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Kanarische Inseln - La Gomera

  • Walter Blattmann
  • vor 2 Tagen
  • 13 Min. Lesezeit

In den drei Monaten auf den Kanarischen Inseln haben wir uns entschieden alle Inseln mit dem Camper zu bereisen. Zuerst geht es nach La Gomera mit direktem Anschluss nach La Palma. Danach werden wir El Hierro besuchen und noch 2 Wochen in Teneriffa bleiben, bevor wir nach Gran Canaria fahren. Für alle Wanderfreunde ein Leckerbissen.


San Sebastian de La Gomera (24.2.2026)

Die Überfahrt führt durch die Fischfangzone und wir hoffen, einen Wal oder ein Rudel Delfine zu sehen. Die Meerestiere verhalten sich heute jedoch leider ruhig. Auch die Überfahrt ist ruhig und dauert knapp eine Stunde.



Natürlich parken wir direkt am schwarzen Strand und ich fliege etwas mit der Drohne. San Sebastian de La Palma liegt in einer Bucht und die Häuser sind am Hafen und entlang der Felsen gebaut.



Im kleinen Hafen ankert ein Kreuzfahrtschiff. Viele der Gäste liegen am schwarzen Vulkanstrand oder schlendern durchs Dorf. Auch mit einem Mietauto kannst du in einem Tag die wichtigsten Aussichtspunkte anfahren oder für bestimmte Wanderungen den Bus nehmen, um den Nebelwald zu erkunden. Wir geniessen die Ruhe im Dorf und schlendern etwas herum.

Christoph Kolumbus besuchte 1492 La Gomera als letzte Insel, bevor er nach Amerika fuhr. Er besuchte dort die Kirche Nuestra Señora de la Asuncion. Auch bei späteren Reisen in den Jahren 1493 und 1498 stoppte er dort. Darum gibt es auch eine beeindruckende Abbildung der Flotte in der Kirche. Ein Flyer in der Kirche fällt mir auf. Sie bieten im März einen Glaubensgrundkurs an. Sozusagen das ABC des Christentums. Wer an einem solchen Kurs in der Schweiz Interesse hat, kann sich gerne über www.egazh.ch informieren. Sehr empfohlen. Dringende Warnung: Auf keinen Fall einen Bibelkurs der Zeugen Jehovas (Wachturm) buchen. Diese stehen beinahe in jeder Stadt zu dritt und mit Werbetafel. Das ist eine Sekte, welche einige wesentliche Passagen in der Bibel angepasst haben. Sie machen auch Vorschriften, wie man leben soll und was man machen muss, damit sie die Gnade von Jesus erhalten. Mit diesem elitären Denken sagen sie auch, dass nur eine bestimmte Anzahl der «Besten» von den Zeugen Jehovas ins Paradies kommen. Darum haben sie das Wesen der Gnade und Barmherzigkeit nicht verstanden. Dieser Punkt ist im Lukas 23.43 sehr verständlich dokumentiert: Der Verbrecher am Kreuz, neben Jesus, hatte keine Chance mehr sein Leben zu verändern oder etwas Gutes zu tun. Trotzdem spricht Jesus ihm das Wiedersehen im Paradies zu, weil der Verbrecher verstanden hatte, dass Jesus als Gottes Sohn unschuldig für unsere Sünden verurteilt wurde, damit uns Gnade, Vergebung und sofortige Gemeinschaft mit Gott zugesagt ist - das feiern wir an Ostern.

Generell ist alles eine Sekte, die der Bibel etwas hinzufügt oder wegnimmt. Oder sogar ein Zusatzbuch oder Reden von wichtigen Personen über die biblischen Werte stellt.

Im Dorf finden heute noch die letzten Ehrungen des Carneval statt. Als wir unseren Abendspaziergang machen, ist die Party bis auf einige wenige verkleidete Personen bereits vorbei. Im 24/7 Verpflegungscorner staunen wir über das Fastfood Angebot und den Pizza Automaten, der in nur 6 Minuten deine Wunschpizza in einen Karton zaubert. Wir haben zu Hause gegessen und lassen dieses Pizza Experiment an uns vorbeiziehen.  


