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Kanarische Inseln - Teneriffa - Teide

  • Walter Blattmann
  • 10. Apr.
  • 16 Min. Lesezeit

Unser Fähre nach El Hierro wurde ersatzlos gestrichen. Darum bleiben wir nochmals ein paar Tage in Teneriffa. Beim letzten Mal stand der Carneval im Mittelpunkt unseres Besuchs. Jetzt wollen wir die Insel erkunden und einige Sommertage geniessen. Auf den kleinen Inseln La Gomera und La Palma hatte es teilweise noch wenig sommerliche Temperaturen, viel Sonne, aber eher kalter Wind. Wir sind gespannt auf das Wetter in Teneriffa.



Los Cristianos (15.3.2026)

Erst im Hafen wird uns bewusst, dass wir in Los Christianos und nicht in Santa Cruz de Teneriffa ankommen. Wir wollten eigentlich in San Andrés noch im Spar einkaufen gehen... Als wir von der Fähre runterfahren, sehen wir den Strand und fühlen die 24 Grad. Darum parken wir zentral und legen uns gleich etwas an den Strand :-).

An der Playa del Duque sur – Adeje mit dem hellen Sandstrand lassen wir uns nieder. Wir geniessen dort die Sonne und das blaue Meer bis uns der Hunger weitertreibt. In der Nähe essen wir etwas Feines und parken dann am Playa del Duque norte – Adeje. Das ist am gleichen Strandabschnitt. Der Sand ist dort jedoch schwarz.

Am späteren Abend finden wir am Strand auch noch Skulpturen aus Lehm und Sand und Steintürme.

César Manrique hat mit seinen Anstrengungen für landschaftsfreundliche Bauvorschriften verhindert, dass in Lanzarote nicht auch so viele Hotelkomplexe gebaut werden, wie auf Teneriffa und Gran Canaria. Was hier auch auffällt sind die vielen 5 Sterne Luxushotels. Entsprechend gibt es viele Einkaufsmöglichkeiten für OMEGA, Rolex, Breitling und Hublot &Co.

Wir übernachten auf einem zentralen Parkplatz und hoffen, dass die Nacht einigermassen ruhig wird. Erst um 23 Uhr können wir schlafen gehen, weil die Strandgäste erst um diese Zeit nach Hause gehen.

 

Playa del Duque (16.3.2026)

Was für ein Gefühl, wenn du die Fenster öffnest und Palmen siehst. Für alle, welche planen einen Camper zu kaufen - ein Dachfenster über dem Bett ist ein Muss. In unserem Wagen fühlen wir uns wohl. Egal wie es rundherum aussieht. Manchmal vergesse ich in unserem gemütlichen zu Hause die Umgebung in der wir geparkt haben.

In Realität stehst du auf einem überfüllten Parkplatz im Süden von Teneriffa. Es ist erstaunlich, dass wir im Camper die Umgebung vergessen, sobald wir alle Schotten dicht gemacht haben.  Am nächsten Morgen ist der Parkplatz komplett voll und das Wetter ist traumhaft. Darum machen wir uns auf den Weg zum schwarzen Sandstrand Playa del Duque norte – Adeje. Dort lassen wir uns nieder und geniessen das Sommerwetter.



Am nahegelegenen Glacé Stand versuche ich spanisch ein Eis zu bestellen. Ich wünsche ein Eis in Cornetto Waffel mit zwei Kugeln, davon eine Vanille und eine Pistazie. Als ich zurück zu Tamara komme, habe ich zwei Waffeln mit je einer Vanillekugel in der Hand. Tamara amüsiert sich darüber, dass mein Spanisch noch nicht perfekt ist ;-). Ich bin frustriert über meine Spanischaussprache.

Es ist kein Steinstrand und darum wird es mir nach 1-2 Stunden etwas langweilig. Ein Glacé habe ich auch schon gegessen. Gott sei Dank ziehen Wolken auf und wir wollen noch Wasser laden und entladen. Heute kommt der «Wasserdieb» zum ersten Mal erfolgreich zum Einsatz. Das ist ein Gardena Anschluss, der auf Wasserhähnen passt, ohne Gewinde. Um so etwas zu wissen, musst du ein Camper sein😊.

