Kanarische Inseln-Fuerteventura
- Walter Blattmann
- vor 1 Tag
- 18 Min. Lesezeit
Wir sind nun schon 2 Wochen auf den Kanarischen Inseln unterwegs. Wir wollen alle Inseln bereisen und entdecken. Heute fahren wir nach Fuerteventura. Für uns Ideal, weil Tamara Sand und ich die Steine liebe. Wir sind gespannt auf die schöne Insel.

Überfahrt nach Fuerteventura (3.2.2026)
Mitten in einem Lavastein Geröllfeld schlafen wir am Caleta Negra. Die ganze Nacht donnern die Wellen und der Wind rauscht um das Auto. Die Aussicht am Morgen ist wunderbar und wir fragen uns, ob wir auf dem Mond erwacht sind. Auf dem Foto ist auch unsere mechanische Fenstersicherung «Secure Camper» ersichtlich. Diese Fenstersicherung hat uns Roadtrip2Paradise, die wir in Ungarn getroffen haben, empfohlen. Sie wurden in Florenz durch das Fenster ausgeraubt. Jetzt ist das nicht mehr so einfach, weil das Fenster mit dem Rahmen mechanisch verriegelt ist. Hoffen wir das Beste!

Am Hafen kommen wir mit einem netten Mann aus Fuerteventura ins Gespräch. Wir reden auf Spanisch und ich bin überrascht, dass er uns versteht und wir über seine Lieblingsplätze für Einheimische eingeweiht werden. An einem Strand taucht bei Ebbe beinahe ein Frack auf und auf der anderen Seite des Strandes ist eine Riesenhöhle frei von Wasser zum Reinspazieren. Das wollen wir natürlich besuchen. Der Geheimtipp ist im Süden und darum muss er noch eine Woche warten.
Es dauert nur 2 Stunden, bis das gesunkene Auto im Hafen geborgen wird. Danach können wir einsteigen. Ich passe dieses Mal besonders gut auf beim Reinfahren 😉. Auf der Fähre herrschen starker Wellengang und ich bin überrascht, dass die eng geparkten Fahrzeuge nicht beim Wackeln aneinanderprallen.
Gleich nach der Ankunft fahren wir zum Grandes Playas de Corralejo. Im Dünen Nationalpark wollen wir den Sonnenuntergang bestaunen und auch die Nacht verbringen. An einem ruhigen Schlafplatz direkt am Strand parken wir. Der Abendspaziergang dauert rund 10'000 Schritte, wobei wir diese wegen dem tiefen Sand doppelt zählen. 😊 Noch nie habe ich so hohe Iglus gesehen. Es sind beinahe Festungstürme. Sogar die Eingänge sind so gestaltet, dass niemand beim Vorbeilaufen reinsehen kann.
Die Sonne geht unter und der Himmel beginnt sich zu verfärben. Tamara und ich können uns kaum sattsehen mit den vielen Farben. Das sind romantische Momente die direkt ins Herz gehen.
Heute gehe ich bereits um 9 Uhr ins Bett und wir schlafen 12 Stunden. Reisen ist eben doch etwas anstrengend😊.
Popcornstrand (4.2.2026)
Ihr wisst ja, dass unsere Wasserpumpe die Buckelpiste in Lanzarote nicht ganz überstanden hat. Seitdem ändert sie ständig ihren Ton. Kennt ihr Dori aus dem Film Nemo? Unsere Pumpe tönt so, wie wenn Dori einen Wahlfisch imitiert. Wir sind jeden Tag dankbar, wenn sie trotz den Geräuschen ihren Dienst tut.
Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir in die Stadt. Die Stadt ist eigentlich ein Städtchen mit 18'000 Einwohner. Die Gesamteinwohnerzahl in Fuerteventura ist bei 127'000. Im Jahr 2000 waren es erst 60'000. Übrigens wohnen 1.9 Mio der 2.2 Mio Einwohner der Kanarischen Inseln auf Teneriffa und Gran Canaria. Die anderen Inseln sind sehr spärlich bewohnt. Bei der ersten Waschstation angekommen finden wir keinen Parkplatz und fahren darum zum Hafen an die nächste Waschstation. Dort finden wir einen Parkplatz und waschen unsere Kleider und die Bettwäsche.

Die Küstenstrasse ist unbefestigt und entsprechend holprig. Unser erster Strand heisst Playa de Majanicho. Dort treffen wir die ersten Atlashörnchen, welche aus Nordafrika eingewandert sind. Sie werden auch Berberhörnchen genannt. Diese Tiere sind auch als Versteinerungen aus der Miozänepoche gefunden worden. Miozän dauerte von 23 Mio v.Chr bis 5 Mio vor Christus. Weil das Erdhörnchen so alt wie ein Dinosaurier ist, hat es als Versteinerung auch einen neuen Namen erhalten: Atlantoxerus. Jetzt mal Hand aufs Herz: Diese Tierart ist 23 Mio Jahre alt und sieht heute immer noch so gut aus wie vor Millionen von Jahren. Was ist jetzt genau mit Evolution? Es gibt Dinge, die werden wir nie ganz verstehen.