Wanderung im Nebelwald 25.2.2026

La Gomera hat viel Wind und Nebel. Die Zeitfenster, um an den wunderbaren Miradors die Aussicht zu sehen sind begrenzt. Heute sollen sich die Wolken um 14 Uhr verziehen. Also machen wir uns auf den Weg auf den Kraterrand. Auf dem ersten Hügel haben wir bereits eine tolle Aussicht auf San Sebastian de La Gomera und im Hintergrund den Teide von Teneriffa.



Die Insel La Gomera ist ein grosser Krater mit einer Gesamtfläche von rund 20x24 km. Die Fahrt zum Nebelwald ist zerklüftet und die Aussicht fantastisch.



Im Landesinneren beginnt der Nebelwald und somit auch der Nebel. Immer wieder sehen wir jedoch die Schönheit der Landschaft zwischen den Nebelschwaden. Die erste Wanderung ist auf den höchsten Punkt von La Gomera. An jedem Mirador steht, was hier zu sehen wäre - leider haben wir nur eine Nebelwand vor uns. Die Wanderung «Alto de Garajonay» ist jedoch beeindruckend mit den Blumen und der grünen Landschaft.

Nach dem Mittagessen ist es etwa 13 Uhr und die zweite Wanderung führt zum Natur Reservat Benchijigua . Bei den ersten Aufhellungen freuen Tamara und ich uns wie kleine Kinder.

Ab 14 Uhr ist der Himmel blau und wir staunen am Mirador del Morro de Agando über die beeindruckende Fernsicht.


In Playa Santiago soll morgen das Wetter sehr schön sein. Schon die Fahrt vom Kraterrand zum Dorf am Meer ist wunderschön in der Abendsonne. Dort finden wir einen ruhigen Schlafplatz.


Wanderung zur Playa de Chinguarime (26.2.26)

Am Morgen regnet es stark. Darum machen wir noch Sport und duschen ausgiebig. Im Talkessel begrüsst uns ein Regenbogen. Wo ein Regenbogen ist, da ist die Sonne nicht weit. Optimistisch ziehen wir unsere Regenkleider an und machen uns auf den Küstenwanderweg.

Der Weg führt von der Playa Santiago zur Playa de Tapachuga und führt uns an Bananan Plantagen und blühenden Blumen vorbei. Die meist Fragen von Tamara bei Spaziergängen heissen: «Noch bis zur nächsten Kurve?» oder «Noch bis zum nächsten weissen Haus?». Heute ist die Frage noch bis zum nächsten Strand? Nun weiss ich, es werden heute viele Schritte😊



Auf den einzelnen Vulkan-Moränen sind noch die Überreste von Wasserleitungen sichtbar. La Gomera hatte früher stark in die Landwirtschaft investiert. Tomaten und Bananen wurden hier angebaut. Darum sind auch viele Hänge mit Mauern befestigt und treppenförmig angelegt.

In der Playa Medio angekommen sehen wir 3 Kastenwagen und ein Lager von leeren 8 Liter Wasserkanister. Einige Personen sitzen zusammen und sehen aus, wie wenn die Zeit in den 70er stehen geblieben wäre. Tamara kommt in den Sinn, dass sie etwas von einer Hippie Kommune gelesen hat. Wir laufen zum Strand und wollen dort unser Mittagessen geniessen. Am schönen Steinstrand sehen wir in den Felsen die Höhlen, wo sich einzelne Personen niedergelassen haben. Eine Frau sitzt in ihrer Höhle und spielt Handorgel. Sie grüsst uns freundlich zurück mit einem Kopfnicken. In einer anderen Höhle sitzen mehrere Männer zusammen und lachen. Mir kommt der Spruch unseres Spanischlehrer in den Sinn: «PARA GUSTO COLORES». Was so viel heisst wie: «Respeta otras Personas».

Nachdem wir unser Mittagessen genossen haben, würde ich am liebsten mit den vielen Steinen etwas bauen. Es gelingt mir jedoch mich zurückzuhalten und die Steine liegen zu lassen. Ausser einen roten Vulkanstein mit schwarzen Flecken. Den nehme ich als Erinnerung an diesen Strand mit ;-).

Der Weg in die nächste Bucht Playa de Chiriguarme ist abenteuerlich. Er führt an der steil abfallenden Klippe entlang. Tamara hat ihre Höhenangst im Griff und wir schaffen es die Klippe zu überqueren.

