Kanarische Inseln - Teneriffa
- Walter Blattmann
- vor 17 Stunden
- 12 Min. Lesezeit
Unser Reise haben wir auf den Kopf gestellt und die Reihenfolge der Inselbesuche angepasst. Am 14.2. startet der zweitgrösste Carneval der Welt in Santa Cruz. Den wollen wir nicht verpassen.

Überfahrt von Lanzarote nach Teneriffa (14.2.2026)
Die Nacht war noch lauter und noch böiger. Es gibt zwei Arten von Böen. Die eine Böe ist die «Wachböe». Sie fühlt sich etwa so an: Du liegst wach im Bett und hörst das schnell näherkommende Rauschen. Der Wind wird immer lauter und ergreift den Heckbereich des Campers. Das Rütteln wird durch ein starkes Pfeiff- und Zischgeräusch untermalt. Das anhaltende Brausen rüttelt am Wagen und will ihn umstossen. So langsam wie sich die Böe aufbaut, so schnell ist sie wieder verstummt. Wie auf Knopfdruck ist wieder alles ruhig, bis die nächste Böe kommt. Die zweite Art von Böen sind die «Schlafböen». Die starten beim Rütteln und sind dann gleich wie die «Wachböen». Ihr könnt euch nur im Ansatz vorstellen, wie nervig das sein kann. Das Gute an schlaflosen Nächten wie diesen ist, wenn ich nicht am Böen zählen bin, bete ich für alle Menschen, welche mir Gott ans Herz legt.

Der Morgen geht stürmisch weiter. Ich öffne die Hecktüre um etwas zu verstauen und der pinke Fasnachtshut von Tamara fliegt an mir vorbei als ob er vor etwas flüchten würde. Instinktiv renne ich dem Hut hinterher. Natürlich habe ich nicht die richtigen Schuhe an und darum ist der Wind schneller😊. Ich gebe auf, als ich eine Adilette bei meinem Sprint verliere und die Vulkansteine mir meine Begrenztheit zeigen. Den pinken Hut sehe ich noch über den Abgrund fliegen. Die Hoffnung stirbt zuletzt und ich mache mich auf den Weg zur Klippe. Prompt ist der Hut an den Felsen hängengeblieben. Ich riskiere mein Leben für den 5 Euro Fasnachtshut und kehre erfolgreich mit dem Hut zurück.

Nach dieser stürmischen Nacht und der noch stürmischer Hut-Verfolgungsjagt geht es auf die stürmische See. Auf der Fahrt nach Teneriffa gibt es zu unserem Wohlbefinden einen Zwischenstopp in Gran Canaria. Die Wellen waren so hoch, dass die Gischt im obersten Deck die Scheiben gewaschen hat. Mittlerweile bereue ich das Schinkenkäsegipfeli, welches ich bei der Abfahrt noch gegessen habe... Die Speisekarte auf der Fähre wird auf einem Flatscreen angezeigt. Aber wer kommt auf die Idee, die Bilder der Esswaren so zu animieren, dass sie leicht wackeln. Das muss ein sadistisch angehauchter Grafikdesigner gewesen sein. Auf jeden Fall haben wir die "Ups"-Tüten (Tamara-knap) nicht gebraucht.
In Gran Canaria steigen sehr viele verkleidete Jugendliche ein. Die Stimmung ist ausgelassen und es fliesst der erste Alkohol. Einer hat seine Lautsprecher mitgenommen und alle im Schiff singen kräftig mit. Die andere Hälfte von «Alle» singt nicht und schaut in die Ups-Tüte... Wir sind froh, als wir um 22 Uhr am Hafen ankommen. Die Tanzvorführungen haben um 21 Uhr begonnen und wir müssen zuerst einmal einen Parkplatz finden. Hatte ich da nicht eine Parklücke beim Recinto Ferial gesehen? Ich biege rasch ein und erhasche die Lücke. Nur 20 Minuten vom Stadtzentrum entfernt.