Versteinerungen entstehen, wenn Lebewesen oder Planzen plötzlich mit Lehmmassen vakuumiert werden. Versteinerung ist kein Millionen-Zeit-Prozess, sondern eine «plötzliche Schlammpackung» die zur Versteinerung führt. Versteinerungen entstehen bei Katastrophen, bei denen sich grosse Schlammlawinen bewegen. Zum Beispiel bei grossen Überschwemmungen wie einer Sintflut. Aus diesem Grund stammt eine überwältigende Mehrheit der Fossilien aus Lebewesen, welche im Wasser lebten. Wie gerne würde ich jetzt etwas ausholen..., aber ich will euch nicht von unserer Reise ablenken. Sprecht mich doch auf dieses Thema mal an. Ich liebe es über die weltweite Überschwemmung (Sintflut), die Kontinentalverschiebung, die Eiszeit und die Nach-Sintflutartigen Überschwemmungen durch Vulkanausbrüche zu diskutieren.
Am Playa de Majanicho sehen wir zum ersten Mal einen sogenannten Popcorn-Strand. Das ist eine Rotalge, welche Kalziumkarbonat einlagert. Wenn sie stirbt, verliert sie die rote Farbe und härtet wegen dem Kalk aus. Wenn sie am Strand ankommt, sieht sie dann so aus.
Rotalgen leben Tage, Wochen oder auch Monate bis sie sterben und als Popcorn an den Strand gespühlt werden. Gefundene Fossilien von Rotalgen werden auf 1.6 Milliarden Jahre zurückdatiert. Beim Recherchieren über die Altersbestimmung mit der Kalium-Argon-Methode bin ich etwas überfordert. Für uns Laien kurz erklärt, oder wie ich das verstanden habe: Das Vulkangestein wo die Fossilie in der Nähe gefunden wird, dient als Benchmark für das Alter. Bem Vulkan Ausbruch entweicht sämtliches Argon und somit haben wird den Zeitpunkt «Null». Jetzt nimmt man das Fossil in der Nähe der Lavasteine und misst das Argon. Hat das Fossil viel Argon ist es sehr alt, weil die Halbwertszeit von Argon 1.25-1.28 Mia Jahre braucht. Eine spannende, ja beinahe unglaubliche Theorie, um das Alter einer versteinerten Alge zu messen. Schade erklären viele Wissenschaftler die Welt ohne Gott und erfinden dazu die wildesten Theorien und treffen spannende Annahmen. Meiner Meinung nach finden wir viel Übereinstimmung, was die Wissenschaft beschreibt und was in der Bibel vor tausenden von Jahren geschrieben wurde. Nur die Zeitrechnung und die Zeitbestimmungsmethoden der Wissenschaft sind für mich weder schlüssig noch glaubwürdig.

Endlich kommen wir am Playa el Hierro an. Am Popcornstrand finden wir auch ein Iglu, wo Tamara in aller Ruhe lesen kann. Sie liest aktuell ein Buch von Corrie ten Boom. Es handelt von einer Frau im KZ und wie sie das trotz dem grossen Leid überlebt und ihren Glauben dabei nicht verloren hat. Tamara erzählt mir einzelne Gegebenheiten und ich muss sagen, dass ihre Geschichte sehr beeindruckend ist.
Der Popcorn Strand hat es uns angetan und wir übernachten dort. Die Abendstimmung wirft nochmals ein neues Licht auf den Strand und die Umgebung. Wir geniessen die Ruhe am Strand.
Während die Sonne auf der einen Seite untergeht, leuchtet das Abendrot hinter uns.
Badewetter bei 23 Grad (5.2.2026)
Unser Camper ist «zugesalzen» vom Wind in der Nacht. Die Scheiben sind so stark belegt, dass wir kaum mehr raussehen. Nach dem Morgenessen verabschieden wir uns nochmals vom Popcornstrand. Wir wollen uns eine Bucht zum Baden suchen.

Unsere Traumbucht finden wir kurze Zeit später. Sie ist genau wie wir uns das vorgestellt haben. Weisser Sand und smaragdgrünes Wasser. Natürlich eine Bucht für uns allein.