 


In der Bucht angekommen führt der Wanderweg direkt an weiteren bewohnten Höhlen vorbei. Ehrlich gesagt, bin ich überfordert mit dem Gedanken, dass sich Menschen hier permanent niedergelassen haben. So etwas sprengt meinen Denkrahmen völlig. In einer der ersten Höhlen wird auf Deutsch verhandelt, welche Würste im Spar die günstigsten ist und wie viele Euro der eine bekommen soll, wenn er die leeren Wasserflaschen zurück ins Dorf transportiert. Es leben hier dutzende von Leuten und Familien mit Kindern in Höhlen oder Zelten in der Bucht. Auch Steiniglus mit ausgelegtem Stroh gibt es für Kurzaufenthalter. Scheinbar gibt es hier eine wichtige Regel und diese ist gross auf den Felsen gesprayt: Geschissen wird im Meer - in englischer und spanischer Sprache...

Diese Regel mit dem «grossen Geschäft» ist sehr wichtig. Bei Vuelta im Valle Gran Rey wurde der Hippie Strand an der Playa de Argada in «Schweinebucht» umbenannt. Diese wurde 1970 von Hippies besiedelt und seither regelmässig von der Polizei wieder erfolglos geräumt. Später am Abend schauen wir uns eine Reportage auf Arte an, die das Leben von jemandem dokumentiert hat, der schon mehrere Jahre hier lebt. Eine Aussage von ihm lässt mir keine Ruhe: «Hier an diesem schönen Ort habe ich Zeit, um zu leben und mich selbst besser kennen zu lernen. Hier muss ich mich um niemanden und um nichts anderes mehr kümmern.» Was treibt mich bei seiner Aussage um?

1.     Wir können uns mehr Zeit nehmen, um über dieses wunderbare Leben nachzudenken.

2.       Wir dürfen uns über Geschenke des Lebens freuen, aber auch dem Geber gegenüber dankbar sein.

3.       Wir haben die Freiheit & Aufgabe unsere Verantwortung für Menschen und die Natur zu übernehmen


Die Bucht ist traumhaft und die Wanderung lohnt sich auf jeden Fall. Die Beine sind schon langsam müde und der Rückweg steht uns noch bevor.

Bilder Bucht und Tamara

Immer wieder finden wir die verlassenen Plantagen aus der früheren Landwirtschaft. Leere Gebäude, vertrocknete Felder und unbenutzte Bewässerung Infrastruktur sind überall zu finden. 

Auf dem Heimweg geht die Sonne bereits unter und wir schauen, welches Restaurant in Santiago die besten Bewertungen hat und noch auf ist. Es ist ein Foodtruck mit Tischen und Stühlen und einer Toilette. Der Foodtruck und die Stühle sind sogar unter einem Dach. Die guten Bewertungen bestätigen sich. Auch der Spruch passt zu den ausgelassenen Gästen: « Non tenemos WIFI. Pero hay Mojito que hace la comunicacion mas facil.» :-)

Wir gehen müde und zufrieden schlafen. Im Bett denke ich nochmals an die Erlebnisse vom Tag. Plötzlich kommt es mir über die Lippen: «Bin ich dankbar, habe ich ein warmes Bett und ein Dach über dem Kopf.» Tamara lacht und wir schlafen Arm in Arm ein.


Valley del Rey (27.2.2026)

In der Playa Santiago kommt uns Pierre besuchen. Er war mehrere Jahre mit dem Boot auf den Weltmeeren und hat sich vor 2 Jahren einen 4x4 Mercedes Sprinter gekauft. Wir reden über die spannenden Orte, die «man» bereisen könnte. Auch die Reisen nach Afrika, welche Seabridge neu anbietet. Wir tauschen die Kontaktdaten und verabschieden uns «bis bald». Eventuell treffen wir uns ja in Südamerika oder Afrika.

Unsere Fahrt zum Valley del Rey führt uns zum Mirador Risquillos de Corgo. Von dort aus gibt es die Gelegenheit nochmals den Nebelwald zu erkunden. Das Wetter ist regnerisch und windig. Darum fahren wir an einigen Miradors vorbei. Es ist wirklich so: Der Nebelwald heisst so, weil es Nebel hat!

Mein geheimer Wunsch ein Foto zu machen, wenn die Sonne in den Nebel scheint, verblasst im Grau des Nebels. Trotzdem gewinnt die mystische Stimmung unsere Aufmerksamkeit und unsere Bewunderung.



