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Kanarische Inseln - Gran Canaria - (Teil 2)

  • Walter Blattmann
  • vor 2 Tagen
  • 11 Min. Lesezeit

Die Kanarischen Inseln haben und bis jetzt begeistert. Darum freuen wir uns wie kleine Kinder auf die letzte Woche in Gran Ganaria.



Caldera del Tejeda (19.4.26)

Heute machen wir Wanderpause und fahren mit dem Auto die Route über die GC60 und GC600 entlang des Kraterrandes. Am Mirador Degollada Becerra finden wir nicht nur eine tolle Aussicht, sondern auch ein Hostel mit Museum. Dort werden die Ureinwohner um die Caledera beschrieben.


Am Cruz del Tejeda machen wir halt, um das alte steinerne Kreuz zu besuchen und die Aussicht auf die Kraterlandschaft zu geniessen. Heute ist Sonntag und der Platz und die Strassen sind voll von Motorradfahrer. Das Kreuz wurde hier 1960 als Orientierung errichtet, weil hier viele Wege quer durch die Insel zusammenführen.

Tejeda «uno de los pueblos mas bonitos de España» liegt mitten im Krater, welcher einen Durchmesser von 17 km hat. Das Dorf ist entlang einer Moräne im Tal erhöht gebaut worden. Bei starkem Regen bleiben die Häuser dort von den reissenden Bächen verschont. Zudem haben die Einwohner fruchtbare Plantagen an den Barrancos entlang angelegt.


In der Kirche von Tejeda sehe ich eine der schlimmeren Darstellungen, die ich bisher gesehen habe. Nichts auf diesem Bild entspringt der Bibel, welche die Basis des christlichen Glaubens ist: Maria sitzt im Himmel als Königin, Jesus als 8-jähriger neben ihr. Engel fliegen um sie herum und ein Engel hält eine Frau, welche Heiligenbilder die Maria in den Händen hat, küsst. Ein anderer Engel holt einen anderen Menschen aus dem Fegefeuer. Viele andere Menschen schreien im Feuer und niemand hilft ihnen. Es ist eine Schande, dass Menschen während fast 1500 Jahren für dumm verkauft worden sind, damit die katholische Kirche ihre Macht ausbauen konnte. Auf unserer Reise treffen wir immer wieder Menschen, welche wegen den Auswüchsen der Katholischen Kirche nicht mehr glauben können / wollen. Ich versuche in solchen Fällen den Unterschied von religiösen Organisationen und einem Glauben an Jesus zu erklären. Ich bete mindestens wöchentlich, dass ich niemals der Grund bin, damit jemand den Glauben an Jesus nicht ernst nehmen kann.



Das Dorf ist malerisch und obwohl der Luftqualitätsindex 40-50 ist, laufen wir durch die schönen Gassen. Das Dorf ist bekannt für die Honig, Mandel und Pistazien Süssigkeiten. Es reihen sich Konditoreien aneinander und ich bin jemand, der mit den «Augen isst». Sobald ich etwas Feines sehe, bekomme ich Appetit. Darum genehmige ich mir einen Hefebretzel mit Pistaziencreme. :-)

Nun bekommt Tamara auch Hunger und wir suchen ein gutes Restaurant. In einem lokalen Restaurant bestellen wir eine kanarische Platte und trinken dazu einen Weisswein aus Lanzarote. Ich muss sagen, dass die Kartoffeln und der Käse schwer auf meinem Bretzel liegen. Darum bin ich auch froh, dass wir noch einige Meter bis zum Auto haben. Auf der Weiterfahrt sehen wir nochmals den Barranco mit dem Regenwasser und das Tal von Tejeda.

Am Mirador Cruz de Timagada gibt es doch noch eine kleine Wanderung auf den Aussichtspunkt. Der kurze Aufstieg hat sich gelohnt. Wir stehen mitten im Krater und rund um uns die schönsten Felsmassive.


