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Österreich - Von Graz nach Salzburg

  • Walter Blattmann
  • 12. Aug.
  • 12 Min. Lesezeit

Zum ersten Mal sind Tamara und ich mit dem Camper in Österreich unterwegs. Wellnessweekends und Skiferien 1987 sind unsere bisher einzigen Erfahrungen mit unserem Nachbarland.

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Zweitgrösste Stadt in Österreich - Graz (2.8.25)

Wie in Zürich die Limmat die Stadt teilt, fliesst die Mur mitten durch Graz. Die Altstadt ist ähnlich gross und die Gebäude sind imposant.


Bei einem Gassennamen "Abraham a Santa Clara" ist eine bedenkenswerte Erklärungstafel. Die Gassenbezeichnung war der Ordensnamen vom Augustinermönch und Schriftsteller Johann Ulrich Megerle 1644-1709. "Als Poet des Barocks schuf er ein umfangreiches Werk auf Lyrik und Prosa. Darin und in seinen Hasspredigten griff er Juden, aber auch Türken und Protestanten an." Bedenklich, nach was für Leuten Strassen, Gassen oder Brücken benannt sind. In Zürich haben wir zum Thema Judengeschichte die Rudolf Brun Brücke.


Die Gebäude von Bäckereien und Kaffeehäuser reichen beinahe bis ins Mittelalter zurück. Entsprechend faszinierend sind die alten Fassaden.

An allen Ecken und Strassen finden wir kreative Gebäude, Geschäfte, Skulpturen und Schriftzüge. Wortspiele und Weisheiten sind in der ganzen Stadt auffindbar.


Die Burg und der Schlossberg "erzählen" Geschichten über die Reformation und verschiedene Kriege mit Franzosen und Deutschen. So wurde zum Beispiel der 38 Meter hohe Glockenturm als Gefängnis für die Protestanten gebaut. Neben dem Glockenturm sind die Mauern der evangelischen Thomas Kapelle aus dem Jahr 1271.

Der Grabstein aus dem Jahre 1387 von Rabbi Nissim einem handelsreisenden Juden wurde in der Burg gefunden. Spannend ist die Jahreszahl auf dem Grabstein, welche nach dem jüdischen Kalender (keine neue Zeitrechnung vor oder nach Christus) gerechnet ist: Donnerstag dem 10. des Monats Tammus des Jahres 147 im 6. Jahrtausend. Nach biblischer Stammbaumüberlieferung wird die Zeitrechnung nach der Schöpfung der ersten Menschen gerechnet.

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Auch die Treppe in der Burg ist sehr interessant. Wer beim Eingang die linke Treppe nimmt, begegnet im 1. Stock demjenigen, der die rechte Treppe genommen hat. Dadurch entsteht ein spannendes Muster und eine interessante Architektur.

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Der Dom und die Grabkirche (Kaiser Ferdinand II und seine Frau Maria Anna) und auch das Gottesplagenbild sind sehr spannende Überlieferungen und Gebäude.

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Gottesplagenbild 1480 schildert die Not der Grazer, welche in diesem Jahr von den Türken, Heuschrecken und der Pest heimgesucht wurden. In der Mitte thront die Trinität (Vater, Sohn und Heiliger Geist) welche die sündigen Menschen mit Hunger, Krankheit und Krieg straft. Links stehen die Propheten und rechts Maria und die heilig Gesprochenen, welche ein Tuch der Fürbitten spannen, damit nicht alle Strafen auf die Menschen kommen. Ich habe selten eine theologisch so falsche Darstellung gesehen. Es macht mich traurig, dass die Kirche mit Religion ein Machtinstrument aufgebaut hat, welche uns Menschen glauben lässt, dass es Heilige und die Kirche als Vermittler zu Gott braucht, um uns vor Strafe zu schützen. Gemäss Bibel ist das Gegenteil der Fall; Gott hat seinen eigenen Sohn als Vermittler geschickt, um alle die an Jesus und seine Sündenvergebung glauben, gerettet werden. Jesus sagt von sich: "Ich bin der Weg die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich". Wir können nichts selber tun, um uns einen Platz im Himmel zu erkaufen/"erleisten". Jesus hat für die Fehler von uns Menschen bezahlt und darum sind alle gerecht gesprochen, die dieses Geschenk im Glauben annehmen. Das ist aber eine ganz persönliche Entscheidung, ob man das glaubt oder nicht.

