Zweite Woche in der Sprachschule Debla-Malaga
- tamarablattmann
- vor 3 Tagen
- 9 Min. Lesezeit
Der Schulrhythmus liegt uns nicht mehr im Blut. Trotzdem sind wir nach einer Woche etwas akklimatisiert. Früh aufstehen, Schule und Aufgaben machen sind nach zwei Wochen zur Gewohnheit geworden. Unser Lehrer findet, dass uns einige weitere Wochen nicht schaden würden. Wie er doch recht hat. Es zieht uns jedoch weiter auf unserer Reise.

Zweite Schulwoche im Spanischkurs - Lunes 12.1.26
Diese Woche sind mehr Schüler. 3 Kanadierinnen aus Quebec, ein Tscheche und eine Amerikanerin aus Chicago. Alle haben schon einige Jahre Spanischerfahrung. Darum erhöht sich das Lerntempo um das gefühlte Zehnfache, was für die 19-jährigen Kanadierinnen immer noch zu langsam erscheint… 😉
Pepe und Encarna unsere Spanischlehrer bei der Debla machen das sehr gut. Immer wieder erklären sie uns geduldig dasselbe auf eine neue Art. So kommen wir nun nach einer Woche dem Rätsel «Estar» oder «Ser», der beiden Sein-Formen, etwas auf die Spur. Auch die Anzahl Verben und Substantive erhöhen sich täglich. Nur die Worte zu finden, wenn ich etwas sagen will - no es fazil.

Am Abend wird es kühl und unsere «Lieblingsanzeige» der Truma Heizung meldet sich mit der Fehlermeldung E122H. Unser Trick mit der Umschaltung auf die Zweitpumpe vom Höhenkit funktioniert leider nicht mehr. Zudem meldet sich die Meldung eines Tiefstandes unserer Starterbatterie über das Mercedes App. Kein Wunder, wir sind nun auch schon eine Woche auf dem gleichen Stellplatz. Es ist 21.30 Uhr und zur Freude unserer Camper Nachbarn starten wir den Motor, um zu schauen, ob der Motor und auch die Heizung anspringt. Gott sei Dank funktioniert beides und der Camper ist im nu erwärmt. Scheinbar bedient sich die Truma Heizung bei jedem Start von der 230Volt Starterbatterie. Es ist nun klar, dass wir morgen nach der Schule einen Ausflug mit dem Auto machen. Sollen wir nach Marbella, in das Torcal Gebirge oder nach Nerja fahren? Das entscheiden wir morgen und schlafen im warmen Zuhause friedlich ein.
Ausflug nach Nerja - Martes 13.1.2026
Freunde von zu Hause fragen uns, wie wir das zwei Wochen aushalten mit nur 8-9 Stunden Schlaf und einem Wecker, der um 6.50 Uhr läutet. Das ist eine gute Frage… Und ja, sie beschäftigt uns jeden Tag 😉. Wir sind froh, wenn wieder der Alltag einkehrt ohne Wecker einkehrt 😊. Zudem müssen wir täglich damit rechnen, dass der Bus 160 an unserer Station vorbeifährt, weil er bereits voll ist. Das heisst eine Reservezeit von 20 Minuten einrechnen. Bis jetzt sind wir nur einmal zu spät gekommen und mussten uns auch keinen Spruch betreffend pünktliche Schweizer anhören…
Die Schule ist um 13 Uhr fertig. Kurz darauf fahren wir los. In Nerja angekommen parken wir an unserem bekannten Parkplatz in der Nähe des Zentrums. Nur wenige Schritte zum Balkon von Europa. Dort spielt der gleiche Gitarrist wie vor einem Jahr und er kann es immer noch hervorragend. Die Stimmung ist locker und die Sonne scheint. An einem der drei Strände ist das Wasser flach und die Bucht windgeschützt. Darum schwimmen auch bereits einige im kalten Nass. Es wundert mich, dass eine Gruppe mitten auf dem Balkon von Europa steht und zum Himmel winkt. Im Sonnenlicht erkenne ich die Drohne und ich wundere mich, dass das hier erlaubt ist. Oder nicht? Die Polizei kommt und stoppt das fröhliche Fliegen. Das Gespräch mit der Polizei dauert sicher eine Viertelstunde. Die Frau darf die Drohne behalten und ob es Konsequenzen hatte, bleibt ungewiss.
Nerja gefällt uns sehr gut. Fussläufig und verwinkelt. Hübsche Gassen und feine Helados. Tamara weiss, dass ich bestechlich bin, und überredet mich zu einem Helado. Die Chancen auf einen anschliessenden, ausgedehnten Spaziergang haben sich nach dem Helado massiv erhöht. So laufen wir bis zum Sonnenuntergang, den wir in einer Strandbar zusammen geniessen.

