Kanarische Inseln - Gran Canaria (Teil 1)
- Walter Blattmann
- vor 4 Stunden
- 15 Min. Lesezeit
Die Kanarischen inseln zu bereisen hat viel Freude gemacht. Es war eine Entdeckungstour mit vielen unterschiedlichen Inseln Lanzarote und Furteventura sind nicht vergleichbar mit La Palma und La Gomera. Teneriffa ist so vielseitig, weil es so stark besiedelt ist und doch so viel Naturspektakel zu bieten hat. Nun kommen wir auf Gran Canaria an und sind gespannt was uns hier erwartet.

Ankunft in Las Palmas auf Gran Canaria (5.4.2026)
Es ist bereits 17.30 Uhr als wir ankommen. Die Überfahrt von Teneriffa dauerte keine zwei Stunden und der Wellengang war ruhig. Las Palmas wollen wir anschauen, wenn wir wieder auf das Festland fahren. Es ist jetzt auch zu spät und in Las Palmas zu schlafen wird eher abgeraten wegen Einbruchsgefahr. So fahren wir rund 30 Minuten die Ostküste hinunter in den Süden. An der Playa Barco Quebrado halten wir an, um dort zu übernachten. Ein anderer Camper aus Spanien ist auch dort und das gibt immer Sicherheit. Tamara kocht etwas Feines und ich erkunde die Steine am Strand. Die farbigen Vulkansteine sind hier leider eher Bauschutt.

Tamara ist am Kochen und es kommt ein deutscher Mann mit zwei Plastiksäcken bewaffnet auf uns zu. Ich frage ihn, wo man hier in der Nähe am Ostersonntag einkaufen kann. Er weiss es nicht und fragt uns, ob er von uns Wasser haben kann. Er sei von Maspalomas unterwegs nach Las Palmas. Das dauert doch mehrere Tage. Er habe in einem Plastiksack seine Schlafmatte und in der anderen warme Kleider für die Nacht. Das sei kein Problem für ihn. Er sei sich gewohnt lange zu gehen. Er ist offen und erzählt uns, was ihn auf die Insel verschlagen hat und was seine Zukunftspläne sind. Die Angst vor dem Krieg in Europa motiviert ihn hier eine neue Existenz aufzubauen. Er fühlt sich hier auf der Insel sicherer. Ich erzähle ihm, wie ich als Christ mit meinen Ängsten umgehe. Überraschend fragt er mich, warum ich den Christ bin. Die meisten Menschen wollen nicht über Glauben reden und fragen darum sehr selten nach. Spannend neue Menschen zu treffen und Erfahrungen auszutauschen. Wir teilen unseren letzten Liter Wasser mit ihm und Tamara gibt ihm noch ein Stück des selbst gemachten Roggenbrots auf den Weg. Am Schluss geht Tamara mit ihm noch zu unseren spanischen Nachbarn und fragt auf Spanisch, ob sie ihm seine PET-Flasche für die Weiterreise nach Las Palmas füllen können. Sie machen das gerne und der Mann wandert seines Weges. Die spanischen Campernachbarn sind aus der Region und bleiben nicht über Nacht. Sie kommen und warnen uns hier alleine zu übernachten. Wir bedanken uns und fahren 500 Meter weiter, wo wir andere Camper am Strand gesehen haben. Dort fühlen wir uns wohl. Die Sonne geht unter und wir schlafen tief uns fest.

Wiedersehen mit Ingrid und Bernd (6.4.2026)
Dieser Stellplatz war um einiges freundlicher als der letzte. Wir haben uns auch sehr sicher gefühlt.

Am Morgen turnt Tamara noch und ich gehe zu den Steinen. Ich liebe Steine und finde immer wieder besondere Exemplare. Wenn doch Steine nur reden könnten. Ihre Geschichte würde mich sehr interessieren. Auch hier bin ich jeweils nicht sicher, welche Steine aus Bauschutt stammen und welche aus unserem Erdinneren.
Auf meiner Steintour erschrecken sich immer wieder kleine und grosse Vögel, die ihr Frühstück bei Ebbe zwischen den Steinen finden. Wie viele Vögel findest du auf diesem Bild?