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Wir kehren an den Schlafplatz am Generationenspielplatz in Freikirch zurück. Dort haben sich mittlerweile auch noch Engländer und Polen mit dem Camper niedergelassen.


Wanderung durch die Südsteiermark nach Slowenien (3.8.25)

Endlich können wir wieder an einem Gottesdienst in unserer Sprache teilnehmen. Auf dem Internet finden wir drei Freikirchen. Die Evangelische Freikirche Graz (EFG) erinnert uns an unserer Kirche in Albisrieden. Um 10 Uhr treffen wir dort ein. Die Predigt geht darum, dass das Evangelium von Jesus während der ganzen Menschheitsgeschichte angekündigt worden war. Über Kain und Abel, Abraham, Auszug aus Ägypten bis zur Wiederkunft von Jesus erklärt er die Zusammenhänge zur Erlösungstat am Kreuz. Wen das interessiert kann gerne online reinhören: https://www.efggraz.at/.


Nach dem Kirchenkaffee machen wir uns auf den Weg auf die Weinstrasse in der Südsteiermark. Sozusagen vom Kaffee zum Wein :-). Auf dem Weg müssen wir noch Wasser tanken. Über das App mymizu sind weltweit alle Trinkwasserversorgungen aufgeführt um Plastik zu sparen, indem wir unsere Flaschen dort auffüllen können.


Rund 1.8 km der Weinstrasse führen direkt an der slowenischen Grenze entlang. Oft führen die Strassen zwischen Ehrenhausen, Grassnitzberg bis Ratsch über wunderschöne Hügelketten mit Ausblick in die Rebberge. Immer wieder laden Wegweiser zu den schön gepflegten Weingütern zum Degustieren ein. Die Gewichtskontrollen in Österreich betreffend Camper 3.5T wollen wir jedoch nicht mit zusätzlichen Flaschen strapazieren. Darum fahren wir diszipliniert vorbei.


Über das Wander App Komoot finden wir eine schöne Route quer durch die Rebberge.

Das Panorama ist traumhaft und das Wetter angenehm zum Wandern.

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Die Wanderung dauert 1.5 Stunden und führt quer durch die Rebberge, die Hügel rauf und runter, manchmal sind wir in Österreich und dann wieder in Slowenien...

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Wilde Brombeersträucher laden zum Naschen ein. Teilweise sind auch schon Trauben und Zwetschgen reif. Nur die Birnen brauchen noch etwas Zeit.


Unseren Schlafplatz finden wir wieder an einem Generationenspielplatz in St. Veit am Vogau. An so einem Spielplatz gibt es interessante Spiel-und Sportgeräte für alle Altersgruppen. Wir schlafen tief und fest bis am nächsten Morgen um 9 Uhr.



Bruck an der Mur (4.8.25)

Um 11 Uhr fahren wir los. Unser Ziel ist der Grüne See. Das Wetter ist jedoch am späteren Nachmittag mit Regen angekündigt. Darum planen wir einen Zwischenstopp in Bruck an der Mur. Die Fahrt ist kurzweilig und führt uns durch schöne Wälder und idyllische Hügellandschaften. Unser Mittagessen geniessen wir bei schönster Aussicht.

Auf der Fahrt begegnen uns Werbebanner für Summa Gaudi, Ballermann Party und Ibiza Party; hier in der Steiermark tanzt der Bär ;-). Die Strassen sind sehr eng und ein Kreuzen nur in langsamem Tempo möglich. Uns fällt auf, dass hier in Österreich vieles genauer geregelt ist. So steht beim Stoppschild zum Beispiel zusätzlich "Bitte bis zur Haltelinie vorfahren!" oder beim Kreisel steht "Bei verlassen des Kreisels blinken".


In Bruck an der Mur angekommen parken wir auf einem Wanderparkplatz oberhalb der Stadt. Heute ist kein Wanderwetter und darum beschliessen wir uns auch über Nacht hier einzurichten. Vorher wollen wir jedoch die Stadt noch erkunden.