Zurück im Camper springt auch die Heizung ohne Fehlermeldungen an. Wir sind darüber dankbar und gehen früh schlafen.
Málaga bei Sonnenschein - Mièrcoles 14.1.2026
Hier eine Randbemerkung zu den spanischen Gewohnheiten in Andalusien. In der Schule fällt mir das besonders auf. Die Räume der Toiletten sind dort sehr geräumig. Ich versuche die Szene zu beschreiben. Grundsätzlich sind die Papierrollen rechts oder links hinten an der Wand montiert. Das heisst, dass bereits bei dieser Übung eine starke Torsion des unteren Rückenbereiches und des Brustbereichs trainiert wird. Da «Papel» in Andalusien nicht in die Toilette geworfen wird, steht dafür ein Eimer zur Verfügung, der oft auf der gegenüberliegenden, rechten oder linken Seite steht. Nun erschwert es die Angelegenheit zusätzlich, wenn der Eimer einen Deckel hat, der nur mit dem Fuss geöffnet wird. Das bedeutet eine zusätzliche Dehnbewegung aus der Hüfte, um den Eimer mit dem Fuss zu öffnen. Das kann oft akrobatische Ausmasse annehmen, wenn man bedenkt, dass der Eimer hinten an der Wand steht. Falls dem Leser die Vorstellungskraft fehlt, kann ich das gerne in der Schweiz einmal vorturnen. 😊
Den Nachmittag geniessen wir in Malaga. Wir wählen ein gutes Restaurant und erhalten einen Tisch mit unserer neu erlernten Frage im Restaurant; «tienen mesa para dos personas?». Die Aussicht auf den Hafen ist beeindruckend. Die Ausstattung der Jachten umso beeindruckender. Es fahren auch Frachter CMRQNQ in den Hafen, wobei bei diesen Modellen die Container nicht auf dem Deck stehen, sondern im Rumpf verstaut werden. Das Essen ist herrlich und der Vanilleplunder anschliessend ein Genuss. Den wollte ich im Frühjahr 25 bereits probieren. Aber damals hatte es zu viele kleine Fliegen, die das gleiche Ziel hatten wie ich. Heute muss ich den Plunder jedoch nicht teilen. Tamara bestellt einen «Tinto de Verano» und ich einen Ribera del Duero.
Heute sind wir wieder auf unserem Schrittniveau von 2025 angekommen. Mit 18'000 Schritten sind unsere Beine inzwischen müde geworden. Zuhause angekommen mache ich die AVOR für die «SecureCamper-Fenstersicherung». Die mechanische Verriegelung verhindert das Aufstemmen der Plastikfenster. Mit diesem System muss ein geübter Einbrecher die Fensterrahmen aushebeln und das ist doch sehr beschwerlich. Ein Trackiwi wird im Sommer montiert. Dieser Sender meldet Bewegungen, zeichnet die Route auf und zeigt gleichzeitig weltweit den Standort unseres Campers an. Sollte er gestohlen werden, wissen wir wo er steht. Hoffentlich brauchen wir das nie.
Essen am Strand – Jueves 15.1.202
In der Schule haben wir heute viele Wörter über «comer» gelernt. So auch das offizielle Wort für die am Strand über dem Feuer gebratenen kleinen Fische. Je länger der Unterricht über die Speisen und Getränke geht, desto hungriger werden Tamara und ich. Nach dem Motto «tengo hambre» wollen wir nach der Schule die Speisen Boquerones, Calamares und Papas de Malaga am Strand geniessen.