Trotz Verpickselung sind es 6 Vögel. :-) In Maspalomas kommen Kindererinnerungen hoch. Meine Eltern hatten über Jahrzehnte einen Bungalow in Gran Canaria. So manche Ferien haben wir mit der Familie hier verbracht. Heute Abend treffen wir uns mit Bernd und Ingrid, die wir auf unserer ersten Insel Lanzarote an der Famara Beach kennen gelernt haben. Sie haben uns direkt am Strand von Maspalomas einen Parkplatz hinter sich frei gehalten.

Zusammen gehen wir ein Helado essen und plaudern über Gott und die Welt. Es wird ein lustiger Abend. Bald wird es dunkel und die Heladeria schliesst. Wir schlafen in der ruhigen Strasse sehr gut.
Maspalomas (7.4.2026)
Seit dem 5.4.26 bin ich mit Stephan in Kontakt. Er hat mich inspiriert Aphorismen zu schreiben. Kurze Reime, welche Witz und Wahrheit enthalten können. Hier mein erster Aphorismus: "Lieber einen Apfelkuchen, als einen Wurm im Apfel suchen." ;-)

Nun belaufen wir einen Teil der 4 Quadratkilometer von den Dünen in Maspalomas. Es gibt zu diesen Wanderdünen, welche sich vom Passatwind immer mehr auf das Festland zubewegen, zwei Theorien: Über Jahrtausende entstanden oder durch einen Tsunami (Erdbeben in Lissabon 1755). Geografen haben 20 Meter tiefe Bohrungen gemacht und sind sich einig, dass die Dünen schnell entstanden sind. Zusätzlich haben Menschen auf den Karten vor 1755 keine Dünen verzeichnet. Erst 1857 wurden die Dünen zum ersten Mal erwähnt.

Am Abend fahren wir zur Playa de las Carpinteras. Dort parken wir direkt neben einem Engländer mit einem spannenden Fahrzeugpark. Den Anhänger für sein Boot hat er auch nicht weit vom Wohnwagen geparkt.
Am Abend sehe ich mir noch den Strand an und den schönen Sonnenuntergang.
Playa de Los Biogotes (8.4.2026)
Am Morgen laufe ich über den Hügel, um den nahegelegenen Strand zu entdecken. Vom Hügel aus sehe ich den schönen Strand an dem wir stehen.

Gleich am Strand neben uns, befinden sich spannende Lava Gesteinsschichten, welche von den Wellen bearbeitet worden sind. Diese Formationen sind beeindruckend, weil sie so unterschiedlich sind in den Ablagerungen.
Nach meinem Ausflug an den benachbarten Strand schreibe ich Tamara noch eine Botschaft an den Strand. Von unserem Camper aus ist die Nachricht sehr gut zu lesen.

Playa de Los Bigotes (9.4.26)
Heute ist das Wetter so lalalala und ich fliege etwas mir der Drohne. Zudem haben wir den Star-Link unseres Nachbarn erhalten und ich kann endlich die Bilder von Teneriffa hochladen.
Tamara lässt sich vom etwas kühlen Wetter nicht abhalten und sitzt draussen. Sie liest Reiseblogs und plant unsere Reise nach Südamerika.

Playa de las Carpenteras (10.4.2026)
Heute ist ein Schwimm- und Steinetag. So baue ich für Tamara eine kleine Steinhütte mit feinem Kiessand und einem Weg direkt zum Strand. Jetzt wo die Steine weg sind, habe ich keine Ausrede mehr nicht ins Wasser zu gehen.
Es ist heute Freitag und der Platz füllt sich. Hinter uns bereiten sich einige Jugendliche auf eine Freinacht vor. Was das wohl bedeutet?
Flucht nach Maspalomas (11.4.2026)
Nachdem die Jugendlichen kurz vor Sonnenaufgang ausgepowert waren, sind bereits die ersten Frühaufsteher mit ihrer «Rachemusik» am Start. Ich wache auf und habe nur noch Fluchtgedanken. Auf mein Steinspruch am Strand «ILOVEYOU» ist jetzt umformuliert. Nachdem der weisse VW-Bus mit lautem Hupen seine frischen Brötchen verkauft hat, machen wir einen schnellen Abgang. In Maspalomas angekommen ruhen wir vom Samstag aus. Liegen am Strand und Chillen etwas.