Nachher müssen wir noch im Mercadona einkaufen gehen. Neben dem Mercadona hat es einen McDonald. Eigentlich vermeide ich sämtliche Produkte und Dienstleistungen von den USA. Wegen dem schnellen Internet mache ich hier aber eine Ausnahme...

Für morgen haben wir eine Delfin und Wal Tour bestellt in Los Galletas bei Biosean Wahle watching. Darum fahren wir nach Los Galletas auf den nahegelegenen Parkplatz. Auf Teneriffa gibt es sehr viele Camper. Die meisten sind Spanier, welche darin konstant leben. Über ein Drittel der Spanier auf den Kanarischen Inseln leben unter der Armutsgrenze. Darum bleibt vielen keine andere Wahl als in einem Wohnwagen oder in einem Camper zu hausen. Diese Camperdörfer haben es verständlicherweise nicht gerne, wenn Touristen auch dort campen. Plätze für Touristen und Dauercamper sind eher getrennt zu finden. Es ist für mich immer beelendend zu sehen, wenn Leute so wohnen müssen und scheinbar das Beste daraus machen.

Am Abend erhalten wir noch eine Nachricht, dass die Tour morgen um 9 Uhr startet, weil die Tour um 12 Uhr wegen zu hohen Wellen abgesagt wird. Wir freuen uns darüber, weil am Morgen das Meer viel ruhiger ist und wir dadurch sicher auch mehr Tiere sehen werden.  


Das einzige was stabil bleibt ist die Flexibilität (17.3.2026)

Um 7.15 läutet der Wecker, wir essen und machen uns auf den Weg zum Hafen. Das Wetter ist stahlblau und der Wind noch einigermassen ruhig. Am Hafen sehen wir die hohen Wellen auf dem offenen Meer und ignorieren diese bewusst.

Prompt sind alle Bootsausflüge bis mindestens Sonntag annulliert. Das veranlasst Tamara und mich die Wetterwarnungen auf den Kanaren zu prüfen. Windböen bis 120 km/h und Hochwasserwarnungen. Auch die Erdbebenmessungen beim Teide machen den Geologen Freude... Heute ist es aber noch sonnig. Erst auf morgen um 15 Uhr sind die Wetterwarnungen angemeldet. In diesem Fall duschen wir noch ausgiebig und fahren anschliessend in die Berge zum Mirador de Barranco del Infierno. Von der Küste sieht es in den Bergen bedeckt und neblig aus. Das App Windy sagt jedoch, dass es am Nachmittag aufhellt und die Sonne durchbricht. So machen wir uns auf den Weg zum Mirador. Die Anfahrt ist steil den Vulkankrater hinauf und in den Kurven drehen schon manchmal die Räder durch, weil es so eng ist. Die Aussicht ins Tal zeigt uns, dass dort die Sonne scheint und wir immer mehr in den Wolken versinken.

Oben angekommen, ist die Sicht regnerisch und neblig. Windy hat gesagt, dass in 30 Minuten die Wolken weiterziehen. Noch eine Weile bleiben wir im Auto sitzen.

Also machen wir uns auf den Weg zum Aussichtspunkt. Auf dem Weg sehen wir das Moos auf den Bäumen und wissen, dass wir hier in einem Nebelwald sind. Was das heisst, könnt ihr auch ja vorstellen: Nebel!

Tamara erklärt mir, wie es hier im Tal Inferno aussehen sollte. Kurz darauf sehe ich einen Schatten im Nebel. Der Schatten wird immer deutlicher und entpuppt sich als linke Felswand der Schlucht. Dann erhellt sich unser Blick auf den Strand und das Meer. Der Nebel und die Wolken geben das komplette Tal für ein paar Minuten unseren Augen frei. Wir sind sehr glücklich und unser Herz ist mit Dankbarkeit erfüllt.