So nah geparkt erleben wir die Hälfte der Tanzgruppen noch in der Zielgeraden. Der Umzug ist ein optisches und akustisches Spektakel der Meisterklasse. Die Tanz- und Musikgruppen sind rund 2-3 Stunden unterwegs und zeigen ihre Begeisterung auch auf den letzten Metern. Hier ein paar Eindrücke der Tanzvorführungen.
Jetzt ist es 01.30 Uhr und die Party geht erst richtig los. In jeder Gasse von Santa Cruz gibt es DJ’s und Live-Bühnen wo getanzt und gelacht wird.
Als wir um 3 Uhr nach Hause gehen strömen uns Hunderte von jungen Menschen immer noch entgegen. Gefühlte 99% sind verkleidet. Und zwar richtig, nicht nur etwa mit Hut und Fliege😊

Tages Karneval in Santa Cruz (15.2.2026)
Heute haben wir bereits um 13 Uhr mit Ingrid und Bernd am Mercado de Nuestra Senora de Africa abgemacht. Da müssen wir bereits früh aufstehen😊Der Markt ist qualitativ und architektonisch sehr zu empfehlen.
Wir verbringen einen netten Nachmittag in einem Impro Restaurant. In der Nähe trommeln sie um die Wette und tanzen zu den wilden Rhythmen. Wir unterhalten uns intensiv über unsere Lebensgeschichten. Wir sind geprägt von unseren Erfahrungen und brauchen Mut, um neue Entscheidungen zu fällen und neue Wege zu gehen. Ingrid und Bernd sind rund 10 Jahre älter als wir. Ich hoffe, dass ich in diesem Alter auch noch so mutig, veränderungsbereit und entdeckungslustig bin.
Wir ziehen weiter und stürzen uns wieder ins Getümmel. Es ist noch nicht ganz Abend und die Strassen sind sich wieder am Füllen ;-).

Es wird immer später und die Party ist voll im Gange. Wir kämpfen uns durch verkleidete und singende Menschen. Meine Sinne überschlagen sich mit all diesen Eindrücken.
Hier noch ein Bild am nächsten Morgen von der gleichen Gasse. Es riecht noch etwas nach Redbull, aber die Menschen im Restaurant wissen nicht genau was hier in den Gassen gestern alles getrunken und "gelöst" worden ist.

Auf dem Heimweg laufen wir noch durch die Chilbi und schlafen anschliessend tief und fest. Heute haben wir über 20'000 Schritte gemacht.

Umplanung der Fähre und Santa Cruz (16.2.2026)
Heute besuchen wir das Opernhaus. Es ist uns unklar, ob der Architekt von den Kölner Karneval-Hüten oder von Sidney inspiriert wurde. Auf jeden Fall ein Kunstwerk mit einer sicher tollen Akustik.

Anschliessend buchen wir unsere Fähre um. Unsere Rückfahrt hatten wir ohne Kabine von Teneriffa gebucht. Da wir spontan an den Carneval gegangen sind, ist die Rückfahrt suboptimal. Darum laufen wir zu Fred Olsen, um unsere Fähre umzubuchen. Gesagt getan: Wir bleiben jetzt in Teneriffa und gehen erst am 26.4 von Gran Canaria zurück aufs Festland.

Wir laufen nochmals kreuz und quer durch die Stadt und lassen Santa Cruz auf uns wirken.
Nach dem Stadtrundgang sind wir erschöpft und machen eine Pause im Park Garcia Sanabria. Dort entspannt sich unsere Seele mitten im Grün.
Der Parkplatz war nicht der Hit und darum habe ich auch keine Drohnenaufnahme gemacht. Trotzdem waren wir froh für die Stadtnähe. Heute gehen wir wieder spät schlafen und es waren wieder über 20'000 Schritte.
Die lauteste Nacht und der Hauptumzug (17.2.2026)
Der Parkplatz ist schon sehr zentral, jedoch nicht so ruhig. Heute Nacht hatten wir eine grosse Party um unseren Camper. Eine Diskussion und ein Gesang nach dem anderen hat uns daran erinnert, dass morgen alle "Teneriffaner" und "Teneriffanerinnen" ausschlafen können. Auch die Autos kommen und gehen. Die heutige Nacht hat keinen Anfang und kein Ende. Darum erstaunt uns am Morgen auch nicht, was wir vorfinden. Es begrüsst uns auf dem Baum neben unserem Auto ein meterlanger aufgeblasener Penis...

