen nützlichen Beitrag zu leisten, Marktbearbeitungsstrategien entwickelt und 5 Jahrespläne geschmiedet. Oft von Leistungsdruck angetrieben und bestrebt die Erwartungen anderer zu erfüllen. Vieles aber auch aus dem positiven Antrieb etwas Sinnvolles mitzugestalten. Mein Motto "wenn ich etwas mache, dann richtig". Als ich vor Jahrzehnten bei einem Vertrauten gesagt habe, dass ich Angst davor habe die Ziele im neuen Geschäftsjahr nicht zu erreichen obwohl ich die letzten Jahre die Ziele immer erreicht hatte, meinte er: "Höre ich etwas Undankbarkeit aus deinen Worten?". Wie recht er hatte! Bei allem was wir erleben und tun, sollten wir die Dankbarkeit für das was wir haben nie aus den Augen verlieren. Das gilt für mich im Reisealltag als auch für alle im Arbeits- und Familienalltag. Darum bin ich auch zutiefst dankbar über unseren Heimaturlaub und die Begegnungen.


Das Leben hat viele Seiten und unser Lebensbuch ist noch nicht fertig geschrieben. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass dieses Bild irgendwie zum Thema passt :-)

Das Motto von Tamara heisst: "Dankbar reisen!" Wir wissen auch nicht wohin unsere Lebensreise führt aber: "Das Glas ist weder voll noch halb leer, wir sind dankbar ein Glas zu haben!" Walti & Tamara


Anfang August verbringen wir tolle Tage mit langjährigen Freunden in den Bergen in ihrem selber umgebauten Maiensäss. Die Schweiz ist ein Traumland. In der Nähe von Filzbach geniessen wir die Aussicht auf den Walensee und die Churfirsten.


Mit einem Reisebekannten (90) und seiner Partnerin gehen wir im Klöntalersee und im Walensee baden. Unser Ziel für das Alter ist nun klar: Mit 90 wollen wir auch noch von Weesen nach Betlis laufen und dort schwimmen gehen können. Wir geniessen das kühle Nass bei den hochsommerlichen Temperaturen.

Es ist schön bei unserer Tochter und ihrem lieben Mann zu wohnen. Immer wieder geniessen wir von der Terrasse aus den schönen Sonnenuntergang.


Auch in Laax besuchen wir langjährige Freunde. Wir teilen unsere Erlebnisse und Gedanken. Am nächsten Tag unternehmen wir eine schöne Alpwanderung. Die Dürre in diesem Sommer ist spürbar. Riesige Tannen können sich mit ihren Wurzeln im trockenen Boden nicht mehr halten. Die Böen sind zu stark und reissen erwachsene Bäume um.


Immer wieder zieht es uns nach Zürich. Wir lieben diese Stadt sehr und haben dort 50 Jahre unseres Lebens verbracht.



Im August feiern wir Taufen in der Kirche. Es ist immer spannend zu hören, wie Menschen unabhängig von einer Institution, die Liebe und Vergebung von Jesus kennen lernen. Diese Geschichten bewegen mich immer wieder und bestätigen für mich den Glauben: Jesus sagt: Wer mich sucht, wird mich finden". Seine Liebe und Vergebung sind sein Gerechtigkeitsangebot für alle Menschen.

Auch das Einsegnungsfest von unserem Enkel ist ein Highlight. Viele geladene Gäste teilen diesen wichtigen Anlass mit der Familie. Bei einer Einsegnung stellen die Eltern ihr Kind unter den Segen Gottes und die Menschen in der Kirche beten dafür, dass das Kind im Erwachsenenalter die Liebe von Jesus erkennt. Wie einzigartig ist der christliche Glaube: "Wir erhalten mit der Vergebung alles und durch die erfahrene Liebe entsteht Freiheit".

In einer der vier Biographien von Jesus, derjenigen von Matthäus steht im Kapitel 5 im Vers 3:"Glücklich sind die, denen bewusst ist, dass sie Gott brauchen".


Etwas Überwindung brauchen Tamara und ich, um uns an den "Frühlingsputz" zu machen. In Patagonien beginnt nämlich der Frühling, wenn wir ankommen. So talgen wir die Silikondichtungen und putzen alles gründlich. Wir merken, dass der Schlauch von unserem beweglichen Lavabo gebrochen ist. Nach mehrmaligen Versuchen habe ich es geschafft die Schläuche einigermassen zu ersetzen und neu zu fixieren. Wir haben nach 4 Jahren zwei Armaturen ersetzt und auch die Dichtung der Küchenspüle ersetzt. Beim Putzen zeigt sich jedoch, dass die "Nicht-Original-Dichtung" des Spühlbeckens nicht hält. Und es sind nur noch wenige Tage bis zur Abfahrt nach Hamburg...


Auch das stottern des Motores bei 1800 Touren lässt mich immer wieder zusammen zucken und verunsichert mich zunehmend vor der Verschiffung von Hamburg nach Montevideo. Kurz entschlossen organisieren wir einen online Software Termin für das Motorenstottern. Gut haben wir einen USB Dongl mit dem unser Partner über den Fahrzeugzustand Bescheid weiss und auch neue Software einspielen kann. Auf der Fahrt nach Hamburg machen wir eine Pause und laden die neue Software runter. Es funktioniert einwandfrei und das stottern ist weg.