Dieser Ort wurde bereits 1000 Jahre vor Christus besiedelt. Direkt am Fluss steht noch ein Haus wo Kelten und Illyrer Unterschlupf gesucht haben. Auf dem Fluss wurde bereits damals schon Eisen und Salz transportiert. Auch die Römer nutzten diesen strategischen Ort am Wasser. Später im Jahr 1263 entstand eine Befestigungsmauer und eine Burg auf dem Hügel. Der Wohlstand ist heute noch in den prunkvollen Gebäuden sichtbar. Hier ist auch der zweitgrösste Dorfplatz in Österreich und eine Pfarrkirche aus dem 12t Jahrhundert.

Auf dem Hauptplatz trinken wir einen Apéro und gehen anschliessend noch zum Schlossberg. Von dort ist die Aussicht über die Stadt jetzt ohne Regen zu geniessen.

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Tamara kocht heute Abend mit dem Omnia Backofen Kartoffel, Zucchetti , Peperoni, Tomaten und Zwiebel mit Käse überbacken :-). Heute gehen wir früh schlafen.


Wanderung um den grünen See (5.8.25)

Beim Kreuzteich sind wir bereits der Meinung, dass wir am Grünen See angekommen sind. Irgendwie war jedoch die Wanderung nur kurz und der See nicht so richtig grün. Auch die Beschreibung, dass der See um diese Jahreszeit 6-8 Meter weniger Wassertiefe hat erscheint uns nicht plausibel.

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Die grüne Farbe kommt von buschigen, hellgrünen Pflanzen am Boden. Sobald Sand am Boden ist, leuchtet das Wasser smaragdgrün. Gott sei Dank scheint heute die Sonne und das Wasser kommt mit seinen Farben richtig zur Geltung.

Im Kreuzteich sonnen sich grosse Fische an der Sonne. Die kommen nahe an das Ufer und wissen wahrscheinlich, dass fischen verboten ist. Der Wanderweg führt weiter nach hinten und über google Maps erkennen wir, dass erst jetzt der Grüne See kommt. Gleich nach dem Gasthaus Seehof geht es rechts zum See.


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Dieser See ist wirklich grün. Das Wasser kommt direkt vom Schmelzwasser in den Bergen. Darum ist er nur im Frühling richtig voll. Dann sind viele Bänke und Brücken am Seeufer komplett unter Wasser.

Aber woher kommt die grüne Farbe? Das reine Gletscherwasser absorbiert rote Lichtanteile was zur blau-grünlichen Farbe führt. Fein zerriebenes Gestein, das im Wasser suspendiert ist, reflektiert vor allem die blaugrünen Anteile des Lichts. Diese Farbe ist als "Gletschermilch" auch bei ähnlichen Bergseen zu erkennen.

Nach dieser "strengen" Wanderung kehren wir im Gasthaus ein und geniessen Knödel mit Spinat und Weisskraut. Anschliessend fliege ich noch kurz mit der Drohne, bevor es weiter geht.


Der Weg führt uns ein Stück durch die 123.5 km lange Eisenstrasse B115. Seit mehreren tausend Jahren wird hier in der Gegend Eisenerz abgebaut. Beim Ort Erzberg ist heute noch eine grosse Mine auf dem Erzberg in Betrieb. In Graz, Leoben und Judenburg sind heute die grössten Stahlwerke angesiedelt. Wir fahren bei Voestalpine Stahl Donawitz vorbei und das Werk erscheint endlos lang entlang der Strasse. Österreich gehört zu den Top 8 Stahlproduzenten in Europa. Die Fahrt ist kurzweilig.

Am Trabocher See nehmen wir noch einen Apéro auf der Parkbank und planen die Weiterreise. Es stehen verschiedene Optionen zur Diskussion: Dachsteingletscher in Schladming oder Hallstatt. Als wir lesen, dass die Chinesen in Hallstatt eine Serie gedreht haben und die Stadt Unesco Weltkulturerbe ist, wird uns bewusst, dass wir nicht alleine sein werden. Im Jahr 2012 wurde eine Kopie von Hallstatt mit einem künstlich angelegten See mit dem Namen "Hallstatt See-Huizhou" eröffnet. Nach nur einem Jahr und 940 Millionen USD stellte der chinesische Konzern Minmetalls Corporation die komplette Kopie von Hallstatt auf. Wer im südchinesischen Teil unterwegs ist findet Hallstatt untern den Koordinaten: 23° 10′ 38,9″ N, 114° 19′ 34,5″ O)

Das wird morgen ein Abenteuer, weil rund 2000 Busse jedes Jahr diese Stadt in Österreich besuchen und Camper nicht erlaubt sind.