Die Fahrt von Tejeda nach Maspalomas wird als eine der imposantesten Strecken auf Gran Canaria beworben. Diese Strasse unbedingt bei klarem Wetter fahren. Auf keinen Fall bei Regen oder nach langem Regen. Die Strassen könnten durch Felsstürze blockiert sein. Im Normalfall sind die Strassen aber die reine Sightseeing-Tour.

Nun kommen wir am Mirador del Pico de Los Pozos de Las Nieves an dem höchsten Punkt von Gran Canaria. Der Morro de la Agujereada ist 1956 Meter über Meer und somit der höchste Punkt von Gran Canaria.


Besteigung zum Fusse des Roque Nublo (20.4.26)

Wieder versuchen wir den Sonnenaufgang einzufangen. Es gelingt uns leider wegen der Wolken nicht. Tamara streckt den Kopf aus unserem Dachfenster, um den Sonnenaufgang und das Wolkenmeer zu bewundern.

Anschliessend fahren wir nochmals zum Pico de las Nieves, dem höchsten Punkt von Gran Canaria. Heute sind wir alleine, weil wir so früh unterwegs sind. Von hier aus sehen wir das ganze Panorama der Caldera Tejeda, welches wir bewandert haben. Den Teide auf der Insel Teneriffa mit dem Nublo sind zu sehen.

 

Nun fahren wir zum Roque Nublo. Um diesen Berg zu begehen, musst du online einen Zeitschlitz reservieren. Unsere Reservation ist um 12 Uhr. Da es nur ca. 4 Parkplätze hat, wollen wir heute den Sonnenaufgang anschauen und dann direkt einen der Parkplätze ergattern. Am Morgen sind alle Parkplätze frei, aber es ist Parkverbot. Das interessiert wahrscheinlich niemanden, trotzdem fahren wir zum offiziellen Parkplatz nach Llanos de la Pez. Dort soll es eine Busstation haben. Da wir früh unterwegs sind, laufen wir rund eine Stunde vom Parkplatz zum Roque Nublo. 15 Minuten vor unserem Zeitschlitz sind wir dort. Auf dem Weg nach oben stehen die Blumen Spalier. Die Felsen zeigen besondere Formationen mit Löchern und ein Felsen ragt aus den Bäumen. Er sieht aus wie ein älterer Wanderer mit Bierbauch und grossem Rucksack.

Oben angekommen sind wir fast alleine. Tamara und ich steigen über die Felsen und geniessen die atemberaubende Aussicht. Je näher ich am Abgrund stehe, desto atemberaubender wird es!


Wieder einmal hat Tamara ihre Höhenangst überwunden und wir geniessen zusammen einen wunderbaren Wandertag.

Wenn du dich jemals wieder ärgerst wegen den «Krottenböschen», dann erinnere dich an dieses Foto. Wenn du die Blumen länger wachsen lässt, werden sie «Bäume».

Die Wanderung auf den Roque Nublo war ein super Erlebnis. Voller Adrenalin und Dopamin kommen wir wieder am Fuss des Berges an. Nach einer gefühlten Stunde kommt der Bus. Jeder zahlt einzeln beim Chauffeur und es warten rund 40 -50 Personen. Bei «unserer Haltestelle» in Llanos de la Pez, rast der Bus weiter nach Llanos de la Cruz. Irgendwie hatte der Name der Haltestelle sehr ähnlich geklungen. Fast gleich, heisst für uns 1 Stunde zu Fuss noch zum Auto laufen. Endlich haben wir es geschafft.

Nun geht die Fahrt durch die Schlucht zum Aussichtpunkt Degollada Las Yeguas. Diese Fahrt nach Maspalomas ist eine der schönsten Strecken auf Gran Canaria. Vom Aussichtspunkt sehen wir bis nach Maspalomas und in das Tal.