Bei der HRX https://hrx-reisemobile.de/ haben wir auch noch einen Termin auf unserer 926 km langen Fahrt nach Hamburg. Dort wird eine Originaldichtung beim Spülbecken montiert und auch die Befestigungselemente korrekt eingestellt. Zudem kontrolliert HRX spontan auch noch den Abwasserschlauch. Der sollte auch wieder dicht sein. Danke HRX.

Die nächsten 770 km verfliegen wie im Flug. Tamara und ich "psychen uns ein" in einen Hörbuch Thriller. Auf dem Campingplatz "Hohes Elbufer" schlafen wir ruhig ein. Von dort sind es am nächsten Tag nur noch 40km bis zum Hafen. Dort haben wir um 10.30 Uhr einen Time Slot um auf das Hafenareal zu fahren.



So viele Jahre haben wir uns überlegt, wie es wäre mit unserem Auto nach Südamerika zu reisen. Welches Auto brauchen wir dafür? Wie funktioniert die Verschiffung? Welche Formalitäten müssen für die Reise geregelt sein? Wie gut muss unser Spanisch sein?

Unsere Erfahrung ist, dass "der Mensch denkt und Gott lenkt". So vieles haben wir schon geplant und die Umsetzung hat anders ausgesehen als wir uns das vorgestellt hatten. Die schönsten Momente sind nicht geplant, sondern spontane Erlebnisse unterwegs: Verweilen an besonderen Orten oder Begegnungen mit anderen Menschen und Lebensmodellen. Trotzdem haben wir unser Auto für die Verschiffung nach bestem Wissen und Gewissen vorbereitet.


Wie haben wir unser Auto abgesichert, gegen Einbrüche auf der Reise oder bei der Verschiffung? Die Seitenfenster sind zusätzlich mechanisch verriegelt. Für die Dachfenster habe ich eine Eigenkonstruktion gemacht. Das Auto wird von Hafenmitarbeitenden auf das Schiff verladen. Darum müssen alle Schlüssel angeschrieben abgegeben werden. Das heisst, dass Sicherheitsschlösser nicht wirklich hilfreich sind. Trotzdem verbinde ich im Kofferraum die wichtigsten Gegenstände mit einer Kette. Auch die Fahrerkabine trennen wir "psychologisch" mit Tücher ab, damit sich der Fahrer nicht spontan in unseren Kästen verweilt. Die Autonummern (Kennzeichen) werden in Südamerika gerne abgeschraubt. Darum haben wir für die Reise auch eine Fakenummer bestellt.


Das Hafenareal finden wir einfach und so stehen wir 10.29 Uhr vor der Barriere. Ticktack und die erste Barriere geht auf. Wir fahren durch. Nach uns schliesst sich die Barriere wieder und diejenige vor uns öffnet nicht. So stehen wir da im Barrieren Sandwich. Tamara steigt aus, findet aber keinen zweiten QR Code Leser. Nach gefühlten Minuten öffnet sich auch die zweite Barriere und wir befinden uns auf dem Hafenareal. Warnwesten sind hier Pflicht. Nun ziehen wir im Hafengebäude eine Nummer und checken unseren Wagen für das Survey ein. Diesen Termin haben wir auf 11 Uhr gebucht.


Nachdem wir die Frachtpapiere erhalten haben, darf nur der Fahrzeuglenker durch die nächste Schranke fahren. Ich bringe den Wagen zum blauen Container für den Survey Termin. Dort wird das Fahrzeug kontrolliert, dass keine Drogen, Waffen, Flüssigkeiten und keine Gase im Fahrzeug sind. Zusätzlich wird der Fahrzeugzustand von innen und aussen fotografisch für die Versicherung dokumentiert. Die Prüfung bestehen wir einwandfrei. Es fühlt sich komisch an den kompletten Schlüsselbund in fremde Hände abzugeben. Und unser Auto sieht zwischen den MAN Fahrzeugen wie ein Spielzeug aus. In diesem Moment fällt wieder auf, dass Tamara und ich uns schon sehr stark reduziert haben.


Tamara ist überrascht, dass alles so schnell vorbei ist. So lange haben wir uns überlegt, wie sich das anfühlt. Ohne Auto und ohne Autoschlüssel verlassen wir das Hafenareal, um Hamburg zu erkunden. Wir wissen, dass das ein Meilenstein auf unserer Abfahrt ist.


Sechs Tage bleiben wir in einem AirBNB in Nordstett Mitte, einem Vorort von Hamburg. Wir sind nicht unglücklich, dass es die ersten 3 Tage regnet. So haben wir Zeit, um uns auf den neusten Stand der Netflix Filme seit 2023 zu bringen. Die Sonne ruft uns aus unserer Netflix Sucht und wir freuen uns auf Hamburg.