Immer noch unter Dopamin fahren wir nach Arona. Die Temperaturen in den Bergen sind zwischen 14 und 16 Grad. Wir haben Stirnbänder und Wintermütze auf. Dort laufen wir etwas herum und machen noch ein paar Aufnahmen in die sonnige Fernsicht.

An der Playa de la Tejita angekommen ist es wieder über 20 Grad und die Sonne scheint. Der Monterojo leuchtet in der Abendsonne.


Vulkan Montana Roja und die Playa de la Tejita (18.3.2026)

An der Playa del Médano erfreuen sich die Kiter und Surfer an den stärker werdenden Sturmböen. In spektakulären Geschwindigkeiten kreuzen sie die Wellen und es ist erstaunlich, dass niemand zusammenstösst oder sich die Schnüre verfangen.

Mit dem Wind im Nacken und dem sandgestrahlten Rücken erreichen wir El Médano. Die Stadt ist beinahe windstill und die Leute baden am Dorfstrand. Hübsche Restaurant und Bars säumen die Küste. Tamara isst dort einen Lachs und ich Gnocchi mit Octopus Sauce. Ich versuche wieder in Spanisch zu bestellen und die Bedienung fragt mich, ob ich wissen will, was Gnocchis sind. Ich bin kurz davor nie mehr spanisch zu reden...

Der rote Vulkan wurde bereits vor hunderten von Jahren von Seefahrern erwähnt. Der rote Vulkan ist von weit her sichtbar und dient als Orientierung. Seine Farbe hat der Vulkan wegen dem stark eisenhaltigen Gestein, das in der Meeresbrise gerostet ist.

Eigentlich war Regen angesagt und trotzdem hat die Sonne geschienen. Darüber freuen wir uns sehr. Auf dem Rückweg finden wir noch eine windstille versteckte Sandbucht direkt am rote Vulkanrand.

Ferdinand Magellan legte hier in El Médano vor seiner Weltumrundung im Jahr 1516 mit seinen 5 Schiffen und 265 Mann Besatzung an. Drei Jahre später kam er mit einem Schiff und 18 Mann Besatzung wieder in Sevilla an. Eigentlich war der Captain, der die Welt umsegelte, Juan Sebastian Elcano. Magellan starb während dem Eroberungskampf in Mactan auf den Philippinen. Trotzdem kennen alle Magellan, wegen der nach ihm benannten Magellanstrasse in Feuerland.

Tamara kocht uns etwas Leckeres und wir trinken alkoholfreien Tinto Verano. Die Sonne geht unter und wir lesen noch etwas und gehen früh schlafen.


Besteigung Vulkan Montana Roja (19.3.2026)

Als kleiner Bub bin ich von der Schule nach Hause gerannt, wenn ein nicht fertiges Puzzle auf dem Tisch lag. So fühle ich mich heute Morgen. Gestern habe ich mich in das Thema Vulkane, Eisschilde, tektonische Platten und Gebirgsfalten eingelesen und ich will unbedingt noch ein paar Fakten recherchieren. Spannend ist, dass sich sowohl die Wissenschaft als auch die Bibel einigen Dingen gegenseitig bestätigen: Zum Beispiel, dass die Welt einmal ein zusammenhängendes Stück Land war (Pangäa). Und dass sich die Kontinente bildeten und gleichzeitig Vulkane und Faltgebirge dabei entstanden. Sowohl die Vulkanausbrüche als auch die Bergbildung muss sich dabei unter Wasser abgespielt haben. Am Ende der Kreidezeit, nach dem Trias und dem Jura, gab es ein Massensterben von Pflanzen und Tieren. Auch das stimmt mit den Überlieferungen der Bibel überein, weil sich während der weltweiten Überschwemmung (Sintflut) die Berge bildeten und sich die Kontinente teilten. In Mesopotamien, wo sich die ersten Menschen niedergelassen haben, gab es keine Eisschilde und Gletscher, darum wird auch nichts davon in den geschichtlichen Aufzeichnungen der Bibel erwähnt. Das Wasser bildete sich zurück und sammelte sich in den Eisschilden weltweit. Rund 25% der Welt war damals mit Eis bedeckt. In Nordamerika war der Laurentidische Eisschild mit einer Eismasse zwischen 26.5-35km3 das dominante Stück Eis auf der Welt. Zusätzlich bedeckte der kanadische Eisschild die Flächen bis Norwegen mit 4-7 km3 Eis. Zudem speicherte sich das Wasser auf allen neu entstanden Bergen und Vulkanen mit Eis und Gletscher.   Natürlich sind dabei einige Fragen entstanden, welche ich noch aufbereiten und dem Geologen senden will, den ich auf der Caldera kennen gelernt habe :-). Wahrscheinlich ist das für die wenigsten von euch so spannend. Für mich ist das wie puzzlen als kleiner Bub. Darum wache ich heute früh auf , weil es mich interessiert, welche Fossilien auf dem Himalaya und dem Mount Everest gefunden worden sind. Als ich bei den Sauriern ankomme, kriege ich die Informationen nicht mehr unter einen Hut und brauche eine Pause. Was ich mir noch merken kann, ist, dass bei 50% der Dinosaurierfunde nur ein Exemplar betrifft und bei diesem nur wenige Einzelknochen oder Zähne gefunden worden sind.