Maspalomas (12.4.2026)
An einem ruhigen Platz erwachen wir ausgeschlafen und machen uns bereit für einen Kirchenbesuch. Es hat in der Nähe eine spanisch-deutsche Kirche die uns auf dem Internet angesprochen hat. Schon beim Eingang werden wir herzlich begrüsst. Es sind rund 60 Leute im Raum und ungefähr 15 Kinder. Die Lieder werden von einer Band aus Deutschland vorgetragen. Es sind Secondos aus Argentinien, die hier in Gran Canaria der Gemeinde in der Musik aushelfen. Tolle Musik! Gute Begrüssung und Einleitung. Auch die Predigt lehrt aus der Bibel «Wie ist echte Gemeinschaft möglich?».

Im Kirchenkaffee lernen wir eine nette deutsche Familie kennen, die vor Jahren nach Madeira ausgewandert sind und hier mit der Grossmutter aus Deutschland Urlaub machen. Der Mann ist auch Prediger und wir diskutieren über die letzten Tage der Welt und was die Prophezeiungen darüber sagen. Er hat sich auf jeden Fall bereits 700m2 Land gekauft, auf dem heute Bananen wachsen, für den Fall der Fälle, wenn er im letzten Krieg der Welt gegen Israel zum Selbstversorger werden muss.
Die Familie besteht aus 5 Personen und nur 4 passen in ein Taxi. So fahren wir ihn zum Hotel nach San Fernando. Dort verabschieden wir uns. Wir parken am Meer und geniessen unser Mittagessen. Anschliessend schlendern wir die Promenade entlang und sehen die über 50 cm langen Echsen auf den Felsen. Sie sind nicht hübsch aber dafür lang.
Ein deutsches «Hallo» und die Familie aus Madeira ist da. Wir begrüssen uns herzlich, als ob wir uns schon ewig kennen. Laufen zusammen schwatzend am Strand entlang. Bevor wir uns erneut verabschieden, tauschen wir die Kontaktdaten aus und wer weiss, ob wir uns auf dieser kleinen Welt nochmals wiedersehen.

Tamara und ich laufen beinahe bis nach Maspalomas und wieder zurück. Die Sonne geht schon bald unter und wir wissen noch nicht, wo wir die Nacht verbringen wollen. Im Auto wird nochmals recherchiert und dann fahren wir zielgerichtet nach Mogàn.
Bei Puerto Rico trifft mich beinahe der Schlag. Es gibt keinen freien Flecken Vulkangestein an den Hängen. Es ist von unten nach oben und von oben nach unten zugebaut worden. Die einzelnen Hotels sind nur mittels Aufzüge, welche an den Felsen befestigt sind, zugänglich. Zudem hat es riesige Einkaufszentren. Wir fragen uns, warum sich jemand in seinem Urlaub an diesem Ort quälen tut.
Es ist spät am Abend, als wir auf dem Parkplatz für Camper in Mogàn ankommen. Dafür ist es ruhig und wir schlafen sehr gut.
Strandtage in Mogan (13.4.-15.4.26)
Als wir in Mogàn ankommen, sind wir zuerst überrascht und dann begeistert. Der Strand ist richtig hübsch und das Fischerdorf im Hintergrund ist beinahe kitschig.

Zuerst gehen wir auf den Aussichtspunkt, um eine Übersicht über das schöne Fischerdorf zu gewinnen. Der Weg zum Aussichtspunkt führt durch das malerische Fischerdorf.
Abendessen im Hafenrestaurant bis zum Sonnenuntergang.
Wie gesagt an der Westküste gibt es architektonische Sünden. Diese sind vor allem in Puerto Rico. Dort sind sie Felswände von unten bis oben zugebaut. In die mittleren Hotels kommst du nur mit dem Lift. In Mogàn gibt es nur in einem Seitental eine halb so schlimme Hotelanlage. In der Nacht sieht die Anlage noch geisterhafter aus als am Tag.
Am nächsten Morgen fliege ich mit der Drohne, um Mogàn aus der Vogelperspektive zu erkunden.

Auf dem Rückflug ist erkennbar, dass dort die Hotels und Shopping Mal gebaut ist. Was auch gut erkennbar ist, dass die Autobahn hier aufhört. Es bestehen jedoch Pläne diese mit der Autobahn auf der anderen Seite zu verbinden.
Der Strand in Mogàn ist einfach chillig. Wir geniessen entspannte Strandtage.
Nach einem ausgiebigen Strandtag führt uns der Weg an der Blumenhecke entlang zu unserem Camper, wo wir uns frisch machen.