Wir parken direkt am Sandstrand und ziehen im schwarzen Lava-Stein-Iglu ein. Natürlich wird es mir nach wenigen Minuten langweilig und ich nehme ein frisches Bad im Atlantik.
Damit Tamara direkt vom Iglu in die Bucht laufen kann und sich ihre hübschen Füsse nicht an einen Stein stossen, baue ich ihr durch die Lava Steine einen Weg direkt an den Strand.
Tamara liest im Iglu und ich baue den Strand und unseren Iglu um. Zuerst muss die Höhe unserer neuen Wohnung angepasst werden. Dann wird der Eingang so umgebaut, dass die Sicht ins Meer vorhanden bleibt und der Wind trotzdem angehalten wird. Der gewundene Eingang mit der Sichtnische zum Meer wird genauso, wie ich mir das ausgemalt habe. Selbst César Manrique hätte seine Freude an meinem Bauwerk gehabt 😉. Es wird Abend und ich kann meine Arme kaum mehr heben, weil ich so viele Steine herumgetragen habe.

Nun fahren wir weiter in die Abenddämmerung. Ein Schlafplatz an einer ruhigen Bucht in der Nähe des Leuchtturms fahren wir in der Dunkelheit an.

Heute schlafen wir bereits um 10 Uhr ein und wachen erst um 10 Uhr wieder auf.
Wilde Westküste von Fuerteventura und Sandstrände (6.2.2026)
Die Nacht war sehr ruhig. Am Morgen sehen wir warum: Vor uns liegt eine riesige Bucht ohne Wellengang. Draussen auf dem Meer sehen wir die meterhohen Wellen, die sich an die Brandung brechen. Playa el Rio heisst die ruhige Bucht in der Nähe des Leuchtturms.
In Playa Cotillo angekommen wird zuerst das Wasser abgelassen und Frischwasser getankt. Zu diesem Zweck hat es hier auf der Insel diverse Servicestationen. Auch die Mülleimer finden wir an jedem Ort sehr einfach.

In Playa el Cotillo gibt es eine Traumbucht La Concha. Hier fühlen wir uns in die Karibik versetzt. Auch in dieser Bucht hat es dank der natürlichen Form nur einen geringen Wellengang.
Am Strand hat es immer wieder Lavafelder, in denen es natürliche Pools gibt. Heute badet Tamara zum ersten Mal ihre Füsse. Als Italienerin wird erst gebadet, wenn das Wasser 23 Grad hat😊
Der Weg führt uns über Oliva und anschliessend durch Tindaya an die Westküste. Unser Ziel ist die Bucht Playa de Jarubio. Etwas weiter nördlich soll es während der Ebbe natürliche Schwimmbecken geben. Das war auch ein Tipp von dem Mann am Hafen aus Fuerteventura. Da der Winter sehr regnerisch war, ist auch Fuerteventura grün und blumig. Von weitem sehen wir die Küste mit der steilen Klippe.
Die Fahrt über den sandigen Vulkanboden ist abenteuerlich. Bei Regenfurchen oder Flussbeeten fahren wir lieber einen Umweg, als unser Zuhause zu riskieren.

Als wir die Küste erreichen, freue ich mich wie ein kleiner Junge. Imposant ragen die Felsen weit aus dem Wasser. Die Wellen hämmern an die steile Felsenküste und die Gischt spritzt weit in den Himmel. Regenwasser hat den Weg ins Meer gefunden und Meerwasser hat sich in den Felsen gegraben. Ein einmaliges Schauspiel.

Wir laufen hin und her und suchen die Naturschwimmbecken. Es ist nicht Ebbe und der Wellengang ist gigantisch. Darum ist es schwierig die natürlichen Wellenbrecher zu finden und die Schwimmbecken zu erahnen. Endlich haben wir sie gefunden. Auf einem Bild ist das Schwimmbecken erkennbar. Es wird jedoch empfohlen bei diesem Wellengang kein Bad zu nehmen.
Die Playa de la Mujer suchen wir verzweifelt. Auch dieser Strand ist wegen der hohen Wellen nicht zu sehen. Die Playa Jarubio finden nach längerem Spaziergang. Von weitem sieht die Bucht sehr klein aus. In der Bucht angekommen, erstreckt sich jedoch eine Dünenlandschaft mit einem riesigen Sandstrand. Das Flussbett Barranco de Janubio bringt Regenwasser und lässt das Tal und die Planzen zum Leben erwachen.

Natürlich bleiben wir über die Nacht und geniessen den Sonnenuntergang bis zum letzten Sonnenstrahl.