Das Sturmtief Therese hat die Inseln erreicht und soll heute Nacht richtig loslegen. Auf dem Internet finden wir diverse Warnungen vor dem Extremwetter. An der Playa de la Tejita im Süd-Osten von Teneriffa erscheint uns einer der sicheren Plätze zu sein. Regenwasser Sturzbäche sollten hier keine vorkommen und vom Meer sind wir wegen den Wellen genug weit weg. Auch Steinschlag ist auf diesem Platz kein Thema. Heute ist Donnerstag und das Unwetter soll bis Sonntag dauern.

Das Wetter wird gegen Mittag immer besser und wir machen uns auf den Monta Roja zu besteigen. Besteigen ist jetzt etwas übertrieben, denn wir haben nur die Turnschuhe an. Der Strand zeugt bereits von den vermehrten Niederschlägen. Der Strand mir den Sonnenschirmen und Liegestühlen ist bereits zu einer einsamen Sandinsel zusammengeschrumpft.

Zuerst wollen wir noch die andere Seite der Küste erkunden und der Weg führt an den Bananenplantagen vorbei. Auf der Rückseite der Bananenplantage haben sich Leute angesiedelt. Zwei alte Bunker wurden besetzt und entlang der Plantagenmauer hat sich ein Dorf entwickelt. Es ist bewohnt aber bei diesem Wetter kommen nur vereinzelte Personen nach draussen.

Der Weg zum roten Berg führt uns über den Strand. Es ist schwierig einen trockenen Übergang zu finden, weil überall die Auswirkungen der Vorläufer der Therese zu finden sind.

Tamara und ich finden einen trockenen Weg und laufen dem Strand entlang. Der rote Berg spiegelt sich im abfliessenden Wasser der Wellen. Mich faszinieren die Bilder so stark, dass ich immer wieder stehen bleibe und das «perfekte» Foto machen will. Bis wir am Felsen ankommen habe ich 22 Fotos gemacht und Tamara hat eine grosse Portion Geduld bewiesen :-).

Vor der "Bergbesteigung" besuchen wir nochmals die schöne Bucht und laufen den Felsen entlang. Dort gibt es überall Tafeln, die vor Steinschlag warnen. Auch die vielen Steine am Boden zeugen davon, dass die Tafeln recht haben.

Der Aufstieg führt rings um den Vulkan und dann auf dem Kraterrand auf den höchsten Punkt. Die Aussicht auf «unseren Strand» und auf der anderen Seite nach El Médano ist wunderschön. Auch die Bäume weisen darauf hin, dass der Wind hier die Richtung des Baumwachstums bestimmt.

Das Wetter bereitet sich bereits auf die Ankunft von Therese vor und dunkle Wolken ziehen am Himmel auf.