In Maspalomas parken wir wieder an der ruhigen Strasse in der Nähe der Strandpromenade. Pünktlich zum Sonnenuntergang kommen wir an. Die nahegelegene Fabrik sieht im Sonnenuntergang aus wie eine Stadt aus einem Endzeitfilm.


Playa Meloneras und treffen mit Familienfreund (21./22.4.2026)

Nach den Wandertagen gönnen wir uns einen Strandtag an der Playa Melonares. Am nächsten Tag treffen wir uns zum Mittagessen mit einem Familienfreund um 14 Uhr am Hafen von Puerto Blanca. Peter hatte in den 90er Jahren meinen Eltern geholfen einen Bungalow zu kaufen. In den anschliessenden Jahren entstand zwischen meinen Eltern und ihm eine Freundschaft. Peter hatte auch am 60. Geburtstag meiner Mutter ein Schiff für unsere Familie organisiert, auf dem wir zusammen feiern konnten. Nachdem meine Mutter 2008, bei einer vorsorglichen Darmspiegelung bei einem Unfall verstarb, verkaufte mein Vater den Bungalow. Auch der Verkauf wurde wieder mit der Hilfe von Peter abgewickelt. Ich hatte Peter seit 2001 nicht mehr gesehen und war gespannt, wie es ihm geht. Das Treffen war ausserordentlich herzlich und er hat uns erzählt, wie es hier ausgesehen hat, als er vor rund 50 Jahren hierher gekommen ist. Seine Lebenslust hat er bis heute nicht verloren. Hoffentlich sind wir in 20 Jahren auch noch so interessiert und flexibel.

 

 Valle Vaca dem Antelope Canyon von Gran Canaria (23.4.2026)

Dieses Tal haben uns Bernd und Ingrid empfohlen, weil es kaum touristisch erschlossen ist und nicht gut zu finden. Trotzdem parken immer wieder einzelne Touristen am Strassenrand, um über die Leitplanke in die Schucht zu klettern.


Wegen der Sonneneinstrahlung, wenn sie dann scheinen würde, wäre die beste Besuchszeit über Mittag. Ich empfehle jedoch vor 10 Uhr am Morgen dort zu sein, wenn du die Ruhe an diesem schönen Ort geniessen willst.


Vor dem Valle Vaca fahren wir nach Agüimes. Ein sehr hübsches Dorf, das einen Besuch wert ist.


Nach Agüimes fahren wir in das Tal von Guayadeque. Dieses Tal erstreckt sich über nur 10 Kilometer von 1919 Meter über Meer bis zum Meer. Das bedeutet, dass in diesem mehrere Klimazonen erlebt werden. Vom Gebirge zur Wüstenlandschaft. Darum haben sich hier auch Ureinwohner von Gran Canaria angesiedelt. Tamara und ich lassen uns den Museumbesuch im Tal nicht entgehen. Wir lesen viel über die Gewohnheiten der Ureinwohner und den Barranco. 35 Brunnen haben die Bewohner des Tals bis zu 170 Meter senkrecht in den Felsen gebohrt. Das Grundwasser floss den Vulkanschichten entlang und wurde von dort abgeschöpft. Später haben die Menschen mehrere hundert Meter lange Tunnels waagrecht gebohrt und die Wasseradern direkt angezapft. Dadurch sind die meisten Ziehbrunnen leider ausgetrocknet. Die Ureinwohner haben sich in den Höhlen entlang der Felswände angesiedelt. Diese durch Gase in der Lava entstandenen Höhlen wurden durch Wind und Wetter geöffnet und bewohnbar gemacht. Auf dem letzten Bild rechts unten ist eine Mehrfamilienwohnung über mehrere Stockwerke gut ersichtlich.

Am Abend kommen wir an der Playa del Pozuelo an. Der erste Platz mit direkter Meersicht ist frei. Diese Einladung nehmen wir gerne an.