Panoramaroute nach Ajuy (7.2.2026)
Am Morgen ist es ruhig und sonnig. Ich nutze die Gelegenheit mit der Drohne eine Runde zu fliegen und staune, wie gross die Bucht bei Ebbe geworden ist.
Weil es Ebbe ist, erscheint der Strand von gestern «Playa Jarubio» gigantisch. Wir geniessen den Morgenspaziergang.
Der Unterschied zwischen Flut und Ebbe ist hier an der Westküste von Fuerteventura enorm. Hier ein Foto links von gestern mit der Flut und rechts das Foto des gleichen
Dort zu stehen und zu erleben, wie sich die Wellen am Felsen brechen ist abenteuerlich, fast schon bedrohlich. Bei einer grossen Welle schwappt das Wasser doch sehr stark in die sandige Bucht. Hier wollen wir lieber nicht mehr sein, wenn die Flut kommt!
Nun wollen wir nochmals zurück zu den natürlichen Schwimmbecken und uns das bei Ebbe ansehen. Zuerst schau ich mir die Landschaft mit der Drohne an. Die Schwimmbecken sind heute viel besser zu sehen. Tamara steigt mutig die Felsen hinunter und die Schwimmbecken laden ein sich reinzusetzen. Uns ist der Wellengang aber noch etwas zu wild, um ein Bad zu nehmen.
Die Insel Fuerteventura präsentiert sich uns in grünen Farben und gelben oder lila Blumen. Das ist besonders, weil es im Dezember hier sehr viel geregnet hat und darum jede Pflanze aus dem Boden schiesst. Ganz zu unserer Freude!

Grün hat eine sehr beruhigende Wirkung auf uns. So machen wir bei fast jedem Aussichtspunkt eine See- und Geniesspause.
Die Panoramastrasse führt uns in das Dorf Betancuria, welches ihrem Namen vom französischen Eroberer Jean de Béthencourt aus dem Jahr 1404 bekommen hat. Wir lassen uns in diesem Dorf kulinarisch verwöhnen und geniessen die Ruhe in dem schönen Tal.
Am Aussichtspunkt Risco de las Penas halten wir noch einmal an, um das Panorama zu bewundern bevor wir nach Pajara fahren. Unser Ziel ist es Ajuy vor dem Sonnenuntergang zu erreichen.
Am Strand von Ajuy mit dem schwarzen Vulkansand haben sich die Leute bereits für den Sonnenuntergang parat gemacht. Das Dorf ist malerisch und wunderschön gelegen. Wir parken direkt am Strand, wie es uns ein Einheimischer empfohlen hat.

Schon auf dem Parkplatz erkennen wir die besonderen Gesteinsschichten. Fuerteventura ist auch eine der ältesten Inseln der Kanaren und wurde mehr oder weniger aus dem Meer gehoben. Scheinbar soll eine stark kalkhaltige Gesteinsschicht aus der Kreidezeit vom Atlantikboden über 2-3000 Meter nach oben gehoben worden sein. Beim Nachforschen z.B. auf https://volcano.oregonstate.edu/search/osu stosse ich auf eine spannende Theorie (Triple Junction), welche besagt, dass Südamerika und Afrika durch Lavaaustritt in der Erdkruste auseinandergeschoben worden ist und Gesteine desselben Ursprungs auf beiden Kontinenten auffindbar sind. Auch heute noch entfernen sich die beiden Kontinente 2-6 cm pro Jahr voneinander. Die Vorstellung, dass Risse in der Erdkruste durch Lava aufgefüllt und auseinandergedrückt werden, beeindrucken mich. Auf so einer Insel zu sein erfüllt mich mit Ehrfurcht. Und die Steine faszinieren mich sowieso😊
Der Weg zum ältesten Hafen auf Fuerteventura führt an den Kalksteinöfen aus dem 14th Jahrhundert vorbei. Auch der antike Hafen wurde von Jean de Béthencourt betrieben und den Kalk hat er von dort aufs Festland transportiert. Dort befinden sich die Höhlen, welche tief in die Kalksteinfelsen reichen.
Auf dem Rückweg wird es bereits dunkel und die Gesteinsformationen und Ajuy versinken in der Stille der Nacht. Wir sinken müde und dankbar in unser Bett. Der Tag war sehr eindrucksvoll.
Arco del Jurado und Playa de Vigocho (8.2.2026)
Von weitem sehen wir das Loch im Felsen und nehmen den Parkplatz direkt am Strand. Es ist ein beeindruckender Ort. Immer wieder schwappen die Wellen über die Felsen und wirken etwas bedrohlich.
Wir bleiben länger dort und geniessen die Ruhe. Natürlich braucht Tamara etwas Geduld, weil es viele farbige Steine am Strand zu finden gibt. Einen roten und einen grünen nehme ich mit und zwei schwarze Muscheln.
Unser Tagesziel ist die Playa de Vigocho. Von der Vulkan Moräne aus sehen wir auch die Playa de Garcey. Dort gibt es ein versunkenes Wrack, das nicht mehr zu sehen ist. Durch den Rost ist es kleiner geworden und im Sand versunken. Nur noch rostige Wrackteile erinnern an das Schiff. Auf der anderen Seite der Moräne ist die Playa de Vigocho.
Auch dieser Strand hat uns ein Einheimischer empfohlen. Wir kommen an und parken wieder direkt auf dem Strand. Wir sind auch allein und niemanden stört das. Wenn wir den Tipp mit der «Schwimmhöhle» nicht erhalten hätten, würden wir die Höhle nicht finden. Nur vom richtigen Blickwinkel aus ist der Durchgang zu sehen.