Schulabschluss bei Debla - Viernes 16.1.2026
Heute ist der letzte Schultag. Das Wetter ist wunderbar und die Sonne wärmt herrlich. Morgen soll auch den ganzen Tag die Sonne scheinen. Die Kanadierinnen gehen dann nach Ronda und die Frau aus Chicago besucht die Alhambra in Granada. Beides haben wir im Frühjahr 25 auch bewundert. Malaga ist sehr gut gelegen. Im Umkreis von 1.5h kannst du hier in Andalusien sehr viele Highlights besuchen. Beim Abschied hat Michal der Tscheche für uns eine berührende Abschiedsrede auf Spanisch vorbereitet und küsst zum Abschluss noch die Hand von Tamara. Die Lehrerin meint nur «was für eine besondere Klasse» 😊.
Nach der Schule kaufen wir im Mercadona ein. Das ist immer ein Erlebnis. Neben der Früchte-, Gemüse und Fleischauslage gibt es hier noch die Serrano-, Fisch- und die Paellaauslage.
Am Abend wird es kühler, aber die Heizung springt nicht an und die Starterbatterie hat sich auch schon wieder entladen. Schon bedenklich, dass eine Starterbatterie jetzt nach 5 Jahren am oberen Ende der Lebensdauer ist. Wir müssen diese wohl ersetzen. Das machen wir aber erst auf den kanarischen Inseln. Dort hat es auf jeder Insel eine Mercedeswerkstatt.
Ausschlafen -Sabato 17.1.2026
Es ist 9 Uhr und draussen schon hell. Das fühlt sich wieder richtig an. Kein Wecker und aufstehen, wenn es hell ist. Das geniessen wir sehr. Strahlend blauer Himmel und wenig Wind begrüssen uns an diesem Samstag. Die Waschmaschine kommt nochmals zum Einsatz. Rund um den Camper ziehen wir die Wäscheleine. Zusätzlich wird der Sonnenstoren zum ersten Mal ausgefahren, um die Wäsche daran zu befestigen. Natürlich mit den neuen C-Schienen Wäscheklammern und Bügelhaltern, welche Tamara im Internet «erstöbert» hat. Ich bin begeistert: Einerseits von Tamaras Recherchierkünsten und andererseits wie praktisch diese Teile sind. Leider habe ich keine Fotos gemacht. Unser Camper sieht aus, wie die Marktwagen mit Kleidern in Italien 😊.
Während die Wäsche an der Sonne im leichten Wind trocknet, machen wir uns auf den Weg zum Mittagessen. Heute wollen wir in Rincon am Strand essen. Die Kellnerin zeigt uns zuerst die heute gefangenen Fische. Dann noch einen Blick in die Karte. Die Salatschüssel zum Teilen wäre schon genug gewesen. Die Boquerones und Calamares dürfen nicht fehlen. Der Fisch Dorada hat es Tamara auch noch angetan. Die Gerichte werden am Strand in einem Grillboot gebraten. Der Koch steht vor dem Restaurant und hält die Dorada in die Höhe. Dabei schreit er laut «Una Dorada». Das machen sie nicht mit jedem Menu in diesem Restaurant. Erst jetzt fragen wir uns was dieser zellebrierte Fisch wohl kosten wird... Wir geniessen das Ambiente, die Sonne, das Meer und das super feine Essen. Das Essen ist doppelt so teuer wie sonst… aber es war super lecker – und wir sind knapp noch im Tagesbudget drin... 😉
Der Weg zurück ist lange und wir staunen über die vielen Leute, die den Samstag am Meer geniessen. Kurz vor dem Sonnenuntergang erreichen wir wieder unseren Camper und verstauen die frische Wäsche