Auch auf dem Rückweg braucht Tamara nochmals Geduld, weil der rote Berg immer noch wunderschön aussieht-, oder sogar noch schöner? Das rote Gestein des «rostenden» Vulkans mit dem blauen Meer und dem blauen Himmel spiegeln sich im Meer. Ich bin recht «Fan» und könnte mit meinem dankbaren Herzen die ganze Welt umarmen.

 

Therese erreicht ihren Höhepunkt (20.3.2026)

In dieser Nacht mache ich kein Auge zu. Noch nie habe ich so starken Regenfall gehört. Er prasselt auf unser Auto ein und ich bin nicht sicher, ob es sich nicht um Steine handelt, welche von den Böen an unser Auto geschleudert werden. Immer wieder höre ich das Donnern der Wellen und bin nicht sicher, ob es sich um die Donner der einschlagenden Blitze handelt. Am Morgen habe ich das Gefühl nicht geschlafen zu haben.

Am Morgen geht es dann auch so weiter. «Aufregen folgt Regen und nochmals Aufregen.» Wir machen daraus das Beste. Passend zum Regen machen wir einen Wäschetag. Essen beim Asiaten zu Mittag und planen dort mit perfektem Internet unsere ersten drei Reise Etappen in Südamerika. Das Essen bleibt lange warm, weil es «im heissen Stein» serviert wird.


Überschwemmungen in Teneriffa (21.3.2026)

Heute regnet es nur einmal und der Strand ist nicht mehr begehbar. Was der Sturm Therese in den letzten 2 Tagen angerichtet hat, lesen wir auf dem Internet. In El Médano wurde die Promenade ins Meer gespült und die Restaurants und Geschäfte geflutet. Die weiteren Auswirkungen sehen wir auf unserer Weiterreise.


Sturm Therese und der Regentag  (22.3.2026)

Wir haben genug vom Wetter und brauchen einen Tapetenwechsel. Spontan fahren wir nach Adeje in ein riesiges Einkaufszentrum. Unterwegs be- und entsorgen wir unser Wasser und gehen einkaufen. Immer wieder wird uns heute ein Regenbogen geschenkt. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

In Playa San Juan finden wir einen Schlafplatz auf einem grossen Kiesplatz am Dorfrand. In diesem Fischerdorf gibt es noch keine Hotels und viele Einheimische leben hier.


Playa San Juan (23.3.2026)

Am Morgen sitzen wir noch in unserem Camper, als uns Johann aus Fribourg anspricht. Auf den Reisen ist es immer schön andere Menschen zu treffen und die verschiedenen Lebensmodelle kennen zu lernen. Er ist mittlerweile pensioniert und hat eine Wohnung hier im Dorf. Früher sei er und seine Frau auch mit dem Camper, einem California rumgezogen. Über die Sommermonate sind sie zu Hause in der Schweiz. In San Juan wird sehr stark investiert und es hat hier bereits einige luxuriöse Wohnungen. Neu kommt das Projekt Aedas Solum mit einer Investition von 130 Mio und es entstehen 160 Luxuswohnungen. Vom Hören sagen, soll die günstigste Wohnung 1 Mio kosten und scheinbar soll sich das Rentieren, weil die Immobilienpreise hier massiv an Wert gewinnen. Es hat mich gefreut Johann zu treffen und seine Offenheit.

Jetzt besuchen wir Playa San Juan und laufen zum Hafen. Die Küste ist mit einer hübschen Promenade entlang der Vulkangesteine bis zum Hafen. Ich bin begeistert von den ausgewaschenen Gesteinsformen.

Hinter dem Hafen befinden sich die Sandstrände. Oder besser gesagt befanden sich die Sandstrände. Meterhohe Wellen haben den Strand abgetragen.