Auf der Nordseite des Kraterrandes ist der Nebelwald. Der Nebel, bzw. die Wolken ziehen über den Kraterrand hinweg oder entleeren sich am Kraterrand. Auf der Hinunterfahrt an den Strand scheint wieder die Sonne. Hier ein paar Fotos, um zu zeigen, was «Hinunterfahrt» bedeutet.


6 Fotos

An der Playa Vueltas parken wir direkt am Strand nur 2 Gehminuten von unserem Wäschesalon. Nach nur einer Stunde und 4 Waschmaschinen sind wir wieder ready2go. An der Pista del Baluarte parken wir zwischen den anderen Camper am Strand. Der Wagen neben uns zeigt uns auf, dass es durchaus noch Potenzial zur Reduktion gibt.



Valley Hermosa (28.2.2026)

Am Morgen spazieren wir an die Playa de Valley Gran Rey. Hautacuperche hatte sich 1488 als König in La Gomera gegen die Besatzung der Spanier aufgelehnt. Esteban Bethencourt hatte darauf mit einem brutalen Angriff auf die Einheimischen reagiert. Macht ist für leider zu viele Menschen auch heute noch der einfachste Weg, um sich nicht mit anderen Menschen und ihren Bedürfnissen auseinander zu setzen.




Das Charco del Conde ist ein natürlicher Pool, in dem trotz den kühlen Böen Einige ein Bad nehmen. Es ist ein sehr idyllischer Platz. Darum nehmen wir dort unser Mittagessen ein. Es fällt uns auf, dass in dieser Bucht hautsächlich Deutsch gesprochen wird. Sogar die Läden werden teilweise von Deutschen betrieben. Wer hier länger als einen Monat verweilt muss seine Garderobe anpassen, um nicht aufzufallen.  90% der Leute in dieser Gegend haben einen Hippie Stile. Von der Frisur bis zu den Hosen durchgestylt. Wir fallen etwas auf😊

Unser nächstes Ziel ist Playa Aloyera und wieder geht es auf den Kraterrand und wieder die nächste Klippe hinunter zum Strand. Das Panorama ist fantastisch und die Wanderwege sind hier nahezu unerschöpflich.

Im Dorf angekommen sind wir auch schon bald wieder weg. Die Beschreibungen im Internet waren wohl etwas euphorisch.

Es gibt nur einen Parkplatz, an dem wir geradestehen könnten. Dort haben sich jedoch bereits unsere immer-wieder-getroffene-Camperfreunde niedergelassen. Hier treffen wir sie bereits zum 4. Mal seit der Ankunft auf der Insel. Die Gespräche waren sympathisch, aber eher kurz, darum wissen wir bis heute leider ihre Namen nicht. Sie waren mit einem Expeditionsfahrzeug 10 Jahre bereits auf Reisen und sind nun mit einem Van unterwegs. Sie hätten sicher viel zu erzählen... So verabschieden wir uns durch das Fenster und fahren nach Taguluche.

Die Fahrt führt uns am Kraterrand entlang durch dicht bewachsene Palmenhaine und an schroffen Felsen vorbei. Immer wieder hat es Steine auf der Strasse, welche von den Böen in Bewegung gesetzt worden sind.

In Taguluche fahren wir bis zum Ende der Strasse. Beim Wendeplatz auf dem Plateau sind alle Parkplätze besetzt und der Wendebereich ist 6x6 Meter. Tamara manövriert mich für die 180 Grad Wende und ich parke am Rand der Strasse direkt mit Meersicht.

Der heutige Parkplatz ist sehr wichtig. Sturmböen von 30 Meter/sec sind angesagt. Darum stellen wir das Auto mit der Nase in den Sturm. Auch neben uns am Steilhang hat es nicht so viele Steine, die sich lösen könnten. Der Sonnenuntergang ist fantastisch und der Himmel hört nicht auf zu glühen, lange nachdem wir wieder im Camper sitzen.