Eins ist klar heute Nacht: wir suchen das Weite und ein stiller Ort zum schlafen. Es ist 11 Uhr und bis wir gefrühstückt haben ist es nach 12. Um 14 Uhr haben wir mit Ingrid und Bernd abgemacht. Sie haben den optimalen Sitzplatz für den Hauptumzug reserviert. Wir sitzen in der zweiten Reihe und es geht noch 2 Stunden bis zum Start. Wir sind gespannt, wie sich der zweitgrösste Carneval auf der Welt anfühlt. Alle Gruppen bereiten sich am Plaza de la Republica Dominicana für den grossen Umzug vor.

Der Umzug ist sehr abwechslungsreich. Von frisch geboren bis zum Rollator sind alle dabei. Verkleidete Kindergruppen, Senioren Chorvereine, Teenager Tanzclubs, Fasnachtswagen und einzelne verkleidete Personen wie z.B. Captain Sparrow, Elvis Presley, Mary Poppins, Marylin Monroe, Michael Jackson, usw. Für den Carneval ist sogar die Besetzung von Starwars eingeflogen.

Zuerst kommen dekorierte Themen-Wagen. Begleitet von verkleideten Personen. Einzelne verteilen Bonbons.
Die Kostüme mit den Federn und die südamerikanischen Tänzen werden von Trommlern begleitet, welche die rhythmischen Tänze begleitet.
Auch die Kinder tanzen schon voll motiviert mit. Einige mehr und die anderen noch etwas abwartend.
Die geschmückten Wagen mit den Königinnen sind natürlich ein Highlight.
Die mit viel Liebe fürs Detail angefertigten Kostüme machen Freude beim Zuschauen.
Nach dem Umzug ist es bereits am Eindunkeln und in den Strassen von Santa Cruz beginnt das ausgelassen fröhliche Fest.

Tamara und ich laufen heute etwas früher nach Hause, weil wir einen ruhigeren Schlafplatz erhoffen. Vorher gibt es noch den Black-, Brown- und Whitewater Service an der nahen Tankstelle. In einer mit Saharasand angelegten Bucht parken wir an einem ruhigen Ort.
Ruhetag am Playa Las Teresitas vom Carneval (18.2.2026)
Wir schlafen lange und tief. Tamara muss mich um 11 Uhr wecken. Wir haben die Ruhe dringend nötig! Heute Abend wäre noch der Umzug der «Beerdigung der Sardine», welches den Abschluss des Carnevals symbolisiert. Ob wir uns dazu nochmals aufraffen, ist am Morgen noch offen. Der Entscheid ist schnell gefällt. Ausruhen und am Strand liegen. Der Strand bietet sich dafür sehr gut an.