Tamara und ich schlendern durch die Strassen und bleiben auf einer Bank bei Musik- Pavillon hängen. Wir tanzen zur Live Musik und eine Engländerin mit pinken Tanzschuhen macht uns ein grosses Kompliment. Nach ein paar Fox -und Slowfox kehren wir zur Bank zurück.
Ein Paar sitzt neben uns und kommt direkt vom Strand. Sie sind aus Gelsenkirchen und erzählen uns, dass sie jetzt 3 Monate hier in Gran Canaria seien. Hier sei es sicherer als in Deutschland. Als sie in Dortmund waren, wurde der Camper aufgebrochen. Nicht etwas wegen den Schalke 04 Schaal, sondern um Wertgegenstände zu klauen. Die Frau erzählt, «dass die Herren Einbrecher wohl zu fein gewesen wären, um etwas mitzunehmen. Nicht mal das alte Radio hätten sie geklaut.» Tamara und ich kugeln uns beinahe vor Lachen. Die Frau hat einen so trockenen Humor und die Art und Weise wie sie erzählt ist bühnenreif.
Nun rufen die Musiker und alle strömen von ihren Sitzen und holen einen Regenschirm. Wir fragen uns, was das wohl bedeutet und sehen, dass es sich um einen Animations-Regen-Tanz um den Pavillon handelt. Nach jeder Runde werden zusätzliche Gäste aufgefordert mitzutanzen. Natürlich ist Tamara an vorderster Fron dabei.
Am nächsten Tag geniessen wie wieder den Strand. Es ist himmlisches Wetter und der Strand ist nicht so stark frequentiert.

Am letzten Tag geniessen wir nochmals den Strand und auch die leckeren Restaurants direkt am Meer. Eigentlich sind Tamara und ich recht gut angezogen.. - aber ich glaube der Sonnenschirm unter meinem Arm hat uns verraten... Der Gast neben uns flüstert seine aufgebretzelten Begleitung zu: "directo de la Playa». Oder es war der Sand, der überall an uns klebte..😊

Tag der toten Drohne (16.4.26)
Byebye Mogàn. Auf der Wegfahrt ruft uns das sympathische Paar aus Gelsenkirchen zu «Passodoble». Das ist ihr Lieblingstanz in der TV Serie. Der Name war ihr gestern nicht in den Sinn gekommen. Es gibt Stimmen die sind einfach lustig, wegen der Tonalität. Die Frau von diesem Paar hatte so eine Stimme, bei der du einfach gute Laune bekommst.
Die Fahrt führt uns am Fuente de Los Azulejos mit den farbigen Felsen vorbei. Scheinbar sind diese Farben beim Lavaaustritt entstanden und durch die Abkühlung im Wasser haben sich die Metalle verfärbt. Diese «Regenbogenschicht» sehen wir entlang der Caldera immer wieder hervorschimmern.
Am Mirador del Balcon geniessen wir die Aussicht. Die Westküste ist steil abfallend und darum hat es fast keine Buchten und Strände. Mohnlumen und blühende Kakteen begleiten uns auf unserer Fahrt.

Die alte Ringstrasse GC-200 ist gesperrt. Trotz der Sackgassentafel fahren wir hinein. Am Ende der Strasse ist ein grosser Zaun, der uns definitiv bestätigt, dass hier Sackgassen-Ende ist. Hier machen wir eine Mittagspause und ich spaziere die abgesperrte Strasse entlang. Es wachen bereits Sträucher und Blumen auf der Strasse. In der Kurve eröffnet sich mir der Blick auf die Halbinsel Punta de Las Arenas und die Playa de la Virgen. Dieser Ort kann meines Wissens nur durch Wandern besucht werden und die Klippe ist sehr steil.
Über die GC-2 fahren wir durch die neuen Tunnels durch die Berge. Die Aussicht wird dadurch massiv eingeschränkt. Leider ist es jedoch so, dass die alte Ringstrasse nicht mehr geflickt wird, sobald eine alternative Autobahn vorhanden ist. Und an diesen Autobahnen wird überall gearbeitet.
Nach El Risco kommen wir über die alte GC-200 und dort wollen wir den Wasserfall finden, den Bernd und Ingrid uns als Tipp gegeben haben. Da wollen wir unbedingt baden gehen. Der Weg dorthin ist schon vielversprechend und gut habe ich die Drohne eingepackt, weil ich unbedingt den Wasserfall filmen möchte. Dass habe ich noch nie gemacht.
Beim ersten Wasserfall angekommen, wissen wir nach zwei Kletterpassagen kommt der wirklich schöne Wasserfall in dem wir schwimmen können. Das Bachbett zeigt uns eindrücklich, dass sich hier bei Regen grosse Wassermassen durch die Felsen zwängen.