Letzter Tag in Malaga – Domingo 18.1.2026
Der Versuch die Heizung aus dem Bett anzuschalten, scheitert kläglich. So bleiben wir noch unter der warmen Decke, bis die Sonne unseren Camper etwas aufheizt. Das wird schwierig, wenn es draussen 7 Grad und drinnen 10 Grad ist. Heute ziehen wir uns etwas wärmer an und frühstücken ausgiebig. Anschliessend liest Tamara im Galaterbrief. Einer meiner Lieblingsbriefe in der Bibel, weil es dort um den Umgang mit der eigenen und der Freiheit von anderen geht.
Die Fahrt nach Marbella ist kurzweilig aber die Temperaturen steigen nur auf rund 13 Grad. Das hält uns nicht ab die Stadt zu erkunden. Auch heute werden es wieder 12'000 Schritte. Marbella hat eine sehr hübsche Altstadt und eine lange Strandpromenade mit feinem Sand und vielen Palmen. Heute ist Sonntag und nur rund 10% der Geschäfte haben geöffnet. Trotzdem schlendern viele Menschen durch die Gassen und dem Strand entlang. Marbella gefällt uns gut.
In Marbella nehmen die Immobilienpreise jährlich um mindesten 10% zu. Seit 2019 sind die Preise um 72 Prozent gestiegen. Die internationale Nachfrage von kaufkräftigen Kunden nach Wohnungen und Häusern ist ungebremst. Diese Tatsache schlägt sich auch auf andere Konsumartikel und die Restaurants nieder. Wir schlafen in der Nähe des alten Fussballstadions. Heute findet dort ein Fussball Turnier statt und wir sind gespannt, wie ruhig die Nacht wird. Bis die letzten Fans nach Hause gehen, kommen gefühlt bereits die ersten Autos von den Eltern, welche ihre Kinder zur Schule bringen. Die Nacht war kurz, aber fühlte sich sicher an.
Cadiz - Lunes 19.1.2026
Am Morgen haben wir wenig Lust auf dem Parkplatz zu Frühstücken. Darum suchen wir uns einen schönen Platz am Meer an dem wir auch noch etwas unsere Füsse vertreten können.

Die Strasse von Marbella nach Cadiz führt uns durch das Gebirge. Die Orangenbäume blühen. Je höher die Berge, desto karger die Landschaft. Trotzdem wird das Land bewirtschaftet und riesige Herden von Rindern und Stieren breiten sich vor uns aus. Die 232 km Fahrt nach Cadiz ist kurzweilig und wir kommen rund 30 Minuten vom Hafen entfernt an. Am Kanal von Sancti Petri parken wir an der Playa de Camposoto. Der Parkplatz ist direkt zwischen der Lagune und dem Meer. Schlafen ist im hinteren Bereich des Parkplatzes erlaubt. Die wenigen Camper haben sich jedoch gut verteilt und kommen hauptsächlich aus Holland, Deutschland und UK. Alle die uns gut kennen, wissen, dass wir alles gebührend feiern. So wird aus einem Geburtstag eine Geburtstagswoche. Darum gibt es heute einen Apéro an der Sonne. Wir stellen die Stühle diskret auf, weil wir wissen, dass in Spanien Campen toleriert wird, jedoch Camperverhalten nicht. Wir machen eine erste Ausnahme.
Prompt kommt die Polizei auf den Parkplatz. Sie verlassen den Platz unverrichteter Dinge. 5 Minuten später kommt ein weiterer Polizeiwagen und wir werden freundlich darauf hingewiesen unser Fest zu beenden. Der Wein ist auch schon alle und so machen wir uns auf einen «kurzen» Spaziergang am Strand auf den Weg. Es hat Steine und Muscheln und ich kann mich kaum sattsehen. Eine Muschel ist doppelt so gross wie alle anderen. Mit dieser Muschel muss ich später an unserem Parkplatz noch ein Kunstwerk machen.
Der Strandspaziergang führt uns zur Punta del Boqueron an zwei Bunker aus dem spanischen Krieg vorbei. Nach 1.5h ist der Strand und wir fertig und auch die Sonne steht kurz vor ihrem Untergang. Die Farben wechseln sich von blau-gelb ins türkis-orange. Tamara und ich lieben es in der Golden Hour zu schlendern.
Zu Hause backt Tamara noch einen Geburtstagskuchen und wir gehen früh ins Bett. Den Wecker stellen wir, weil wir bereits um 10.30 Uhr losfahren wollen. Die Fähre nach Lanzarote startet um 14 Uhr und einchecken ist um 12 Uhr. Wir freuen uns, dass unsere Reise auf die Kanaren morgen losgeht und sind gespannt, was wir alles in den nächsten 3 Monaten erleben werden. Auf das warme Wetter freuen wir uns auch sehr, weil die Heizung immer noch ein kritischer Punkt ist und wir diese dann nicht mehr brauchen. Auf Lanzarote ist im Januar die Durchschnittstemperatur 20 Grad 😊
Morgen geht es auf die Fähre nach Lanzarote. Unsere dreimonatige Reise auf die Kanarischen Inseln beginnt.










































































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