Hallstatt (6.8.25)

Eigentlich wollten wir den Wecker um 7 Uhr stellen und früh nach Hallstatt fahren, bevor der Touristenstrom ankommt. Am Vorabend entscheiden wir uns jedoch erst am späteren Nachmittag dort einzutreffen und vorher noch eine Wanderung zu machen. Bevor wir abfahren duschen wir noch ausgiebig und frühstücken im Park bei unserem Schlafplatz.

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Bitte keine voreiligen Schlüsse. Das Foto oben ist wohl am gleichen Platz wo wir frühstücken, jedoch am Vorabend beim Apéro. :-)



Tamara ist die beste Reiseleiterin die ihr euch vorstellen könnt. Wenn ihr mal eine optimierte Reiseroute sucht-, einfach Tamara kontaktieren. Wir finden den zweitletzten Parkplatz in Puchen am Altausee. Dort essen wir gemütlich das Mittagessen und machen uns auf, den See zu umrunden. Das Wetter ist fantastisch und die Sicht vom Seeweg (712 Meter über Meer) auf den Dachgletscher (2700 Meter über Meer) ist wunderschön.

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Am hinteren Ende des Sees geniessen wir die Aussicht und einen Kaiserschmarrn. Es ist unser erster Kaiserschmarrn den wir essen und sind gespannt, was das eigentlich ist. Wir er genau hergestellt ist, kann ich nicht sagen. Aber er schmeckt super fein!

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Ein nettes Paar aus Kärnten und aus Tirol gesellen sich zu uns und geben uns noch ein paar österreichische Tipps für unsere Reise. Wir in allen Bevölkerungsgruppen gibt es strengere und geselligere Menschen. Heute treffen wir wieder sehr offene und freundliche Menschen. Die Wanderung um den See dauert normalerweise nur 1.5 Stunden. Tamara und ich sind gemütlich unterwegs und geniessen die Abwechslung zwischen Kaiserschmarrn, steilen Felswänden, Schilflandschaften und weissen Kieselstränden.

Um den Freizeitgenuss für jede Zielgruppe zu optimieren sind 50% des (engen) Rundwanderweges nur für Spaziergänger, ohne Velofahrer . Das ist wie einiges in Österreich geregelt und klar beschildert.

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Wir haben es wieder einmal sehr genossen und die Rundwanderung hat beinah 4 Stunden gedauert. Nun fahren wir nach Hallstatt. Tamara hat einen Gratisparkplatz in einem Tunnel, gleich oberhalb des Dorfes gefunden. Gott sei Dank ist ein Parkplatz für uns frei!

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In Hallstatt hat es immer wieder spannende Infotafeln, welche Tamara findet und ausführlich studiert. So werden die kleinsten Dörfer zu richtigen Fundgruben. Hier in Hallstatt befindet sich die ältestes Salzmine der Welt. Bereits vor 7000 Jahren wurde hier Salz abgebaut. Auch heute noch 300'000 Tonnen pro Jahr. Der Salzbergwerk Erlebnisrundgang ist jedoch bereits geschlossen, weil es schon 18 Uhr ist.

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Seit der chinesischen Kopie des Dorfes im Jahre 2012 ist das Dorf herausgefordert die vielen Touristen zu verkraften. So finden wir diverse Verbotstafeln für Veloanstellen, Drohnen fliegen, Lautstärke beim Schwatzen, usw. Bei 2000 Bussen pro Jahr ist das sehr verständlich. Auf dem Dorfplatz tummeln sich auch zu später Stunde noch einige Touristen.

Das Dorf ist malerisch und es ist unvorstellbar, wie die Chinesen dieses Dorf innerhalb eines Jahres nachgebaut haben. Immer wieder finden wir, oder besser gesagt Tamara, eine spannende Infotafel: "Else Bergmann", "Ein Haus für die Armen" oder "Kampf um den Glauben". Mich beeindrucken Biografien von Menschen, welche für Ihre Überzeugungen und Werte bereit waren einen Preis zu zahlen.