Natürlich müssen wir die «Schwimmhöhle noch vor der Flut erkunden. Jetzt stehen wir vor dem Höhleneingang und sehen, wie die Wellen auf der hinteren Seite der Höhle in den Tunnel donnern. Auch durch Risse an den Höhlenwänden wird das Meereswasser hineingepresst. Das Plopp-Geräusch macht die Situation auch nicht entspannter. Auf jeden Fall sind wir froh, dass wir die Badehose nicht angezogen haben.

In dieser Bucht kocht Tamara noch etwas Leckeres für uns und ich sammle Plastik am Strand ein. In dieser Bucht sieht man, dass sehr wenig Menschen zum Aufräumen kommen und hohe Wellen über Wochen immer wieder Taue und Plastik anschwemmen.
Der einsame Weg an der Küste entlang ermöglicht immer wieder einsamste Parkmöglichkeiten. Fuerteventura ist für jeden Offroadfahrer ein Paradies.

Die Playa de la Solapa überrascht uns mit ihrem feinen schwarzen Sand und den Orangen Steinen. Der Abrieb der Steine führt zu einem goldenen Glanz im schwarzen Sand.
Leider sind Wellen an der Westküste zu hoch, um zu baden und wir wollen noch an den Mirador Astronomico de Sicasumbre. An diesem Aussichtspunkt gibt es keine Lichtverschmutzung und die Sterne sollen zum Greifen nah sein. Auf dem Aussichtspunkt begrüssen uns die Ureinwohner der Insel. Ein Dutzend der 50'000 ansässigen nordafrikanische Bergziegen😊 rennen an uns vorbei. Darum ist auch der Queso Majorero aus Ziegenmilch hergestellter Käse hier berühmt. Die Ureinwohner waren eher Berberstämme aus Nordafrika. Bereits 1000 Jahre vor Christus haben phönizische Seefahrer zwischen Gibraltar und Fuerteventura Handel betrieben. Die Phönizier hatten damals den ganzen Mittelmeerraum für sich in Anspruch genommen. Spätere Seefahrer hatten auch den Namen der Insel gegeben «starker Wind» oder eben «starkes Glück». Später wurden sie nur noch die «Glücksinsel» genannt. Wir haben Glück, dass wir die Bergziegen treffen.

Auf alle Seiten ist das Panorama einzigartig. Im Süden sehen wir die Vulkankette, welche gegen Süden immer kleiner wird und schlussendlich in den Dünen der Halbinsel Jandia enden, die wir übermorgen besuchen wollen.
Die Aussicht ist fantastisch, aber der Wind auch. Es kommen immer mehr Touristen mit grossen Fotostativen. Das lässt uns verweilen. Nach einer Weile verweilen wir immer noch. Der Sonnenuntergang ist wegen den Wolken dann schnell vorbei und die Sternenfotografen machen sich von dannen.

Schon lange hatten wir keine so dunkle und ruhige Nacht wie diese. Nur wir stehen auf dem Berg und schlafen tief und fest. Ein starker Stern leuchtet sogar durch die Wolkendecke durch unser Schlafzimmer Fenster hinein.
Costa Calma Beach (9.2.2026)
Das war die stillste Nacht auf unserer Reise. Auf diesem Mirador Astronomico de Sicasumbre waren weder Licht noch Lärm und Leute. Am Morgen stehen wir noch lange allein auf dem Gipfel.

Schon während des Frühstücks füllt sich der Parkplatz und wir fahren Richtung Pared. Die Aussicht auf die Südhalbinsel von Fuerteventura ist bereits spektakulär und gibt eine Vorahnung auf die langen Sandstrände.