Mirador de Abrante (1.3.2026)

In Anbetracht des Sturms haben wir erstaunlich gut geschlafen. Auf der anderen Seite des Tals, bei der Kirche, scheint bereits die Sonne. Darum fahren wir dorthin um zu frühstücken. Gestern wäre es unmöglich gewesen dort zu übernachten. Der Wind war zu stark und hat sogar Steine über die Klippe geblasen. Auf dem Foto (links) sieht man die horizontalen Basaltsteine, welche von Wind und Wetter geformt wurden. Eine reisende Person hatte diesen Platz als besten Schlafplatz in den letzten 1.5 Jahren bezeichnet. Die Aussicht ist fantastisch und auf dem Parkplatz werden wir mit «Este Lugar es per totos. Cuidalo!» offen empfangen. Es hat bei der Kirche in Taguluche auch Frischwasser, Grillstellen, Tische und Toiletten. Ein Spanier parkt neben uns und wir bieten ihm einen Kaffee an. Etwas später bringt er uns ein selber gemachtes Herz aus Palmenblättern. Er kommt aus Ceuta, der spanischen Enklave in Afrika. Darum spricht er fliessend französisch. Die Begegnung ist kurz aber herzlich.

Auf der Aussenseite des Kraters fahren wir bei blauem Himmel zum Red de Miradores del Parce Nacional Garajonay. Am Mirador zeigt sich jedoch wieder das Nebelmeer.

Der Nebelwald ist fast nebelfrei und die Auswirkungen der starken Böen auf den Strassen sind spürbar. Immer wieder muss ich Steinen ausweichen und auch mal einen von der Strasse nehmen.


Am Mirador de Abrante treffen wir wieder das deutsche Reisepaar, die wir auf der Insel immer wieder getroffen haben. Nun tauschen wir die Kontaktdaten aus und plaudern angeregt mit Werner und Gaby. Sie haben auch mit 58 Jahren aufgehört zu arbeiten und sind mit einem Offroad Fahrzeug zwei Jahre in Afrika und 7 Jahre in Nord -und Südamerika herumgereist. Wir verabschieden uns mit einem Schmunzeln «wir sehen uns».


In Agulo steht «El Transportador» Dort wurden die Bananen mittels Seilbahn von den Terrassenfeldern zum Lagerhaus transportiert. Auch der Hafen «El Pescante de Hermigua» wurde für den Export im Jahre 1908 gebaut. Auf dem Bild sind die Überreste des Hafens noch an der Felswand zu sehen. Selbst heute werden noch Bananen exportiert.

Das Dorf ist in 20 Minuten besichtigt. Traditionelle Läden aus der Kolonialzeit sind zu finden und die typischen Holzbalkons überall zu sehen.

Es ist schon nach 16 Uhr und alle Restaurants sind geschlossen. Darum essen wir im Camper. Es klopft an die Türe und Werner und Gaby sind auch in Agulo auf Entdeckungstour. Wir plaudern etwas und fahren anschliessend nach Santa Catalina. Dort wollen wir an der Playa Hermigua übernachten. Der Strand ist windig und die See stürmisch. Innert Minuten sind unsere Fenster zugesalzen. Nach einem Spaziergang entscheiden wir uns landeinwärts einen etwas weniger salzigen und ruhigen Schlafplatz in Hermigua zu finden.

Dort schlafen wir hinter dem Stadtpark. Gänse schnattern im nahgelegenen Teich und die Frösche quaken fröhlich in der Nacht. Die Nacht ist ruhig und wir schlafen tief und fest.

Überfahrt nach La Palma (2.3.2026)

Unsere Fähre geht erst um 20 Uhr und so haben wir viel Zeit, um den Tag zu starten und den sonnigen Tag zu geniessen. Tamara macht wieder Sport im nahen Stadtpark und ich lümmle etwas herum.

Und wieder fahren wir den Kraterrand hoch und stellen fest, dass heute kein Nebel und keine Wolken herumschleichen. Jetzt sehen wir auch an den Miradors die bezaubernde Aussicht. Die Miradorparkplätze sind sehr knapp bemessen. Grosse Wohnmobile haben keine Chance dort zu parken. Zudem hat es nur wenige Plätze pro Mirador. Der Vorteil ist, dass die kurzen Wanderungen von diesen Parkplätzen nie überfüllt sind, weil nur wenige Besucher gleichzeitig unterwegs sein können.

Wenn du auf einem der kleinen Parkplätze bist und eine Rundwanderung von 1-2 km angeschrieben ist, dann musst du diese unbedingt machen (z.B. El Bailadero 0.9km). Spontan halten wir am Parkplatz Mirador Hermigua. Der Parkplatz ist direkt auf dem Kraterrand im Nebelwald.