Endlich haben wir es geschafft und wir springen ins kühle, ja sehr kühle Nass. Die Sonne hat die Steine schön erhitzt und wir wärmen uns schnell wieder auf.
Auch ein paar farbige Frösche tummeln sind in den Felsenmulden.
Schon bald wird es mir etwas langweilig. Alle Frösche sind gezählt und die Steine begutachtet. Darum packe ich etwas aufgeregt die Drohne aus. Ich bin schon länger nicht mehr geflogen und habe einen Film gedreht. Das will ich hier auf jeden Fall nachholen. Das Sonnenlicht ist perfekt und scheint in die Spalte des Wasserfalls. Die Fotos mit der Drohne sind spektakulär. Nun fehlt noch der Film. Die Regie habe ich bereits in meinem Kopf vorbereitet. Ich fliege die Schlucht über das Steinbecken zum Wasserfall, ziehe eine Rechtskurve und senke die Drohne dann auf 30 Meter, damit ich sie kurz vor dem Wasserfall hochziehen kann. Gedacht, getan. Alles läuft perfekt. Die Aufnahme des Wasserfalls ist der Hammer. Ich fliege bis zum höchsten Punkt des Wasserfalls und über den Berg weiter. Mein Blick ist auf das Display gehaftet und ich geniesse den Flug. Plötzlich kommt die Meldung Funksignal schwach. Zudem sehe ich die Drohne hinter dem Horizont nicht mehr. Darum drücke ich auf «Home». Die Flughöhe für Home ist jedoch nur auf 80 Meter eingestellt. Meine Euphorie wechselt in Panik. War ich auf einer Höhe von 120 Meter und die Rückflughöhe ist auf 60 Meter eingestellt. Dann rast die Drohne in das Gebirge.
Nun habe ich das Gefühl die Drohne zu sehen und wechsle auf Handbetrieb. Jetzt sehe ich die Drohne nicht mehr und ein Turmfalke fliegt schnell in die Felsen. Was ist passiert? Die Drohne sendet das Bild. Sie liegt an der Sonne auf dem Rücken und sendet das Bild eines schönen Felsen.
Nach einer Stunde sendet die Drohne ein Bild im Schatten und ich höre nur den Wasserfall und nicht das Piepen der Drohne. Mit der Suchfunktion laufe ich der Drohne entgegen. Aus dem Laufen wird Bergsteigen und darauf folgt Klettern. Die Drohne liegt auf dem Felsen über dem Wasserfall. Ich brauche noch einige Minuten um loszulassen und mich mit dem Gedanken, "ohne Drohne nach Hause zu gehen" abfinde. Dann gehen Tamara und ich, ohne Drohne zum Camper zurück.
Die perfekte Drohnenaufnahme ist leider auf dem Chip. Einige von euch würden mich vielleicht trösten wollen: Walter, in 100 Millionen Jahren wächst dort ein Drohnenbaum und die Marsbesucher werden sich fragen, wer das hübsche Paar ist und wer den super Film auf dem Speicherchip gemacht hat.
Auf dem Rückweg werden keine Fotos mehr gemacht. Ich ärgere mich immer noch über den Verlust. Ich weiss nicht mehr wie lange wir noch gefahren sind bis wir in Agaete ankommen. In Gedanken bin ich bei meiner Drohe, die auf dem kühlen Stein auf dem Rücken liegt und mit der letzten Akkukapazität vor sich hinpiepst.