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Vor dem Abschied von Hallstatt singt noch eine Folkloreband in einem Restaurant. Das Durchschnittsalter der Band liegt bei geschätzten 77 Jahren. Hätte mich interessiert, wie lange diese Menschen schon zusammen mit der Musik unterwegs sind.

Übrigens haben die Chinesen sogar die Gullideckel originalgetreu kopiert. Darauf steht neben dem Wappen "Take care of what you love". Wie wahr!


Wanderung zum hinteren Gosau See zum Dachsteingletscher (7.8.25)

Früh am Morgen sind wir bereits am Parkplatz des vorderen Gosau Sees und essen unser Frühstück. Es fühlt sich an wie in Zürich im (Ex)-Grand Café am Limmatquai. An unserem Fenster vorbei fahren Autos aus allen Ländern. Eine unaufhörliche Personenansammlung wandert den Berg hinauf. Einige tragen die Kletterausrüstung und Helme wie für eine Hochgebirgstour. Andere kommen in den Badehosen mit dem SUP unter dem Arm. Wir sind uns unschlüssig, wie wir unseren Rucksack packen wollen und laufen dann doch um 11.30 los. Wenige Schritte vom Parkplatz entfernt eröffnet sich uns ein fantastisches Panorama.


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Der Weg ist einfach und führt uns mit rund 300 Höhenmeter bis zum hinteren Gosau See. Im See baden die Familien und an den Felsen erklimmen die Bergsteiger den Klettersteig mit Helm und Seil. Viele spazieren den Weg auch mit Kinderwägen. Idyllischer kann man sich die Landschaft nicht vorstellen.

Im hintersten Tal essen wir Mittag in einer schönen Berghütte mit spannenden Kühen. Die Frau am Tisch fragt uns, warum wir Schweizer nach Österreich zum Wandern kommen. Ich sage ihr, dass hier die Berge viel kleiner und darum chilliger sind zum erwandern ;-). Sie versteht meinen Humor erst etwas später, als ich ihr wirklich erkläre warum wir hier sind. Nach dem Essen will ich ein Selfie mit einer Kuh machen und bücke mich vor der Kuh kopfüber. Die Kuh fühlt sich nicht geschmeichelt sondern meint, dass ich ihr das Gras wegfressen will. Darum stösst sie mich mit ihrem Kopf an meinen gebeugten Kopf. Nach dem ersten Schreck steht die Kuh wieder auf......, Spass bei Seite. Wir überleben den Zusammenstoss und das Selfie wird nicht so schön wie ich mir vorgestellt habe.

Um 18 Uhr sind wir wieder beim Auto. Natürlich mit Apfelstrudel und Knödelpausen eingerechnet. Die Aussicht und die Wanderung mit über 20'000 Schritten ist nur zu empfehlen.

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Fuschl See (8.8.25)

Am morgen begrüsst mich ein Schmetterling. Immer wieder landet er auf mir und ich fühle mich besonders. Es ist der erste Schmetterling, der auf mir gelandet ist. Schade sind meine Beinhaare schärfer auf dem Foto abgebildet, als der Schmetterling:-)

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Auf dem Weg nach Salzburg fahren wir bei Fuschl am See vorbei. Dort befindet sich der Hauptsitz von Red Bull, direkt an der Strasse zum Badeplatz Stöllinger.

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Der Fuschl See gehört zu den saubersten Seen von Österreich. Die Farbe ist zwischen Türkis und Petrol und verbreitet eine ruhige und entspannte Atmosphäre. Das SUP wird aufgeblasen und Tamara und ich geniessen es sehr. Tamara noch etwas länger, viel länger. Es ist auch wirklich genüsslich hier.