Das heisst, dass es auf der Nebelseite 10 Grad ist und auf der Küstenseite 20 Grad. So wachsen dort auch Pflanzen die gerne viel Wasser/Nebel brauchen und gleichzeitig die Sonne lieben.


Dann führt der Weg in den Nebelwald. Heute ist nur der kühle Wind zu spüren, aber es kommt kein Nebel den Hang herauf.

Im Nebelwald ist es kühl und nass. Darum spricht man auch «vom Ort, wo die Bäume Pelze tragen». Ich kann mich kaum sattsehen, weil die grünen Farben im Sonnenlicht faszinierend sind.



März bis April blühen hier auf La Gomera die blauen Natternköpfe (Tajinaste). Die Blumenstauden werden bis zu 4 Meter hoch. Blau ist unsere Lieblingsfarbe und wir freuen uns riesig, dass diese Blume bereits im Februar blüht.


Los Roques sind eine Ansammlung von Felsen, welche aus dem Boden ragen. Agando, Ojila, Carmona, Zarcita und Las Lajas heissen die Berühmtesten der Felsen. Auch dort finden wir den perfekten Parkplatz.

Die Entstehung der Formen werden so erklärt, dass die Aussenschicht des Vulkans bereits ausgehärtet war und an diesen Stellen, wo die Felsen in den Himmelragen, Lava die harten Schichten von unten nach oben gewölbt oder sogar durchbrochen hat. Dieser «Lavanöppel» war harter als die über ihm liegenden Schichten. Darum steht der Felsen trotz der Witterung noch da, obwohl Wind und Regen die restlichen Schichten abgetragen hat.

Die Rückfahrt nach San Sebastian dauert nochmals länger, weil wir bei jeder Gelegenheit nochmals das Panorama in uns aufsaugen wollen.

In San Sebastian angekommen treffen wir Pierre. Er hat im Hafen mit Bekannten zum Apéro auf dem Schiff abgemacht. Den hatte er auf seiner mehrjährigen Bootsreise kennen gelernt. Er erzählt uns mit strahlenden Augen, dass er bei Seabridg eine Reise von Marokko an der Westküste Afrika entlang in den Süden gebucht hat. Seine Reise startet im Dezember und dauert ein paar Monate. Eventuell nimmt er anschliessend die Fähre von Afrika nach Uruguay und wir sehen ihn wieder. Nach dem «bis bald» gehen wir Abendessen. Anschliessend wollen wir bei Armas auf der Fähre einchecken. Die Fahrt ist gestrichen wegen 60km/h Wind. Morgen sind 57 km/h angesagt. Eventuell müssen wir noch bis Mittwoch bleiben?


Überfahrt nach Teneriffa und dann nach La Palma (3.3.2026)

Am nächsten Tag treffen wir unsere Reisebekannten Gaby und Werner. In der Stadt trinken wir noch etwas zusammen und gehen anschliessend zu Armas an den Schalter. Die Fähre heute Abend ist wieder storniert worden. Am Schalter werden wir professionell bedient und uns wird empfohlen die Überfahrt zu stornieren und bei Fred Olsen eine Überfahrt nach La Palma mit Zwischenstopp in Teneriffa zu buchen. Das machen wir so und haben den nächsten Termin Morgen um 7.00 Uhr.

Es regnet den ganzen Tag und wir verabreden uns in einem Restaurant, das uns Pierre empfohlen hat. Zuerst besuchen wir noch den "Hornbach" von San Sebastian, den Bazar Oriental. Wie beinahe in jedem Dorf gibt es einen chinesischen Basar bei dem du fast alles findest. Der Eingang ist unscheinbar und der Laden erstreckt sich durch das ganze Gebäude mit Erd-, Ober- und Untergeschoss.

Das Restaurant Casa La Capitana ist gut gelegen und das Ambiente ist sehr hübsch. Es gibt im Innenhof Tische und weil wir bereits um 19 Uhr da sind, ergattern wir einen Tisch unter dem Vordach. Es stellt sich heraus, dass das ein guter Entscheid war, weil es wieder zu regnen beginnt. Es war ein sehr lustiger und gemütlicher Abend. Zudem hören wir einige Erfahrungen von Gaby und Werner aus ihrer Reise in Südamerika :-). Heute gehen wir früh schlafen, weil morgen der Wecker, wie früher um 6.00 läutet. Wir sind gespannt, ob die Fähre bei dem hohen Wellengang auch fährt.

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