Am Horizont stehen LPG und LNG Schiffe vor dem Hafen von Santa Cruz. Scheinbar haben die kanarischen Inseln ihren Energiemix etwas angepasst und von Schweröl und Propan auch LNG aufgenommen. LNG (Liquid natural gaz) ist verflüssigtes Erdgas bei minus 162 Grad und hat rund 20% weniger CO2 Ausstoss als Schweröl. Darum haben auch diverse Kreuzschiffanbieter ihren Antrieb schon auf LNG umgebaut. Das interessiert mich natürlich als ehemaliger Energiefritz.
Wir duschen noch ausgiebig :-). Wo wir normal 10-15 Liter benötigen, brauchen wir heute über 40 Liter. Dafür ist jedes Sandkorn weg😊Übrigens hat unsere Wasserpumpe «Dori» inzwischen ihre Erkältung auskuriert. Die heulende Pumpe macht wieder fleissig ihren Dienst. Gott sei Dank ist die Pumpe wieder in Ordnung!
San Andrés (19.2.26)
Noch einen Tag bleiben wir hier. Wir sind um 9 Uhr ins Bett und um 10 Uhr aufgewacht. Carneval Nachwirkungen nennt man das. Heute planen wir die kleinen Inseln von Teneriffa. Wir haben uns entschieden, sämtliche Inseln mit dem Camper zu besuchen. Gesagt getan und die Fähren sind gebucht. Erst gegen den späteren Nachmittag verlassen wir den Camper, um nach San Andrés zu laufen. Das Dorf ist an den Felsen gebaut. Höhen Angst ist in den Gassen kein guter Ratgeber.

Die vielen Restaurants zeigen, dass der Strand und das Dorf ein beliebtes Wochenendziel von Spaniern aus der Umgebung sind.
Weil unsere Beine nach Bewegung schreien, machen wir noch einige Schritte mehr bis die Sonne untergegangen ist. Am Abend ist die Weitsicht bis zum Opernhaus nach Santa Cruz.

Geisterstadt von Abades (20.2.2026)
Auf dem Weg in den Süden laden und entleeren wir wieder unser Wasser, Tanken für 0.9 ct/Liter und kaufen im Lidl ein. Über Park4night haben wir den Tipp erhalten, dass bei der BP-Tankstelle in Santa Cruz Campinggas erhältlich ist. Wir können dort unsere Flasche gegen eine volle, für nur 16 Euro eintauschen. Die sollte bis Ende April reichen. Es sind rund 45 Minuten bis zur Geisterstadt. Wir parken direkt vor dem Haupteingang.

Abades wurde in den 1940er Jahren als Leprastation gegründet. Während dem Bau entstanden neue Behandlungsmethoden und die Lepra konnte geheilt werden. Somit hat in diesem «Sanatorio de Abona» nie oder nur wenige Leprakranke gelebt. Die Bungalows hatten alle Meersicht und jedes Doppelzimmer ein eigenes Bad. Das Krematorium ist nicht mehr erkennbar, jedoch die Kirche ist in einem guten Zustand.
Da hier das Militär für Häuserkämpfe ausgebildet worden ist, ist so manche Mauer und Wand eingerissen oder durchschlagen.

Heute werden die Gemäuer für Grafites genutzt. Es fühlt sich wie eine Entdeckungsreise an durch die Gemäuer zu schlendern und Kunstwerke zu finden.
Dieses Dorf zeigt mir eine bestimmte Ehrfurcht vor dem menschlichen Leben. Todgeweihte erhalten einen Ort am Meer, an dem sie würdig leben und sterben können. Das zeugt von einer Regierung mit Mitgefühl für die Menschen.
In Santiago del Teide kommen wir bei Sonnenuntergang an und hoffen morgen auf der Wanderung ein paar Mandelblütenbäume zu finden. Am Nachmittag ist noch ein Markt im Dorf, den wir besuchen wollen. Das heisst für uns früh aufstehen und vor den Weekend-Wandergruppen loslaufen.