Auf dem Weg in den Süden wollen wir noch an der Strandpromenade von Playa Calma etwas herum schlendern. Die Hotels sind jedoch aneinander und direkt bis an den Strand gebaut. An diesem Beispiel sehen wir, wie wichtig eine gute Standortplanung bei den Behörden gewesen wäre.
An der Costa Calma fahren wir direkt auf eine Vulkanmoräne über dem Strand und parken dort. Das Wetter und die Aussicht sind der Hammer.
Wir packen unsere Badesachen und laufen zu Strand. Alle haben sich am Felsen entlang gereiht und in den Iglus. Wir legen uns mitten auf den Sandstrand. Innert kürzester Zeit sehen wir aus wie panierte Schnitzel. Die Sonne steht auch schon tief und schon bald sind wir wieder angezogen. Dieser Kurzausflug war sowas wie ein Funktionscheck für unsere Badeutensilien. Funktioniert hat alles, nur benutzen konnten wir es nicht...
Lange stehen wir noch auf dem Strand und telefonieren mit der Familie. Die Sonne verschwindet hinter der Moräne und wir ziehen uns in unser warmes Zuhause zurück.
Tamara hat uns einen kleinen Steinberg für das hintere linke Rad gebaut. So steht das Auto gerade und wir schlafen tief und fest und wieder bis um 9.30 Uhr😊.
Playas de Fuerteventura (10.2.2026)
Auf der Fahrt zur Playa el Salmo sehen wir in der Ferne bereits die Playa de Sotavento. Ob wir diese Lagune noch mit Sonnenlicht geniessen dürfen?

Nach dem Essen fliege ich mit der Drohne zur Playa de Sotavento de Jandia. Die Sonne scheint und der Wind ist «drohnentauglich». Diese bekannte Lagune sieht trotz der Wolken fantastisch aus. Der weisse Strand und das smaragdgrüne Wasser erstrahlen im Sonnenlicht.
Natürlich laufen wir dem Strand entlang und fühlen den fluffigen Sand unter unseren Füssen. Eine lange Düne säumt den Strand und bringt dadurch eine gewisse visuelle Spannung. Auf der Lagunenspitze angelangt ist die Ruhe unbeschreiblich. Tamara liegt in den Sand. Wenige Meter später sitzt sie wieder an den Strand und schaut verträumt in die Ferne.
Wir sitzen noch zusammen am Strand und beobachten die Vögel, das Wasser und den Sand. Tamara und ich geniessen das Standortbestimmungsgespräch und haben eine Übereinstimmung von 100%. Bei diesem Daily geht es auch um die next Steps. Dabei eröffnen sich bis dato unausgesprochene Differenzen. Nach einer eingehenden GAP-Analyse skizziere ich die Lösungsvarianten in den Sand. Tamara nimmt darauf den Strand für den Rückweg und ich laufe über die Dünen/Moränen, über den Höhenweg zurück. Auch bei diesem Meeting haben wir eine smarte Lösung gefunden…😊
An dieser Stelle will ich es einmal sagen: Tamara und ich vermissen die stundenlangen Meetings an keinem einzigen Tag! Unser leerer Teams-Kalender tut gut. Schaut euch mal das nächste Foto an: Tamara und ich am Strand. Neben der roten Fahne stehe ich. Der hübsche Mann ohne Schuhe😊 und weiter rechts liegt Tamara im Strand und lauscht den Wellen. #schönischswennsschönisch #dankbar

Nun fahren wir zu Mercadona zum Einkaufen und anschliessend an einen Strand in der Nähe von Morro Jable. Dort entscheiden wir, ob wir die Stadt (Schlechtwettervariante) oder an die 14 km lange Playa de Cofete zum Baden gehen. Wie wird das Wetter morgen wohl sein?
Playa Cofete (11.2.2026)
Am Morgen besuchen uns Ingrid und Bernd. Den Schlafplatz haben wir von ihrem Standortstatus erfahren. Es ist angenehm mit Menschen zu plaudern, die gesellig, flexibel und transparent sind. Ihre Fähre nach Teneriffa geht bereits heute, voraussichtlich werden wir die Beiden mit ihrem Hund aber wieder am Carneval in Teneriffa treffen. Alle Wetterapps zeigen schönes Wetter und darum machen wir uns auf den Weg nach Cofete. Es sollen 19 km unbefestigte Strasse werden. An der Abzweigung zum Leuchtturm, der nur noch 100 km vom afrikanischen Festland entfernt ist, biegen wir rechts ab. Nun geht es steil hoch zum Mirador de Cofete. Die Strasse bietet immer wieder Ausweichstellen, so dass die Fahrt etwas holprig, aber unkompliziert verläuft.

Auf dem Aussichtspunkt angekommen haben wir eine teilweise nebelverdeckte, aber trotzdem recht gute Sicht auf den 12 km unberührter Strand. Scheinbar ist die Sicht morgens generell besser, nachmittags ziehen meistens Wolken und Nebel auf.
Die Strasse hinunter zum Strand ist in den Vulkanfelsen eingehauen und darum auch nicht so stark ausgefahren. Trotzdem geht es neben dem schmalen Weg steil hinunter.

Unten angekommen will ich zuerst mal mit der Drohne fliegen. Das Wetter ändert hier schnell und darum will ich das sonnige Wetter und den windstillen Himmel nutzen. 120 Meter Maximalhöhe sind schnell erreicht und die Aussicht ist wie erwartet beeindruckend.