Es ist noch hell und so laufen wir zum Naturspektakel El Bufadero. Die Tunnelsysteme im Basalt-Gestein lassen den Wasserspiegel in den natürlichen Schwimmbecken um 2 Meter hoch und runter bewegen. Zwischendurch spritzt das Meereswasser auch aus Löcher im Lavagestein meterhoch in die Luft. Überall wird gewarnt auf die Felsen zu gehen, weil das Wasser unberechenbar ist. Ein Einheimischer kommt jeden Tag mehrmals hierher, um ein Bad zu nehmen. Er sitzt mutig am "Schwimmbeckenrand" und freut sich über grosse und kleine Überschwemmungen. Am nächsten Tag sehen wir, wie der Mann mit einem Kopfsprung ins kühle Nass springt und mit der nächsten Flut wieder auf die Felsen geschwemmt wird. Für uns Städter ist das ziemlich lebensmüde. Er schreit jedoch jeder Mal vor Lebensfreude auf, wenn er angespritzt wird. So unterschiedlich können Lebenslagen beurteilt werden.

 

Der Abend ist noch jung und Tamara und ich haben etwas Bewegungsdrang. Darum laufen wir in die nahegelegene Stadt Punta de la Mareta. An dieser Küste kommen alle Extreme zusammen. Selbstgebaute Steinhäuser auf der Küste, Schönste Villen mit Pool und Meersicht und die schlimmsten Immobiliensünden. Reich, arm und Spekulanten bauen nach ihren Geschmäckern Häuser an dieser Küste. Keine Hotels oder Bungalow Anlagen sind zu sehen.


In Punta de la Mareta angekommen wird uns klar, dass wir nie in Meeresnähe bauen würden. Fassaden und Geländer und auch die Strassen sind stark belastet von Salz, Wind und Wasser. Die Nähe zu Las Palmas drängt dazu günstigen Wohnraum zu schaffen. Günstige und schwierige Wetterbedingungen lassen sich jedoch nur unschön kombinieren. So ist das eine oder andere Bauprojekt eher bedenklich.

In einem Block mit hunterten von Wohnungen sind nur ca. 40% fertiggestellt. In den anderen Stockwerken haben sich die Mieter selber Mauern und Fester eingebaut. Dieser Stadtrundgang zeigt uns wieder, dass wir dankbar sein dürfen über alles was wir in der Schweiz haben dürfen.

Einheimische Strände an der Ostküste (24.4.2026)

In unserer Nachbarschaft hat es hübsche Häuschen mit Meersicht. Gleich daneben an der "Stadtmauer" haben sich Wohnwagen und Zeltstädte gebildet. Einige haben einen farbigen Zaun um ihr "Grundstück" errichtet. Sie kennen sich untereinander und rufen sich früh am Morgen bereits Grussworte zu. Die Stimmung scheint freundlich und entspannt.

Gleich am Morgen laufen wir nochmals zum Naturspektakel mit den "Lift-Schwimmbecken". Unser Freund ist bereits wieder am Baden und grüsst auch die vielen Fischer herzlich.

Der Strand von Hoya del Pozo ist schwarz und mit den hohen Wellen der letzten Tage hat es Muscheln und Korallen angespühlt, die ich das letzte mal im indischen Ozean gesehen habe. Tamara verbringt den Tag am Strand und ich verweile mich im geschäftlichen "Power Point". Auch die nahegelegene Playa de la Garita und Playa del Hombre sind sehr schöne und einsame Strände.

Nach unserem Strandtag fahren wir Richtung Las Palmas. Dort ist es nicht einfach einen Stellplatz zu finden, an dem noch nie jemand ausgeraubt worden ist. Bernd und Ingrid haben uns einen halbwegs sicheren Standplatz mit Aussicht auf Las Palmas empfohlen. Der Weg durch die engen Gassen von Las Palmas ist abenteuerlich und wir fragen uns, ob wir so nah bei der Stadt am Freitagabend einen ruhigen Schlafplatz finden. Wir kommen an und die Aussicht ist der Hammer. Um 23 Uhr verlassen die letzten Sonnenuntergangs-Touristen den Platz und wir schlafen ruhig ein.