Nach dem feinen Essen mit Paella und Salaten, dazu einem Schluck Wein genehmigen wir uns noch einen Kaffee. In diesem Fischerdorf sind die Preise noch moderat und wir zahlen 32 Euro. Jetzt folgt unser Verdauungsspaziergang. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen ist, dass es 16'000 Schritte sind. Der Weg führt uns an der Küste entlang. Ich verschone euch mit den vielen und noch mehr Vulkangesteinsküstenfotos😊

Nach dem Dorf San Juan kommt eine Bananenplantage. Auch hier wohnen an den Felsen unterhalb der Plantage einige Menschen. Leider hat der Sturm auch vor ihren Behausungen keinen Halt gemacht. Sogar die Mauer um die Bananenplantage ist eingestürzt.

Die Temperaturen sind heiss und feucht. Der Weg steinig und lang. Unverhofft kommen wir in Alcalà an. Das Dorf ist in einer Bucht und hat eine entspannte Atmosphäre. Am Dorfstrand ist alles abgesperrt. Die Wellen haben hier im Hafenbecken gewütet. 1-2 m2 grosse Platten, teilweise mehrere cm dick sind von den Wellen herausgerissen und bis 20-30 Meter weit weggeschleudert worden.

Hinter dem Dorf führt der Küstenweg an den schönsten Naturbecken und schwarzen Sandstränden vorbei. Alles ist mit Sicherheitsbändern abgesperrt und an vielen Stellen sind Platten weggefegt und Geländer ausgerissen. Hier würden wir gerne bleiben und etwas baden. Das Wetter ist jedoch unbeständig und der Wind kühl.

Auh dem Weg zurück nach San Juan kommen wir nochmals an den schönsten Vulkangesteinsformationen am Strand vorbei. Die biizarren Formen wirken gespenstisch im dunkel werdenen Nachthimmel.

Abend parken wir in San Juan und stellen unseren Camper direkt ans Meer. Ein anderer Reisender hat auch dort geparkt und geniesst die Abendstunden mit seinem süssen weissen Hund.


Tag in Sand Juan (24.3.2026)

Bereits um 8 Uhr wache ich auf, weil ich weiss, dass es am Morgen noch wenig Wolken hat und ich den verschneiten Teide gerne sehen möchte. Darum male ich zuerst den Kaffee und gehe anschliessend ins Dorf zum Einkaufen. Ein paar Früchte fehlen uns noch für das perfekte Frühstück.

Natürlich habe ich am Hafen auch noch der Teide in seiner Schneepracht gefunden.

Nach dem Frühstück wollen Tamara und ich zum Sport. Auf dem Weg treffe ich unseren Camper Nachbar und sage ihm, dass ich noch schnell an den Strand gehen möchte, weil ich von den Steinen so fasziniert bin. Er ist auch ein Stein Fan und wir vertiefen uns in ein Gespräch über Gott und die Welt. Erzählen uns gegenseitig Erlebnisse und fühlen uns gegenseitig trotz unserer Unterschiedlichkeiten verstanden. Die Zeit vergeht schnell und wir verabschieden uns. Es gibt oberflächliche Begegnungen und es gibt tiefe Begegnungen. Diese Begegnung war sehr bewegend.

Tamara und ich gehen nun einkaufen und fahren an den schönen Ort Alcalà. Dort waren wir gestern hingewandert. Kurz vor dem Eindunkeln zeigt sich der verschneite Teide nochmals zwischen den sich auflösenden Wolken des Sturmtiefs «Therese».

Ich lese noch den Status mit den neusten Abenteuer unserer Bekannten in La Palma. Scheinbar haben sich bei Ihrem Auto die Bremsbeläge gemeldet und mussten dringend ausgewechselt werden. Ihre Geschichte zeigt uns, dass es immer eine Lösung gibt. Im Dorf lassen wir den Tag ausklingen und Tamara backt noch ein feines Brot für das Frühstück.


Playa La Jaquita (25.3.2026)

Von Alcalà laufen wir dem Strand entlang bis zur Playa Arena. Zuerst machen wir beim Playa La Jaquita halt. Es handelt sich um 3 schwarze Sandstrände und einige natürliche Schwimmbecken. Die Strände sind wieder zum Baden freigegeben. Bei den Naturbecken sind die verheerenden Auswirkungen von «Therese» überall sichtbar.