Vor dem Essen wollen wir noch kurz den Strand erkunden. Bei einem 12 km langen Strand ist das Wort «kurz» etwas optimistisch. Am Strand haben wir schon einige Male die blauen Luftpolster gesehen. Ich habe mich immer wieder gefragt, welche Firma dieses Verpackungsmaterial wohl verwendet. Heute fotografiere ich es von der Nähe, damit ich am Abend recherchieren kann, um welchen «Umweltsünder» es sich handelt. Beim Fotografieren stelle ich fest, dass das blaue Luftpolster eine Flosse hat. Es handelt sich um keine Qualle, sondern ein Tier aus der Seeblasenkolonie. Sie heisst portugiesische Galeere und ist hochgiftig! Bin ich froh, dass ich beim Plastik sammeln das «Verpackungsmaterial» nicht angefasst habe. Sonst hätte Tamara Erste Hilfe leisten müssen: Mit Meerwasser spülen, nicht reiben und mit Urin behandeln. Jetzt wisst ihr, warum ich sehr froh bin, dass ich keine Erste Hilfe benötigte!
Auf dem weiteren Weg finden wir neue spannende Objekte. Das eine muss sich um eine Muschel handeln und das andere war mal eine gute Idee mit dem Abfallcontainer. Sie hatten ihn nur leider zu nah am Strand platziert und die Wellen unterschätzt…
Mir kommt ein etwas wahnsinniger Gedanke: Ich hatte doch vor ein paar 100 Meter ein Tau gesehen, mit dem ich den Container zum Parkplatz mitnehmen könnte. Tamara weiss, dass dieses Projekt länger gehen kann und läuft beinahe bis zum Roque Del Moro. Das Projekt erweist sich als Unterfangen unter erschwerten Bedingungen. Der Sand ist tief und weich. Der Container ist superschwer. Ich schaffe es, ihn den Hang hinaufzuziehen und nach ein paar 100 Meter will ich aufgeben. Ein muskulöser junger Mann interessiert sich für mein Projekt, aber nur so lange, bis ich ihn frage, ob er mir helfen will. Schnell ist er wieder hinter der Düne auf seinem Badetuch verschwunden.

Ich komme jeweils 30-50 Schritte weit, bevor ich wieder eine Pause machen muss. Ein Paar hat ihr Handtuch auf «meinem» Weg, rund 50 Meter vor mir ausgebreitet. Der junge Mann schaut immer mitleidig zu mir, wenn ich wieder eine Pause machen muss. Als er aufsteht, rufe ich ihn zu mir. Dieses Mal funktioniert mein Hilferuf. Ich lerne auf den nächsten Kilometern den 30-jährige Italiener aus Turin kennen. Immer wieder staunt er über sich selbst, über das was er gerade tut: Was mache ich hier, ich habe doch Urlaub?». Auch zusammen brauchen wir für die lange Strecke immer wieder eine Pause. Wahrscheinlich wird ihn seine Freundin verlassen😉 weil er so lange weggeblieben ist. Highfive mit Frederico und wir verabschieden uns.
Bist du schon mal im Sand gelaufen und du bist eingesunken wie im Schnee? An der Playa Cofete kannst du das erleben.

Tamara und ich sind am richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt. Hoffentlich ist morgen früh blauer Himmel.

Blauer Himmel auf der Jandia Halbinsel (12.2.2026)
Die Nacht ist ruhig und die Temperaturen angenehm kühl. Der Nebel und die Gischt haben alles benässt. Darum sehe ich aus unserem Schlafzimmerfenster nicht, ob der Himmel blau ist. Wie ein kleiner Junge vor Weihnachten, erwache ich bei Sonnenaufgang und will die Morgendämmerung erleben. Die Wolken haben sich verzogen und der Nebel liegt noch auf dem Boden oder über dem Meer. Die andächtige Stimmung geniesse ich, während Tamara noch im Bett ist.
In der Zwischenzeit sind wir 3 Wohnmobile in der 12 km langen Bucht. Das fühlt sich nicht überlaufen an. Um 12 Uhr ist der Parkplatz voll und wir liegen am Strand im Süden der Halbinsel Jandia.