 

Las Palmas (25.4.2026)

Am Morgen geniessen wir unsere Aussicht beim Frühstücken, bevor wir uns nach Las Palmas auf den Weg machen.

Weil es Samstag ist habe ich bedenken, einen Parkplatz in Zentrumsnähe zu finden. Tamara hat aber gut recherchiert und wir parken 5 Minuten vom Zentrum entfernt. Die Gebäude geben einen Eindruck an den Prunk im Mittelalter aus der Eroberungszeit.



Diverse Gebäude aus dem 14t Jahrhundert erinnern mit gemischten Gefühlen an die spanischen Eroberer. Die Namen auf den Gebäuden, die eher Festungen gleichen, sind Erinnerungen an eine eher unschöne Zeit in Europa in der die katholische Kirche Gouverneure und Provinzbürgermeister einsetzte um das katholische Macht Gebilde auszubauen. Diese politischen Machthaber bauten auch die Heilige Bruderschaft in Gran Canaria auf. Diese europaweit verbreiteten Bruderschaften werden von Studien als erste europäische Polizeibehörde bezeichnet. Diese Einheiten wurden von der Krone von Kastilien bezahlt. In diesem 500 Jährigen Kapitel wird bewusst, wie schlimm die Kombination zwischen Wirtschaftsmacht und organisiertem Glauben (Religion) "im Namen Gottes" ihren Machtmissbrauch umgesetzt haben.

Am Nachmittag wird es immer schöner und darum bleiben wir bis spät in den Nachmittag. Las Palmas überrascht uns positiv, während wir uns durch die Strassen treiben lassen.

Unser Auto steht noch da und niemand hat versucht einzubrechen. Alle Fenster und Türen sind zusätzlich mechanisch verriegelt. So wird ein schnelles Eindringen ohne Lärmemissionen schwierig und darum hoffentlich eher verhindert. Nun fahren wir zum Einkaufszentrum Alisios, um ein paar Sachen für unsere Reise nach Südamerika zu kaufen. Wir erstarren in Anbetracht dieses Einkaufstempels. So etwas haben wir nicht mal in den USA gesehen. Alisios ist eine Einkaufsstadt!

Plötzlich ertönt über die Lautsprecher das Lied "Thriller" von Michael Jackson und rund 40 Teenager formieren sich auf der Piazza. Die Tanzvorführung ist beeindruckend und wir wissen nicht wie spontan das jeweils an Wochenenden geschieht.


Nun wird es Zeit einen Schlafplatz zu finden. Was in der Nähe von Las Palmas anspruchsvoll ist. Tamara findet einen Parkplatz mit Entsorgung und Frischwasser. Als wir ankommen, ist der Patz komplett überfüllt, so dass kein Einfahren durch das Tor möglich ist. Es sieht so aus, als ob Spanier sich hier langfristig eingerichtet haben.


So fahren wir wieder zurück zum Parkplatz vom Einkaufszentrum und übernachten dort.


Las Palmas am Strand (26.4.2026)

Am Sonntagmorgen kommt ein weisser Kastenwagen der den vielen Camperfahrern hilft defekte Dinge zu reparieren. Das motiviert mich unseren Campingtisch zu flicken. Einige Holzschrauben sind ausgerissen und auch die Befestigungsschraube für die Befestigung im Camper ist auch ausgerissen. Dank unserem Zweikomponentenleim und der neuen Werkzeugkiste fehlt es an nichts und der Tisch ist im Nu geflickt.


Und wieder findet Tamara einen tollen Parkplatz direkt wenige Meter vom Strand entfernt. Niemand weiss, wie man auf den Parkplatz fahren kann ohne durch eine Einbahnstrasse zu fahren. Rund 10 Meter fahren wir in die Einbahnstrasse und sind nicht die Einzigen auf dem Parkplatz, die diese Beschilderung mit "gesundem Menschenverstand" interpretiert haben.