Der Weg führt uns wieder an meinem Lieblingsplatz an dieser Küste vorbei. Es ist die kleine Bucht mit der Lavakugel. Tamara fühlt sich zurückversetzt, als unsere Kinder knapp laufen konnten und auf dem Weg zum Einkaufen jeden Stein und jeder Blume genau untersuchen wollten. Diese über Jahre antrainierte Geduld kommt mir jetzt zugute. Ich kann alle Felsformationen und Strände unterwegs erkunden. In der Ferne türmen sich die 600 Meter hohen Klippen von Los Gigantes auf.

In Playa Arena staunen wir über die vielen Badegäste am Strand. Nach einer Stärkung im Restaurant und mit einem "Helado" in der Hand machen wir uns auf den Rückweg. Es sind doch rund 7 km und die Sonne geht schon langsam unter. An der Punta Blanca, dem Surferspot, machen wir nochmals Halt und geniessen den Sonnenuntergang.

Zu Hause begrüsst uns in der Ferne der Teide in seinem verschneiten Gewand. Morgen wollen wir die Panoramaroute TF-21 in Angriff nehmen, wenn die Steine und der Schlamm vom Hochwasser geräumt sind.


Vilaflor und Panoramaroute TF-21 (26.3.2026)

Früh am Morgen stehen wir bereits um 8 Uhr auf. Um 11 Uhr sollen auf dem Vulkan bereits wieder die Wolken kommen. In Los Christianos müssen wir vorher noch Grauwasser ablassen und die Toilette entleeren. Die Fahrt zum Teide führt über das höchste Dorf Vilaflor auf 1400 Meter über Meer. Das heisst, dass wir vorher auch noch tanken müssen. An Vilaflor fahren wir vorbei, weil die Wolken bereits am Himmel stehen. Dann plötzlich stehen wir im Stau. Niemand weiss wieso, bis wir um die nächste Kurve fahren: Carretera Cortada! Das spanische Schild hätte ich jetzt nicht verstanden, aber die geschlossene Schranke mit dem Fahrverbots Schild schon. Die Panoramaroute wird noch geräumt und sie wissen nicht, wie lange es noch dauert. Direkt vor der Schranke ist ein Parkplatz für uns frei. Wir besuchen die hunderte von Jahren alten Bäume. Pino Gordo ist 7-800 Jahre alt. Mit seinen über 45 Metern Höhe braucht er seinen Dicken Stamm mit über 9 Meter Durchmesser. Einige lehnen am Stamm und sinnieren, andere kauern mit dem Rücken am Baum mit geschlossenen Augen. Gerne hätte ich ein paar Fragen gestellt, wollte aber nicht stören.

Auch seine jüngere Schwester Pino de Las dos Pernadas besuchen wir. Sie ist mit 5-600 Jahren doch bereits über 56 Meter hoch. Mit schlanken 8 Meter Durchmesser ragt sie in den Himmel. Anschliessend spazieren wir nach Vilaflor. Das Dorf entstand direkt an einer Quelle im 15t Jahrhundert. Die zentralen Wäschebecken dieser Zeit sind noch vorhanden. Heute zapft der Trinkwasserproduzent die Quelle für «Fuente alta». Die Dorfkirchen stehen beieinander und sie haben nach katholischer Tradition bereits Vieles verhüllt vor Ostern. In der einen Kirche hat es Jesus doch an die Seitenwand geschafft und in der anderen Kirche wissen wir nicht was vorne verhüllt ist. Maria, Maria Magdalena und Jesus sind schon für die Osterprozession vorbereitet.

Das Dorf ist schnell besucht und wer zur Mittagszeit dort ist, muss unbedingt bei Tasc Andrés vorbei. Wir trinken roten und weissen Wein aus Vilaflor und essen Gofio und Kichererbsen mit Tunfisch. Nach dem Kaffee gibt es noch einen Honigschnaps. Vilaflor ist bekannt für seinen Honig und auch die Honigmandeln.