Hamburg begeistert uns von Beginn an. Eine historische Stadt mit Geschichte, grosszügig gebaut, mit vielen Grünflächen und imposanten Gebäuden. Die Speichertstadt ist einer der grössten der Welt.

Das beeindruckende Opernhaus ist eines der ersten Highlights. Die Elbphilharmonie wurde vom Schweizer Duo Herzog&de Meuron entworfen. Natürlich besuchen wir den Balkon des Opernhauses. Wir haben Glück, erst ab dem 1.10.26 kostet der Besuch des 9 Jahre alten Gebäudes.


Immer wieder schlendern wir durch die Kanäle und essen Fisch zu einem guten Glas Wein. Eine Stadt zum verweilen und natürlich auch zum shoppen.


Tamara und ich sind zum ersten Mal in Hamburg und buchen die grosse Hafenrundfahrt. Sehr empfehlenswert!


Die Hafenrundfahrt ist eindrücklich. Auf den grossen Containerschiffen sind bis zu 24'000 Container verfrachtet. Bei 9-12 Meter hohen Wellen und rund 30 Grad Neigung wird es für die obersten Container kritisch. Ein Kranführer greift in 1.5-2 Minuten einen Container, hebt diesen ab und setzt ihn am vorgesehenen Platz wieder ab. Diese Akkordarbeiter arbeiten rund 4h. Dann nimmt die Konzentration ab und das Risiko von Unfällen steigt. Eine gute Blase ist auch eine Voraussetzung für diesen Job...

Auf dem Bunker aus dem zweiten Weltkrieg ist die Aussicht fantastisch. Es sind nur 365 Treppenstufen bis zur höchsten Plattform. Der für 18'000 Personen ausgelegte Schutzraum wurde von bis zu 30'000 Menschen benutzt. Der Bunker ist quadratisch mit 70.5 Meter Länge. Heute befindet sich oben aufgebaut ein Hotel und Wohnungen.

Am Sonntag besuchen wir die Kirche ICF Hamburg und sind beendruckt von den Liedern, Lebensgeschichten und der Predigt. Einen Besuch können wir sehr empfehlen.

Auch unseren 35. Hochzeitstag feiern wir gemütlig am Hafen in der Abenddämmerung.

Nach dem leckeren Abendessen fahren noch ein Feuerwehrboot und ein Kreuzfahrtschiff an unsrem Tisch vorbei. Anschliessend machen wir einen Verdauungsspaziergang auf der Reeperbahn. Wir sind wieder auf unserem Tagesschnitt von >25'000 Schritten angekommen.

Pünktlich auf den Geburtstag unseres Enkels sind wir wieder zu Hause in der Schweiz. Es ist ein besonderes Fest. Tamara und ich durften seine ersten Laute/Worte und Schritte miterleben. Das ist für uns ein grosses Geschenk.



Nun beginnt die Unruhe. in zwei Tagen wird unser Auto verladen. Mit Trackiwi und dem Mercedes App, haben wir eine gute Möglichkeit das Auto zu verfolgen. Die Türen werden entrieget und das Fahrzeug bewegt sich auf dem Hafengeläde. Die Türen werden nicht mehr verschlossen und es steht in einer Ecke im Hafen. Nun wird es wieder bewegt und die Türen gehen auf und zu. Jetzt sollte das Auto eigentlich im Schiff verladen sein. Es steht aber immer noch am Ufer. GPS Signal verloren..., ist das Auto jetzt im Schiffsbauch oder gehackt und gestohlen? Auf den unteren Bildern findet ihr die drei Apps Trackiwi, MercedesMe und den weltweiten Schiffsverkehr auf www.marinetraffic.com



Wir erhalten die Frachtrechnung. Das Auto sollte jetzt im Schiff sein. Ob das so ist, wissen wir erst in Montevideo..


Ein wunderschönes Weekend verbringen wir mit Freunden und Familie im Toggenburg. Das Wetter ist fantastisch. Am Kaminfeuer geniessen wir unser letztes Fondue in der Schweiz.


Nun wird die Abreise konkret. Wir sind auf dem Flughafen Kloten angekommen. Unsere Familie und Freunde beten noch für uns in der bye bye Bar und begleiten uns anschliessend bis zu Passkontrolle. Der Abschied fällt uns nicht leicht. Es waren sehr intensive und herzbewegende Monate mit Familie und Freunden.


Nun sitzen wir vor unserer grossen Reise am Flughafen und warten bis das Flugzeug abhebt. Schön, dass du uns über den Blog begleitest.



 
 
 

2 Kommentare

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Ana Castillo
Ana Castillo
vor 3 Stunden
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Ah, olvide de mencionar. El año pasado visité Hamburgo también por primera vez y tenía la misma experiencia como vosotros. Me fascinó mucho e los barcos y el puerto = qué impresión más fascinante 🧐

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Ana Castillo
Ana Castillo
vor 3 Stunden
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Os deseo un buen viaje al otro lado del atlántico y q todo salga bien. Q dios os acompañe y bendiga para vuestras nuevas aventuras en el continente Latino. Un abrazo fuerte

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