Den Abend brauche ich noch, um den Verlust zu verdauen. Schlafe aber trotzdem ein und am Morgen ist wieder ein neuer Tag.
Agaete (17.4.26)
Die Nacht war ruhig und wir haben fantastisch geschlafen. Die Nacht hat uns 5 Euro gekostet und wir haben direkte Meersicht und nur 5 Gehminuten zum Stadtzentrum. Wir bleiben noch bis 14 Uhr auf diesem Parkplatz und zahlen für den Tag 3 Euro nach.
Agaete hat einen schönen natürlichen Pool. Das Unwetter hat aber mit dem nahegelegenen Fluss den Strand halbiert und viel Bambus aus dem Flussbett angespült. Einige Badegäste warten, dass die Wellen kleiner werden, weil es aktuell nicht möglich ist im Schwimmbecken zu baden. Die Temperaturen sind heute bei Windstille fast 30 Grad.
Der Finger Gottes ist ein Felsen, der in der Bucht steht und in den Himmel zeigt. Oder besser gesagt, gezeigt hat. Am 28. November 2005 haben die stürmischen Winde eines Hurrikans den «Dede de Dios» abgerissen.

Ob der Finger die Philosophen inspiriert hat, über Gott und die Welt nach zu sinnen bleibt offen. Auf jeden Fall wird Agaete auch die Stadt der Philosophen genannt. Saulo Toron (+1974) , Alonso Quesada (+1925) und Thomas Moralles (+1921) sinnieren heute noch in Form von metallenen Statuen über das Leben, das für sie alle bereits beendet ist. Das ist doch heue noch so. Der eine meint, mit seinen Worten «die Wahrheit mit Löffeln gegessen» zu haben. Der eine himmelt ihn unkritisch an und der andere denkt, «was erzählt denn der?» Das ist hier sehr schön dargestellt.

Die Stadt hat Bauvorschriften und darum keine Hotels. Das Fischerdorf ist idyllisch mit weissen Häusern und blauen Türen und Fenstern. Auch die Statue der Fischersfrau, welche hofft, dass ihr Mann wieder lebendig von der Arbeit zurückkommt, fehlt nicht. Auch in der Kirche wird klar, dass sich die Fischer über das Leben und den Tod Gedanken gemacht haben und auf die Hilfe von Jesus vertraut.
Um 15 Uhr fahren wir los zum höchsten Punkt der Insel 1957 Meter über Meer. Die Spitze des Vulkans wäre einiges höher als diejenige des Teide auf Teneriffa. Heute ist Gran Canaria ein riesiger Krater und die Fahrt hinauf zeigt uns, dass auch Gran Canaria in voller Blumenpracht liegt. Die Wiesen zwischen den Kiefern liegen in zartem hellgrün und die Blumen in violett, gelb mit einzelnen Mohnblumen.
Unterwegs machen wir halt am Mirador Degollada de las Palomas. Hier geniessen wir die Aussicht auf die Caldera de Tejeda. Gran Canaria ist ein riesiger Vulkankrater und in der Mitte das Dorf Tejeda. Hier sehen wir zum ersten Mal den auf 1811 Meter hoch gelegenen heiligen Monolithen Roque Nublo. Er wirkt auf den Fotos sehr klein, ist aber über 60 Meter hoch. In dieser Gegend haben sich auch die Ureinwohner aufgehalten, weil das Land mit dem Regenwasser sehr fruchtbar ist und in den Felsen Schutz gefunden wurde. Hier in der Gegend gibt es einige Greifvögel wie Turmfalken, Mäusebussard, Sperber und Wüstenfalken.
Wir wollen um 17 Uhr auf dem Waldstück Lianos del Salado ankommen. Tamara hat es geschafft dort eine Übernachtungserlaubnis online zu bestellen. Gespannt kommen wir auf dem Waldstück an, direkt am Vulkanrand Richtung Osten. Von dort wollen wir einen Sonnenaufgang geniessen. Das Waldstück ist sozusagen leer und wir suchen uns einen schönen Platz. Die Aussicht von dort ist spektakulär.
Weil wir die nächsten 3 Tage in den Bergen sind, haben wir Fleisch und Gemüse für den Grill eingekauft. Mit unserer bald zweijährigen Camper Erfahrung ist alles schnell ausgepackt und auch der "Skotty"-Grill wird mittlerweile ohne Gebrauchsanweisung zusammengesteckt.
Wir bleiben bis um 21 Uhr draussen und geniessen es, wie sich die Lichter der Stadt langsam in der Abenddämmerung erhellen.
Eigentlich wäre der Schlafplatz superruhig. Um 23 Uhr kommen zwei Fahrzeuge und parken 15 Meter von uns entfernt. Die Autos sind im rechten Winkel geparkt und vier Autolampen machen die Nacht zum Tag. Nach einer halben Stunde sehen wir, dass ein Zelt ausgerollt wird. Nach dem Aufstellen folgt ein quietschendes Geräusch, welches rund 15 Minuten anhaltet. Sie blasen jetzt ihre Luftmatratzen auf und wir würden gerne bald schlafen. Darum frage ich mit meinem Ausländer Spanisch von unserem Schlafzimmer Dachfenster aus: Quantos Minutos trabajo? Die drei Frauen diskutieren und eine ruft five minutes. Scheinbar hat sie erkannt, dass Spanisch nicht meine Muttersprache ist. Schon bald darauf schlafen Tamara und ich tief.
Caldera Wanderung (18.4.26)
Am Morgen läutet bereits um 7.15 der Wecker. Bei schönem Wetter sollten wir von hier aus, einen atemberaubenden Sonnenaufgang sehen. Leider ist es bedeckt. Beim zweiten Versuch um 7.30 sehe ich die Wolken verschlafen, aber dennoch klar am Himmel. Wir schlafen nochmals bis 10.30 und essen gemütlich Frühstück. Heute ist Samstag und wir haben diesen Schlafplatz leider nur für Freitag bis Samstag erhalten. So ziehen wir heute weiter. Einen knappen km weiter den Vulkan hinunter parken wir und füllen Wasser auf an einem Picknickplatz. Von dort startet auch die 10km Wanderung, die wir heute ausgewählt haben. Schon von weitem sehen wir den Stausee und den Roque Nublo.
Wir kommen am Presa de Los Hornos an. Die 17 Meter hohe Mörtelmauer aus dem Jahr 1933 ist randvoll mit 700'000 m3 Wasser gefüllt.