Lange, sehr lange Wanderung zum Teide (21.2.2026)
Der Wecker läutet um 7.20 Uhr. Für Tamara und mich fühlt sich das wie mitten in der Nacht an. Draussen ist es 9 Grad, weil wir hier bereits auf 900 Meter über Meer sind. Wandergruppen treffen sich um 9 Uhr bei der Kirche. Weil es heute Samstag ist und der letzte Tag des Mandelblütenfestes, rechnen wir mit einigen Wandergruppen. Zudem ist der Himmel blau und es ist windstill. Darum machen wir uns früher auf den Weg. Ein kalter Winter gefällt den Mandelbäumen und darum blühen sie früher als gewöhnlich. Im ersten Aufstieg sind bereits alle Blüten verblüht. Je höher wir auf den Berg steigen, desto mehr Blüten leuchten uns entgegen.
Unser Ziel ist es den Chinyero zu sehen. Das ist der letzte Vulkan auf Teneriffa, der im Jahr 1909 ausgebrochen ist. Der Krater ist nur 60 Meter hoch und 1561 Meter über dem Meer. Die Lava ist über eine Fläche von 2 km2 geschmolzen. Die Lavazungen sind beim Aufstieg und beim Abstieg sehr gut zu erkennen. Immer wieder sehen wir im Hintergrund den grössten Vulkan von Teneriffa. Der Teide ist mit 3715 Meter Höhe riesig und auf der Spitze liegt um diese Jahreszeit Schnee.

Der Weg hinauf führt durch Wälder mit kanarischen Kiefern. Die Nadeln dieser Bäume werden bis zu 30 cm lang. Kiefern blühen im April und Juni. Als Allergiker bin ich froh im Februar hier zu sein.
Auf halbem Weg kommt eine Verbotstafel. Zwischen April bis November gibt es 10 Tage, an denen der Wanderweg gesperrt ist. Dann werden Mufflons zur Regulierung des Bestandes geschossen. Unser Schwiegersohn hatte solche Wildschafe in seinem grossen Garten. Sie sehen aus wie Steinböcke, sind aber Schafböcke. Wir sehen heute auf der Wanderung keine. Der Weg führt uns durch schroffe Lavafelder und wild bewachsene Ebenen.
Auf dem Rückweg merken wir, dass es heute rund 30'000 Schritte gibt. Die schönen Mandelblüten helfen uns die müden Beide zu vergessen.
Der Weg ist idyllisch und gibt uns das Gefühl von wilder Natur. Im Tal hören wir bereits die Live Band vom Mandelfest.
Ein Tinto del Verano und Chips lassen uns die Beschwerden des Tages vergessen. Im lokalen Geschäft kaufen wir noch so etwas wie Süss-Mandelringe. Zu Hause essen wir noch etwas Kleines und geniessen das einheimische Dessert. Schon bald gehen wir schlafen.
Los Gigantes (22.2.2026)
Am Morgen schlendern wir nochmals durch den Mandelmarkt in Santiago del Teide. Trinken noch einen Saft und essen unser Mittagessen im Camper. Danach fahren wir zum Los Gigantes. Das sind 450-650 Meter hohe Steilklippen, welche aus dem Meer senkrecht in den Himmel ragen.

Die Fahrt in die Stadt Los Gigantes ist steil und weil es Sonntag ist, hat es viele Autos, welche schon am Strassenrand parken. Oftmals fahren wir mit dem Auto den Weg ins Zentrum, um zu sehen, ob sich der Fussweg vom weiter weg liegenden Parkplatz lohnt. Meistens finden wir mit diesem Vorgehen im Zentrum einen Parkplatz, weil die meisten nicht glauben einen Parkplatz dort zu finden. So ist es auch heute. Wir finden einen Parkplatz 5 Minuten vom schwarzen Sandstrand entfernt. Zuerst lass ich noch die Drohne steigen, um die Gegend etwas zu erkunden. Unser Auto steht gleich in der Strasse neben dem Infinity Pool, links an der Küste.


Dann besuchen wir den schwarzen Strand und geniessen die ruhige Stimmung. Baden ist hier nicht empfohlen, weil die Wellen doch recht stark und unberechenbar sind.
Anschliessend besuchen wir die natürlichen Pools, welche jetzt bei Flut leider alle bereits geschlossen sind.