In der 30er Jahren hat Herr Winter diese Halbinsel gekauft und sich hier ein Haus bauen lassen. Die Villa Winter ist voller Geheimnisse. Scheinbar gab es hier im 2. Weltkrieg am Strand eine Landepiste. Einige sprechen auch von einem U-Boot Tunnel. Die Villa hat einige eigentümliche Merkmale, die Raum für Spekulationen öffnen. Sie wurde 1939 bis 1946 gebaut. Es hat jedoch niemand hier gelebt. Der Turm ist mit Funkausrüstung ausgestattet und die Grundmauern des Gebäudes sind auffällig dick. Das Untergeschoss ist als Luftschutzkeller konzipiert. Im Bunker befindet sich auch ein Spital. Im heutigen Museum findest du U-Boot Batterien, Munition, SS-Uniformen. Herr Winter dementierte alle Gerüchte um seine Person oder über die Nutzung des Hauses. Das Gerücht besagt, dass hier flüchtende Nazis auf dem Weg nach Argentinien einen Zwischenstopp eingelegt haben. Einige «Schwurbler» sagen auch, dass Gesichtsveränderung vorgenommen und neue Papiere hier ausgestellt worden sind. Herr Winter hat die Halbinsel in den 50er Jahren und unter bestimmten Auflagen an Fuerteventura zurück verkauft.
Auch der Friedhof am Strand ist mysteriös. 1816 gab es hier noch ein Dorf und einen Friedhof, der bis heute betrieben wird. Es wurden dort auch angeschwemmte Leichen ohne Identität begraben. Und vielleicht auch andere, welche die Geheimnisse der Villa Winter lüften wollten…😊

Jetzt hat es keine Wolken mehr am Himmel und der Nebel ist vollständig verschwunden. Darum geniesse ich ein Bad an der wunderschönen Bucht und mache etwas Heldentraining 😊.
Nach dem Mittagessen scheint die Sonne und ich packe nochmals die Drohne aus. Diese Bucht ist eine Reise wert.

Tamara und ich wollen uns noch gebührend vom Strand verabschieden und nochmals das Meer von Fuerteventura fühlen. Darum machen wir einen keinen Spaziergang am Strand.

Ich treffe noch Peter aus Deutschland, der schon drei Jahre mit seinem Autark-Runner unterwegs ist. Er gibt mir noch einige Tipps für Teneriffa. Morgen soll es Böen geben und etwas Regen. Dann wollen wir Morro Jable besuchen. Vielleicht kaufen wir uns auch noch ein Valentinsgeschenk.
Nach der Passüberquerung schlafen wir wieder auf der Moräne mit Sicht auf den Hafen.
Morro Jable (13.2.2026)
Die Nacht war stürmisch und die Böen laut und stürmisch. Die Nacht hat sich darum eher kurz angefühlt. Wir hatten auch schon in einer windstillen Nacht hier geschlafen und haben uns gedacht, dass uns ein paar Böen keine schlaflosen Nächte verursachen werden. Die Böen kommen über die Passhöhe und haben sogar ein Loch in die Wolkendecke gerissen😊

Am Morgen wird ausgiebig geduscht und die Wasserpumpe macht ihre Sache trotz der komischen Wechselgeräusche sehr gut. Nach so vielen Stränden haben Tamara und ich richtig Lust auf eine Stadt oder besser gesagt, mit 7841 Einwohner eher ein Dorf. Der erste Spanier, Cirilo Lopez Umpierrez, hat sich als Fischer im Jahr 1899 hier niedergelassen. Erst 1970 wurde hier eine Strasse bis zum Dorf gebaut und die Hotels sind direkt am Strand aus dem Boden geschossen. Nach dem Stil des Brutalismus erbaute Hotels säumen den schönen Sandstrand. Bauten aus rohem Beton oder eben «béton brut» wie die Franzosen den Sichtbeton bezeichneten. Das tönt jetzt etwas schlimmer als es ist.
Heute ist Valentinstag und den geniessen wir in Morro Jable. Leider regnet es immer wieder und darum flüchten wir in die Bars und Restaurants. Zwischendurch auch mal in ein Kleidergeschäft oder eine Boutique. Wir kommen am Morgen und gehen am Abend.

Im Merca todos, was so viel wie Chinesenbazar bedeutet, finden wir unsere Bekleidung für den Karneval in Santa Cruz. Morgen werden wir mit der Fähre von Fuerteventura nach Gran Canaria (Zwischenstopp) nach Teneriffa fahren. Der Wetterbericht meldet stärkere Böen...
Unsere Bekannten aus der Nähe Stuttgart sind bereits einige Tage früher an den Carneval gefahren, um die Eröffnungsfeier zu erleben. Wir wollen uns beim «Schlafplatz» treffen und sie haben für uns einen Platz neben sich reserviert. Wie lieb ist denn das!
Leider gibt es Reklamationen von einem Parkplatzwächter und der nette Versuch wird abgebrochen. Hoffentlich finden wir einen Parkplatz. Das ist etwas so, wie wenn du in Zürich am Mythenquai einen Parkplatz finden willst während der Street Parade. Schauen wir mal...




































































































































































































































































































Wunderschöne Fotos. Toller Bericht. 100% Ferneweh 🧳🏖️