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Salzburg (9.8.25)

In Salzburg parken wir direkt bei der Altstadt. Die Blaue Zone gilt 3 Stunden und ab 16 Uhr ist am Samstag gebührenfrei. Die Stadt bietet sehr viel. Aktuell sind noch die Sommerfestspiele und darum ist die Stadt gut besucht. Als Erstes gehen wir auf den Friedhof, weil er gleich beim Altstadt Eingang hinter der Kirche ist. Tamara und ich laufen dann jeweils umher und lesen die Texte auf den Grabsteinen oder besser Grabmalen. Vier Dinge fallen mir auf. Das erste Grabmal zeigt einen sterbenden Menschen mit einer Sanduhr und die Namen reichen von 1635 bis 2017. 40% der Tafel ist noch frei für alle Namen der Nachkommen. Zweitens fällt mir auf, dass rund 80% der Grabsteinfläche für die Titel, Rollen und Funktionen benutzt wird. Als ob das in irgendeiner Weise einen Einfluss auf die Ewigkeit hat. Drittens gibt es emotionale Gräber, welche Hoffnung geben. Zum Beispiel das Grab mit der Überschrift "DER UNVERGESSLICHEN MUTTER" und einem Bibelvers der Hoffnung "Die Leiden dieser Zeit sind nicht zu vergleichen mit der zukünftigen Herrlichkeit" aus Römer 8.18. Das vierte ist eher traurig und macht mich nachdenklich. Es sind grosse Grabplatten worauf nur der Name mit Geburts-Todesdatum drauf ist. Das heisst 90% des Platzes ist einfach leer! Ich kann mich an eine Predigt in den 90er Jahren erinnern, mit der Frage, was auf unserem Grabstein einmal über uns geschrieben werden wird. Oder was die Verbleibenden in Erinnerung von uns behalten sollen. Gute Frage und ein besuchenswerter Friedhof. Auch Mozart liegt dort, weil er in Salzburg geboren und gestorben ist.

Die Getreidegasse verläuft parallel zum Fluss Salzach. Salzburg wird durch den Fluss getrennt und ist umsäumt mit Hügeln und Bergen auf denen Schlösser, Burgen und Herrenhäuser thronen. Die parallel verlaufenden Gassen sind verbunden mit Arkaden in allen Formen. Die Häuser sind an den Dachhimmeln angeschrieben mit Bau- und Renovationsjahr.

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In dieser Stadt findest du Boutiquen, Galerien, Bäckereien, Trachten (welche auch auf den Strassen getragen werden), Mozartkugeln und vieles mehr. In einem Messergeschäft sah ich ein handgefertigtes japanisches Messer für über 25'000.- Euro.

In dieser Stadt wird Kunst und Architektur zelebriert. Es ist ein Genuss durch die Strassen zu schlendern und sich inspirieren zu lassen.

Wir scheuen uns nicht die Felsen zu erklimmen. Frühere Gebäude aus Salzburg haben das Baumaterial direkt aus diesem Felsen gehauen. Der Steinbruch gehört heute zu den Sehenswürdigkeiten und kann vom Mönchsberg gestehen werden.

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Die älteste Bäckerei St. Peter ist aus dem 12t Jahrhundert und backt immer noch Brot mit dem Original Ofen. Auch das Wasserrad der Mühle ist in Betrieb und wird durch den 400 Meter langen Bergstollen versorgt. Hier in Salzburg werden Traditionen gepflegt und Kultur gehegt.

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"Religiosität" ist in Salzburg allgegenwärtig. Immer wieder gibt es einen Anstoss der zum Denken anregt. So hängt in der Kollegienkirche eine Marionette neben dem Altar. Was löst das bei dir aus? In einem privaten Garten steht ein Kreuz und eine Tafel, die auffordert den Hut zu ziehen, wenn du an Jesus glaubst. Es gibt auch viel Aberglauben die den Alltag prägen. Persönlich finde ich diese Anstösse wertvoll. Schlussendlich betrifft uns der Tod, der Sinn des Lebens und die Ewigkeit alle.


Sonntag in Salzburg (10.8.25)

Geschlafen haben wir in der Nähe vom ICF Salzburg, weil wir um 11.30 Uhr den Gottesdienst besuchen wollen. Auf jeden Fall sind wie ausnahmsweise 30 Minuten zu früh. Oder leider 30 Minuten zu spät. Der Gottesdienst hat nämlich um 10.30 gestartet... Nach dem ersten Frust hören wir die Predigt, die jetzt gerade beginnt online auf der Fahrt zur Grossglöckner Alpenstrasse.

 
 
 

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