Auf dem Rückweg entscheiden wir uns den Sonnenuntergang an der Playa Los Gigantes, im schwarzen Sand zu verbringen. Es sind schon die ersten vielversprechenden Fotostative aufgestellt. Es kann durchaus vorkommen, dass sich die steilen Felsen in oranger und roter Farbe im Abendrot spiegeln. Leider hat es heute keine Wolken und darum bleiben die Felsen dunkel und schwarz. Nachdem es eingedunkelt ist, geniessen wir eine Paella im nahen Restaurant.
Playa Los Cristianos (23.2.2026)
Tamara und ich sind etwas verwöhnt mit der Aussicht beim Frühstücken. Darum verlassen wir Los Gigantes und finden an der Playa de la Arena den perfekten Frühstücksplatz. Vor unserem Auto hat es eine Bank, auf der wir unser Frühstück geniessen. Schon am Morgen ist es heiss, denn heute wird es 28 Grad.

In der Stadt Los Cristianos angekommen, parken wir mit dem Camper auf einem dafür vorgesehenen Kiesplatz. Auf dem 15-minütigen Weg kommen wir an einem Schulhaus vorbei mit der Aufschrift: Hier wird auch mit den Händen gesprochen. An der Mauer steht das Taubstummen Alphabet mit den entsprechenden Handzeichen. Auch ein Zitat von Nelson Mandela steht prominent an der Wand: "Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern". Der Spirit in dieser Stadt gefällt mir auf den ersten Eindruck gut. Im Zentrum angekommen steht die runde Kirche von Los Cristianos. Neben der Form sind auch der Eingang und das Altarmotiv anders, als wir das bisher je gesehen haben. Der auferstandene Jesus mit willkommen heissenden Armen ist hinter dem Alter und über dem Eingang ein Bild von der Ewigkeit in der Jesus bereits auf alle wartet, welche ihn als Herrn und Retter angenommen haben.
In Los Gigantes und Los Cristianos ist der Ausländeranteil über 50%. Viele Engländer (rund 3000) und Iren haben sich hier im Alter niedergelassen. Die grössten Ausländergruppen auf den Kanaren sind Italiener, Deutsche und Engländer. Auf den Kanarischen Inseln gibt es einen permanenten Ausländeranteil im Durchschnitt von 14%. Auf Lanzarote 24% und auf Fuerteventura rund 30%. Auf 2.2 Mio Einwohner kommen jährlich rund 25 Mio Touristen. Diese kommen hauptsächlich aus England, Deutschland und dem spanischen Festland. Das Wetter ist hier sehr stabil und der kälteste Monat ist der Januar mit durchschnittlich 20 Grad. Das erklärt das grosse Interesse besonders für das ältere Semester. Viele davon fahren in Los Cristianos mit Elektromobilen an der Strandpromenade entlang.

Der Strand ist sehr breit und sehr lang. Man könnte bis zur Playa de Las Américas laufen. Was wir am Abend natürlich machen😊. Entlang dem Strand gibt es eine Fischschutzzone. Darum sind ganzjährige Delfin und Wahlbesichtigungen möglich. Am Strand geniessen wir noch den Sonnenuntergang. Wir sind dankbar, dass wir das zusammen erleben dürfen!

Auf dem Heimweg kehren wir beim Falafel/Döner ein. Uns fallen die Gespräche der Gäste mit dem Angestellten auf. Direkte Fragen werden gestellt. Der ein fragt, wie die Lage in Islamabad (Pakistan) sei? Eine andere Dame fragt, wie es mit dem Ramadan läuft? Es sind spannende Gespräche mit echtem gegenseitigem Interesse. Was ich hier auch das erste Mal sehe, ist ein junger Mann (25-30), kommt in das Restaurant und steuert direkt an einen Tisch, der noch nicht abgeräumt ist. Er isst dort einige Minuten im Stehen und trägt anschliessend die restlichen Esswaren mit den Händen nach draussen. Eigentlich sieht er eher wie ein reisender Hippie aus und weniger wie ein Obdachloser. Es gibt wirklich sehr viele verschiedene Lebensmodelle.
Der Hafen ist nur wenige Minuten von unserem Schlafplatz entfernt. Morgen fahren wir nach La Gomera. Wir sind gespannt!
































































































































































































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