Am Strand treffen wir das gigantische Monument von Alfredo Kraus einen spanischen Tenor und Opernsänger. An diesem Strand hat es wenige Touristen. Nur Einheimische, welche das schöne Wetter geniessen. Auch direkt am Strand hat es keine Hotels. Immer wieder fallen auch Gebäude auf, welche sich anscheinend gegen grosse Immobilienkomplexe wehren und nicht verkaufen wollen. Passende Graffitis von Immobilien Haie untermalen das Thema von überbezahlten Wohnungen.


Unser Fähre geht um 19.30 und wir sind wie gewünscht 2 Stunden vorher dort. Erst beim Einchecken, stellen wir fest, dass wir auf der Fähre nach Fuerteventura angestanden sind. Jetzt haben wir nur noch eine halbe Stunde bis zur Abfahrt der richtigen Fähre nach Huelva. Bei der richtigen Fähre angekommen herrscht Hektik. Auf den Kanaren hat ein Racing Rennen stattgefunden. Heute wollen alle Sattelschlepper mit ihren Rennwagenanhängern auf die Fähre. Darum sind wir um 23 Uhr immer noch auf dem Hafengelände. Die Fähre ist sehr schön und fast ein bisschen luxuriös. Auch die 40h Überfahrt ist ruhig und gemütlich, weil wir dieses mal eine Kabine gebucht haben.


Zurück auf dem Festland (Fazit)

Nach über 3.5 Monaten verlassen wir die Kanarischen Inseln wieder und kommen in Huelva an. Hier ein kurzes Fazit:


Menschen: Einheimische, Reisende und Langzeitaufenthalter sind sehr freundlich und offen. Besonders fällt die Geselligkeit auf, die sich in spannenden Gesprächen widerspiegelt. Auch die Hilfsbereitschaft untereinander ist sehr gut. Es scheint hier, als ob die Menschen mehr Interesse aneinander haben und auch unterschiedliche Lebenskonzepte hier miteinander Platz finden.


Natur: Noch nie habe ich so spannende und unterschiedliche Naturlandschaften auf so engem Raum gesehen wie hier auf den Kanarischen Inseln. Vulkangebirge, tiefe Canyons, schöne Sandstrände, Nebelwälder, Palmenstrände, Dünenlandschaften. Wer ein Tierliebhaber ist, kommt hier zu kurz. Es gibt "nur" Echsen und Vögel auf dem Land und in der Luft, aber auch Delfine, Wale und vieles mehr im Meer. Die Unterwasserwelt im Atlantik soll Einiges, wie z.B. Mantas zu bieten haben.


Kultur: Auch auf diesen Inseln wird klar, wie die Ureinwohner bekämpft und verdrängt worden sind. So oft wird aus finanziellen Gründen Macht ausgeübt, um die Schwächsten auszubeuten. Militär, Politik und Religion spielen hier leider Hand in Hand zusammen. Der Karneval und die Prozessionen sind auf diesen Inseln sicher einzigartig.


Wetter: Ohne Worte ist hier zu erwähnen, dass dieser Winter seit der Aufzeichnung der kälteste war mit den höchsten Niederschlägen. Für uns Schweizer ist es trotzdem ein Wetter, das wir für eine Überwinterung für ein anderes Mal ins Auge fassen werden.


So viele Menschen haben wir getroffen, die von El Hierro geschwärmt haben, so dass wir sicher wieder kommen wollen um diese Insel auch noch zu besuchen.


Herzlichen Dank, dass du uns auf unseren Reisen begleitest. Mai bis September werden wir in der Schweiz sein - wir haben noch so einiges vorzubereiten - so Gott will, werden wir dann im Oktober von unserer mehrjährigen Reise aus Südamerika wieder berichten. Schön, wenn du dann wieder dabei bist!

 



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