Mittlerweile ist es bereits nach 3 Uhr und ich sage noch zu Tamara, wenn die Schranke jetzt nicht mehr da ist, machen wir die Panoramaroute. Als wir ankommen, ist die Schranke noch geschlossen. Zwei Männer winken jedoch von weitem, weil wir noch das einzige Auto auf dem Parkplatz sind. Die Räumungsarbeiten sind fertig und wir dürfen passieren. Tamara und ich können unser Glück kaum glauben. Gott sei Dank, wem denn sonst!

Voller Adrenalin fahren wir los. Tamara sagt noch «los, los, los los los!», das ist ein Insider von uns. Wir fahren 1000 Höhenmeter weiter nach oben und sehen, dass der Teide nicht mehr weit von uns entfernt ist. Und plötzlich steht er majestätisch vor uns.

Tamara und Ich stehen einen Moment wie versteinert da und staunen über dieses Naturspektakel. Es gibt hier Lavabomben, welche durch die Luft geschleudert worden sind. Die schönsten sollen auf dem Monte Blanco sein. Dort hat es aber noch Schnee und Steigeisen mit einem Eispickel haben wir nicht dabei. Wir treffen noch eine sehr sympathische Familie aus Chemnitz, die von uns ein Erinnerungsfoto an diesen besonderen Moment macht.

Am nächsten Aussichtspunkt sehen wir in die Kraterebene des ursprünglichen Canadas Vulkans. Dieser war um einiges höher als der Teide mit einem Kraterdurchmesser von 17 km.


Mitten in der Caldera, dem Grund des ursprünglichen Vulkans liegen die Los Roques. Sie sind die Lavaformationen, welche Wind und Wasser zum Trotz stehengeblieben sind. So wie im Monument Valley stehen sie immer noch da. 

Am Minas de San Jose fahren wir durch die Lavazungen hindurch und sehen, wie sie sich in das Tal ergossen haben. Aus der Vogelperspektive sieht man die Lavazungen noch besser. Auf dem Parkplatz sind wir allein. Normalerweise finden hier Camper kaum einen Platz zum Anhalten. Wichtig zu wissen, bevor die Drohne ausgepackt wird: Im Nationalpark ist es überall verboten und es gibt Geldstrafen bis 6000 Euro. Das werden sonst teure Fotos.

Die Montana Blanca besteht aus tausenden von Bimssteinen. Das ist Magma, welches aus dem Vulkan geschleudert wurde. Dabei entwichen die Gase aus dem Magma und das Gestein schäumte beim Flug auf. Die Landschaft ist hinreissend.

Auf der Nordseite der Panoramaroute kommt uns dicker Nebel entgegen und wir entscheiden uns wieder zurück in den Sonnenuntergang zu fahren.


Die 2000 Höhenmeter zurück ans Meer führen uns über das Nebelmeer, durch die Kiefernwälder und am Chinyero vorbei. Wir könnten alle 100 Meter anhalten, um die Stimmung in uns aufzusaugen. Unseren Schlafplatz wollen wir in Santiago del Teide noch vor 20 Uhr erreichen. An einem Ort parken viele Wagen und sogar Cars. Da wollen wir natürlich auch dabei sein. Sonnenuntergang über dem Chinyero und im Hintergrund der Teide im Abendrot.

In Santiago del Teide parken wir am gleichen Ort wie vor 4 Wochen. Nach diesem Tag brauchen wir einen Tinto de Verano. Im Restaurant Santiago del Teide essen wir Patata Arrugada und Boquerones mit Croquetten. Auch dieses Restaurant mit den Mufflons Köpfen an der Wand kriegt von uns 5 Sterne. Müde und zufrieden gehen wir schlafen. Draussen ist es 7 Grad.


Wir sind dankbar, dass sich das Wetter gewendet hat und wir nun weniger wechselhaftes Wetter und mehrheitlich sonnige Tage auf der Reise geniessen dürfen. Bald ist Ostern und das ist auch Saison für Wüstenstürme aus Afrika. Wir lassen uns überraschen.

 


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