Am Mirador Roque Nublo zeigt der Wegweiser S51 in die falsche Richtung. Wir merken das erst nach rund 20 Minuten und nehmen den steilen Aufstieg wieder unter die Füsse.

Der Aufstieg ist mehrere hundert Meter und die Aussicht auf den Stausee und den Roque Nublo immer besser.
Vor uns türmt sich ein mächtiger Felsen auf, den wir erklimmen müssen. Tamara braucht etwas Überwindung, welche sich auf der Anhöhe in Begeisterung wandelt.
Oben angekommen ist die Aussicht fantastisch. Es hat auch Felsenhöhlen und wir können uns gut vorstellen, wie die Ureinwohner diesen Felsen als Orientierung und Ritualstädte genutzt haben.

Hier oben sind wir ungefähr auf 1700 Meter und es eröffnet sich uns ein Panorama mit 360° Sicht. Wegen der Calima ist es diesig und die Aussicht etwas eingeschränkt.

Dabei befinden wir uns auf dem Hochplateau mit den schönsten Blumenwiesen. Hier würden wir gerne länger bleiben, aber wir haben erst einen Drittel unserer Wanderung zurückgelegt. Auf diesem Höhenweg ist das Panorama auf den Stausee und den Nublo nochmals traumhaft. Der Weg wird von Wildblumen gesäumt, die uns in allen Farben erfreuen.

Der Höhenweg beschert uns eine Sicht auf beiden Seiten des Grats hinunter. Sonne wechselt ab mit diesiger Sicht. So ändern sich die Aussichten je nach Lichteinstrahlung. Immer wieder bleiben Tamara und ich stehen, um eine Synapse von dieser bezaubernden Aussicht zu bilden.
Der Weg zieht sich bis zum Auto mit 16'000 Schritten. Der Weg ist sehr abwechslungsreich und diese Wanderung S51 dürft ihr auf Gran Canaria auf keinen Fall verpassen. Opfert einen Strandtag und schwingt euch ins Taxi oder auf einen der vielen Busse.
Auf dem Parkplatz begrüssen uns wieder Spechte. Teilweise sogar Paare welche sich gegenseitig anspornen auf der Jagd nach Insekten in den Rinden.
Bis jetzt hat uns Gran Canaria überrascht und begeistert mit einer sehr schönen Bergwelt. Die letzte Woche bricht an.






























































































































































































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